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Hyperloop SpaceX-Wettbewerb TU München gewinnt zum zweiten Mal

Elon Musk will mit seiner Hyperloop-Idee den Massentransport revolutionieren: Mit 1.200 km/h sollen Reisekapseln durch Röhren sausen. Ein Team der TU München hat jetzt auch den zweiten, von Musk veranstalteten Hyperloop-Wettbewerb gewonnen.

Stand: 28.08.2017

Die in Los Angeles ansässige Firma Hyperloop One will die schnellen Reisekapseln entwickeln. Elon Musk, der Gründer des Bezahldienstes PayPal und der Raumfahrtfirma SpaceX, gehört der Firma allerdings nicht an, er ist "nur" ihr Ideengeber. Um sein Hyperloop-Projekt voranzutreiben, hat Elon Musk einen Design-Wettbewerb ausgelobt, an dem anfangs über 120 Teams aus der ganzen Welt mit insgesamt rund 1.000 Technikstudenten teilnahmen. Sieger des ersten Wettbewerbs im Januar 2017 war das Hyperloop-Team der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft für Raketentechnik und Raumfahrt (WARR) der TU München. Und auch den zweiten Wettbewerb Ende August 2017 konnten die Studierenden der TU München für sich entscheiden.

Hyperloop Pod II der TU München hängt die Konkurrenz ab

Auf dem Firmengelände von SpaceX in Los Angeles traten in der zweiten Wettbewerbsrunde noch mehr als zwanzig Teams aus aller Welt gegeneinander an. Gesucht war der schnellste sogenannte Pod: Das Gefährt, das am schnellsten auf einer Schiene durch die Vakuum-Teströhre rast. Die Drittplazierten, das Team Swissloop der ETH Zürich, erreichten mit ihrer Kapsel 39 km/h. Das Team Paradigm Hyperloop der Northeastern University and Memorial University of Newfoundland & Labrador schaffte 104 km/h. Mit 324 km/h ging das Münchner WARR-Hyperloop-Team als klarer Sieger hervor.

Antrieb erstmals erfolgreich getestet

Eine Mischung aus Magnetschwebebahn und Luftkissenfahrzeug: der Hyperloop

Hyperloop One hatte den Antrieb für das geplante futuristische Rohrtransport-System in der Wüste von Nevada im Mai 2016 zum ersten Mal erfolgreich getestet. Dabei wurde eine Art übergroßer Schlitten mit Elektromagnet-Antrieb auf Gleisen innerhalb einer Sekunde auf eine Geschwindigkeit von rund 160 km/h beschleunigt. Das Fahrzeug wurde anschließend von einem Sandwall gestoppt, da das Bremssystem noch nicht fertig war. Von einer Kapsel in einer Vakuumröhre ist das System noch weit entfernt - ebenso von den anvisierten 1.200 km/h - das wäre dann annähernd Schallgeschwindigkeit.

Elon Musks Vision: "Auf Luftkissen gebettet"

Hyperloop - ein solarbetriebenes, erhöht fahrendes Rohrtransportsystem

Elon Musk hatte seine Hyperloop-Vision 2013 vorgestellt und öffentlich dazu eingeladen, sie mittels "Crowdfunding" und "Crowdsourcing" weiterzuentwickeln. Menschen sollen wie eine überdimensionierte Rohrpost auf Reisen geschickt werden und das bei nahezu Schallgeschwindigkeit. Während ein geplanter Schnellzug zwei Stunden und 38 Minuten bräuchte, ein Flugzeug eine Stunde und 15 Minuten, soll die Hyperloop-Kapsel die 600 Kilometer von San Francisco nach Los Angeles in nur 35 Minuten zurücklegen. Sie soll bis zu 30 Leute fassen. Und alle 30 Sekunden soll eine neue Kapsel an einem der neuen Bahnhöfe auf die Reise gehen.

Um den bei diesem Tempo massiven Luftwiderstand zu verringern, muss der Druck in der Röhre abgesenkt werden und eine Turbine vorne an der Kapsel die Luft "wegschaufeln". Sie soll auch das Luftpolster erzeugen und mit für den Antrieb sorgen. Der elektrische Hauptantrieb würde an den Wänden der Röhre sitzen und im Idealfall von Solarzellen auf der Röhre gespeist werden.

"Open-Source-Entwurf"

Eine Alternative zum Zug oder dem Flugzeug: eine Skizze des neuen Massen-Transportmittels.

Nötig wäre der Bau einer Trasse: zwei nebeneinander verlaufende Röhren auf Stelzen. Musk veranschlagt Kosten bis zu 5,6 Milliarden Euro für das Projekt. Dennoch glaubt er, Hyperloop koste nur ein Zehntel des von der kalifornischen Regierung geplanten Schnellzugs - und sicherer sei er dazu. Allerdings ist das Projekt noch weit von der Realisierung entfernt und hat keine "Toppriorität" bei Musk. Er sei nur der Ideengeber, das Projekt könne jemand anders umsetzen. Vielleicht weil er ahnt, dass der Staat Kalifornien ein solches Projekt in dem dicht besiedelten Gebiet nicht genehmigen würde?

Wer ist Elon Musk?

PayPal-Gründer Elon Musk - Visionär und Ideengeber

Der 1971 in Südafrika geborene PayPal-Gründer hat bislang die Finanzwelt, die Autobranche und die Raumfahrt aufgemischt: Der Internet-Bezahldienst PayPal, das Tesla-Elektroauto und das Unternehmen SpaceX mit dem privaten ISS-Raumfrachter "Dragon" und der Entwicklung einer wiederverwendbaren Rakete gehen auf sein Konto.

Seit 2006 betreibt Musk gemeinsam mit zwei Cousins zudem die Firma SolarCity, die Solarstromanlagen konzipiert, vertreibt und installiert.

2015 beteiligte er sich an der Gründung von OpenAI. Die gemeinnützige Gesellschaft hat die Erforschung künstlicher Intelligenz zum Ziel, die laut Unternehmen der ganzen Menschheit dienen soll. Im März 2017 gab er außerdem bekannt, sich an dem Unternehmen "Neuralink" beteiligt zu haben. Die Firma entwickelt ein Brain-Computer-Interface, eine Schnittstelle zwischen menschlichem Gehirn und Computer.

Musks Vermögen wurde im Jahr 2016 auf rund 10,7 Milliarden US-Dollar geschätzt. Das "Time Magazine" nahm ihn in ihre Liste der einhundert Menschen auf, die die Welt am meisten verändert haben. "Iron Man"-Regisseur Jon Favreau nahm sich Musk zum Vorbild für die Filmfigur des genialen Milliardärs Tony Stark.


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