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Anne-Frank-Realschule Deutscher Schulpreis geht nach Pasing

Lernhäuser, Lernbüros und Logbücher: Für ihre originellen Ideen und Einrichtungen hat die Anne-Frank-Realschule in München-Pasing bereits mehrere Preise eingeheimst. 2014 wurde sie mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet.

Stand: 17.12.2014

Anne-Frank-Realschule in München-Pasing | Bild: Peter Kneffel/dpa

Der mit 100.000 Euro dotierte Deutsche Schulpreis ging 2014 an die Anne-Frank-Realschule in München-Pasing. Sie leiste mit ihrem naturwissenschaftlichen Profil einen wichtigen Beitrag dazu, Mädchen für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern und dem Fachkräftemangel in diesen Berufen entgegenzuwirken, hieß es in der Begründung der Jury.

Der Deutsche Schulpreis

Die Robert-Bosch-Stiftung vergibt den Deutschen Schulpreis seit 2006 gemeinsam mit der Heidehof Stiftung. Bei der Entscheidung über die Preisträger bewertet eine Fachjury aus Schulpraktikern und Wissenschaftlern sechs Qualitätskriterien: Leistung, Umgang mit Vielfalt, Unterrichtsqualität, Verantwortung, Schulleben und "Schule als lernende Institution".

Schülerinnen bei gemeinsamer Arbeit

Projekte sind ein fester Bestandteil des Unterrichts an der Mädchenrealschule. Meist kommen dazu externe Referenten in die Schule, zum Beispiel Studentinnen und Studenten der Münchner Universitäten. Das Lernen in Projekten fördert nämlich laut Schulleiterin Eva-Maria Espermüller nicht nur selbstständiges Denken und Problemlösen, sondern auch die soziale Kompetenz.

"Das höchste Ziel ist, mündig zu sein fürs Leben. Wir möchten, dass die Schülerinnen Selbstbewusstsein haben, dass sie wissen, was sie wollen oder nicht wollen, und lernen, soziale Verantwortung zu übernehmen."

Eva-Maria Espermüller, Schulleiterin

Außenminister Frank-Walter Steinmeier überreichte den Preis.

Dieser Leitgedanken spiegelt sich auch in der räumlichen Organisation der Schule wider: Um den Zusammenhalt unter den Schülerinnen zu stärken, ist das Gebäude entsprechend den Ausbildungsrichtungen in drei Einheiten, sogenannte "Lernhäuser", gegliedert. Es gibt je ein Lernhaus für Französisch, Sozialwesen und Naturwissenschaften. Rund die Hälfte der insgesamt 640 Schülerinnen besucht das naturwissenschaftliche Lernhaus.

Selbstbestimmtes Arbeiten im Lernbüro

Lernen im Lernbüro

Gelernt wird an der Ganztagsschule nicht nur im Unterricht mit den Lehrern, sondern auch selbstständig im "Lernbüro". In jahrgangsgemischten Gruppen sollen die Schülerinnen neue Themen erarbeiten und Bekanntes üben. Lernbüros gibt es derzeit für Mathe, Deutsch und Englisch. Die Mädchen entscheiden selbst, welches sie wann und wie oft besuchen.

Logbuch lenkt das Lernen

Ein Teil der Schülerinnen der Anne-Frank-Realschule

Damit das selbstständige Lernen nicht in eine falsche Richtung führt, dokumentieren die Mädchen ihre Lernerfahrungen in ihrem persönlichen Logbuch. Mit diesem gehen sie alle zwei Wochen zu einem Vieraugengespräch mit dem Klassenlehrer. Das ist für die Schülerinnen manchmal nervig. Das Logbuch hilft den Lehrerinnen und Lehrern aber, sie beim Lernen auf dem richtigen Kurs zu halten.

Viele Einser-Abschlüsse

Der Erfolg gibt der Anne-Frank-Realschule in München-Pasing Recht. Bei den letzten Abschlussprüfungen haben alle Schülerinnen bestanden, darunter einige mit der Note Eins. Knapp ein Drittel der Abgängerinnen entscheiden sich für einen Beruf aus dem Feld Natur und Technik.


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