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DWD-Wetterbilanz 2017 Zu warm und mit extremen Wetter-Ereignissen

Unbeständig, oft extrem und insgesamt sehr warm: Das ist eine erste Bilanz des Wetter-Jahres 2017 des Deutschen Wetterdienstes. Bayern war demnach 2017 das kälteste Bundesland – aber eben auch das mit dem meisten Sonnenschein.

Stand: 02.01.2018

Tornado am späten Nachmittag des 09.03.2017, Kürnach bei Würzburg  | Bild: picture alliance / Detlef Dücker/dpa

Nach Auswertung der Daten von rund 2.000 Wetter-Stationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zählt auch 2017 wieder zu den wärmsten Jahren seit Beginn der Wettermessungen: Mit 9,6 Grad Celsius war das Jahr 1,4 Grad wärmer als die Jahre im Zeitraum von 1961 bis 1990 und eines der acht wärmsten seit Beginn der Messungen 1881. Daneben zeichnete sich das Wettergeschehen in Deutschland im vergangenen Jahr durch Unbeständigkeit und starke Wetterextreme aus. Beispiele sind das Sturmtief "Axel", das Anfang Januar klirrende Kälte, viel Schnee und Eis mit sich brachte und "Xavier" Anfang Oktober, das vor allem im Norden Deutschlands wütete, einem Tornado in Unterfranken, extremen Niederschlägen und Kälteeinbrüchen.

Reit im Winkel mit Kälterekord und milder März

Im Januar ließen Temperaturen weit unter 0 Grad Celsius und teilweise starker Nachtfrost Seen, Bäche und Flüsse gefrieren. Auch der Kälterekord fiel gleich zu Beginn des Jahres: Am 7. Januar meldete Reit im Winkl nachts mit -26,3 Grad Celsius die kälteste Temperatur des Jahres. Doch schon im Februar schneite es im Flachland kaum noch und der Winter schien vorbei zu sein.

Tornado in Unterfranken, Kälteeinbruch im April

9. März 2017: Tornado im unterfränkischen Kürnach bei Würzburg

Im März wurde Unterfranken von einem Tornado überrascht: Mit Stärke F1 und einer Geschwindigkeit von 118 bis 180 Kilometern pro Stunde fegte er über Kürnach bei Würzburg und beschädigte mehr als 50 Häuser.

Ansonsten bestätigte der März ansteigende Temperaturen: Mit 7,2 Grad Celsius im Monatsmittel und fast sommerlichen Temperaturen in der letzten Woche besonders im Süden und Westen Deutschlands war der März 2017 der wärmste März seit Messbeginn 1881. Mit den Frühlingsgefühlen war aber spätestens im April Schluss: Plötzlicher Frost und eisige Kälte machten vor allem auch Obstbauern das Leben schwer. Der Mai war vor allem feucht und mündete in eine erste Hitzewelle.

Feuchter Sommer

Und mit der Hitze im Juni wurde auch gleich der Hitzerekord 2017 erreicht: Am 22. Juni stieg die Temperatur im rheinland-pfälzischen Trier-Petrisberg auf 37,2 Grad Celsius. War der Juni noch ein wenig trocken und warm, so blieb die Hitze den Sommer über vor allem dem Süden erhalten, während es im Norden Deutschlands durchschnittlich kühler war. Gefühlt war der Sommer 2017 in Deutschland kein "echter" heißer Sommer. Das lag vor allem am vielen Regen, der im Juli und August fiel. Der Niederschlag setzte sich im September fort und brachte dazu ein wenig unterdurchschnittliche Temperaturen.

Sturmtief "Xavier"

Extremwetter: Der 1.000 Tonnen schwere Kran wurde von den SOrkanböen "Xaviers" aus den Angeln gehoben.

Im Oktober folgte wieder das Gegenteil: Dieser gehörte wieder zu den wärmsten seit 1881. Am 5. Oktober wütete "Xavier" vor allem über den Norden und Osten Deutschlands. Seine Orkanböen hoben einen 1.000 Tonnen schweren Eisenkran in Wilhelmshaven in die Jade. Der Bahnverkehr kam teilweise zum Erliegen, am Ende starben acht Menschen durch die Folgen des Sturms.

"Land unter" in Berlin

Extremwetter: Plötzliche heftige Regenfälle in Berlin am 29.06.2017

Mit dem November kam dann wieder eine ausdauernde Niederschlagsperiode, die bis zum Jahresende anhielt – so wurde insgesamt übers Jahr gerechnet mit rund 850 Litern pro Quadratmetern das Soll um acht Prozent übertroffen. Dabei fiel die größte Wassermenge an einem Tag in Berlin-Tegel am 29. Juni mit 196,9 Litern pro Quadratmetern. Am trockensten blieben der nördliche Oberrheingraben und das südöstliche Harzvorland mit lokal weniger als 500 Liter pro Quadratmeter im gesamten Jahr. Der bundesweit meiste Niederschlag fiel am Alpennordrand, örtlich waren es mehr als 2.500 Litern pro Quadratmeter.

Bayern: Viel Regen und am kältesten

Mit 8,8 Grad Celsius im Durchschnitt lag Bayern im Jahr 2017 zwar 1,3 Grad über dem langjährigen Mittel – aber unter dem bundesweiten Durchschnitt. Und so war Bayern im vergangenen Jahr im Schnitt das kälteste aller Bundesländer. Gleichzeitig war es im Freistaat mit über 950 Litern pro Quadratmeter auch ziemlich feucht. Spitzenreiter war bei den Niederschlägen allerdings das Saarland, das beinahe 990 Liter pro Quadratmeter verzeichnete.

Sonnenkönig Bayern

2017: Viel Sonnenschein für Bayern

Mit fast 1.755 Stunden war Bayern 2017 aber auch das sonnenscheinreichste Bundesland. Rar machte sich die Sonne dagegen in Niedersachsen, das mit 1.410 Stunden am wenigsten Sonnenschein abbekam. Durchschnittlich schien die Sonne in Deutschland mit 1.595 Stunden vier Prozent mehr als im vieljährigen Mittel.


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