Der älteste Dickschädelsaurier Nordamerikas
Im Süden Kanadas wurde eine neue Dickschädelsaurierart entdeckt: Der Akrotolus audeti lebte schon vor etwa 85 Millionen Jahren. Der Pflanzenfresser war nur etwa 40 Kilo schwer und so groß wie ein Hund. Für Mitentdecker David Evans (Royal Ontario Museum in Toronto) liefert der Fund einen wichtigen Forschungsbeitrag: Der Akrotolus ist ein Beispiel dafür, dass es wohl viel mehr verschiedene kleine Dinosaurier gegeben hat als bisher angenommen. Nur bleiben die Knochen der kleinen Dinosaurier seltener erhalten als die der größeren.
Dino-Sterben These vom Asteroiden-Einschlag belegt
Ein gewaltiger Asteroiden-Einschlag war die Ursache für das Dinosaurier-Sterben. Nun konnten Forscher erstmals die beiden Ereignisse in einen engeren zeitlichen Zusammenhang bringen.
Die Theorie klingt einleuchtend: Vor rund 65 Millionen Jahren geht ein Asteroid im Golf von Mexiko nieder. Durch den Einschlag wird so viel Staub in die Atmosphäre gewirbelt, dass jahrelang kaum noch Sonne zur Erde durchdringt. Die Folge: ein Massensterben unter Dinosauriern und zahlreichen anderen Arten. Nun konnte diese These dank verbesserten Analysemethoden untermauert werden.
Zeitliche Nähe der Ereignisse
Bisher gab es keine Beweise, dass die beiden Ereignisse - der Asteroideneinschlag und das Aussterben der Dinosaurier - zeitlich tatsächlich zusammenfielen.
"Bisher war immer das Problem, dass die Fehlertoleranz der Hauptdatierungsmethode bei ungefähr einem Prozent lag. Bei 66 Millionen Jahren sind das schon 660.000 Jahre - also ziemlich ungenau."
Heiko Pälike, Professor für Paläozeanographie vom an der Studie beteiligten Forschungszentrum Marum der Universität Bremen
Die mittlerweile verbesserte Messmethode liegt bei einer Fehlertoleranz von 0,1 Prozent. Damit wurden Proben aus dem Übergang von der Kreidezeit zum Paläogen, also aus der Zeit, in der die Dinosaurier ausstarben, untersucht. Außerdem analysierten Forscher kleine Glasobjekte, die beim Einschlag des Asteroiden in Mexiko entstanden sind. "Sie konnten darlegen, dass die beiden Ereignisse innerhalb einer Fehlertoleranz von 33.000 Jahren zusammenliegen," erläuterte Heiko Pälike. Das Fazit der Forscher: Die Studie untermauert die Asteroiden-Hypothese. Vulkanausbrüche und Klimaveränderungen, die lange ebenfalls als alleinige Ursache in der Diskussion standen, scheiden dagegen aus.
Große Pflanzenfresser waren schon vorher bedroht
Doch die Forscher gehen auch davon aus, dass die Dinosaurier zuvor schon sehr geschwächt waren. Damit schließen sie sich einer vorangegangenen Studie deutscher und US-amerikanischer Forscher an. Diese gehen davon aus, dass vor allem die Zahl der großen Pflanzenfresser schon in den letzten zwölf Millionen Jahren der Kreidezeit zurückgegangen ist. Die Kreidezeit begann vor rund 145,5 Millionen Jahren und endete vor etwa 65,5 Millionen Jahren. Betroffen seien vor allem Hadrosaurier und Ceratopsier, so die Forscher um Richard Butler von der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Zu ihnen gehören der gehörnte Triceratops und seine Verwandten, aber auch viele Entenschnabelsaurier.
Unterschiede im Körperbau als Zeichen für Vielfalt
Für ihre Untersuchungen haben die Wissenschaftler zum einen die Artenzahl analysiert. Zusätzlich haben sie die anatomischen Merkmale der Skelette von 150 Arten erfasst. So haben sie nachvollzogen, wie stark sich die Gestalt der Tiere verändert hat. Gab es viele Unterschiede im Körperbau, haben die Paläontologen das als Hinweis auf eine große ökologische Vielfalt innerhalb der Gruppe gewertet. Das Ergebnis: Bei großen Pflanzenfressern ist die Diversität bereits in der Endphase der Kreidezeit deutlich zurückgegangen. Das könnte ein Grund dafür sein, dass sie vom Aussterben bedroht waren.
Einige Arten haben zugelegt
Fleischfressende Dinosaurier wie der Tryrannosaurus rex, mittelgroße und riesige Pflanzenfresser haben diese Periode dagegen offenbar gut überstanden. Den Forschern zufolge blieb ihre Diversität stabil oder erhöhte sich sogar leicht. Das Studienergebnis bezieht sich allerdings lediglich auf Saurier in Nordamerika. In Asien nahm die Diversität der Hadrosaurier sogar zu. Die Ursachen dahinter könnten geografische sein. Die Forscher wollen deshalb in einem nächsten Schritt auch Tiere in Südamerika, Afrika und Europa untersuchen, um nach einem weltweiten Muster zu suchen.
Saurier-Sterben komplexer als gedacht
Insgesamt muss man sich das Ende der Urzeitbewohner aber deutlich komplexer vorstellen als bislang gedacht. Die Saurier sind weder alle auf dem Höhepunkt ihrer Entwicklung vernichtet worden noch war das Massensterben der Endpunkt eines langsamen Niedergangs aller Dinosaurier.

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