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Asteroiden-Abbau Träume vom Goldrausch im Weltall

Science-Fiction oder sinnvolle Schatzsuche? Google-Gründer Larry Page und Avatar-Regisseur James Cameron beteiligen sich an der Suche nach Rohstoffen im All. Ihr Ziel: Der Abbau von Eisen, Platin und Wasser auf Asteroiden.

Stand: 25.04.2012

Asteroid als möglicher Rohstoff-Lieferant | Bild: NASA / JPL Caltech

"Planetary Resources" heißt die US-Firma, die davon träumt, mit eigenen Raumfahrzeugen und ausgestattet mit Robotern bestimmten Asteroiden auf den Leib zu rücken. Dort sollen Metalle wie Eisen, Gold oder Platin abgebaut, aber auch Wasser gesucht und gefunden werden. Mit dem Wasserstoff und Sauerstoff könnte der Raketentreibstoff für Raumschiffe direkt im All hergestellt werden und müsste nicht erst kostspielig dorthin transportiert werden. Die Firmengründer von Planetary Resources sehen Asteroiden sogar als Tankstellennetzwerke, um in die Tiefen des Weltraums vorzudringen.

Bergbau im All: Visionen

Pioniere der kommerziellen Raumfahrt

Mit von Partie bei dem neuen Weltraumprojekt sind bekannte Namen: Chris Lewicki, ehemaliger NASA-Ingenieur und Firmenchef von Planetary Resources mit Sitz in Bellevue nahe Seattle, sieht sich selbst als Asteroiden-Ausbeuter. Firmengründer Eric Anderson verspricht einen Goldrausch im Weltall, betont aber, dass sie keine spinnerten Träumer sind. Peter Diamandis, Firmenmitgründer und Geschäftsführer der X-Prize Foundation, ist überzeugt, dass ihre ambitionierten Pläne durchaus umsetzbar sind. Aber dass sie auch scheitern können, daraus machen die Asteroiden-Jäger keinen Hehl.

Zeitplan bis zur Ausbeute

Weltraumteleskop Leo von Planetary Resources - mit ihm sollen erdnahe Asteroiden untersucht werden.

Der Zeitplan sieht vor, innerhalb der nächsten zwei Jahre ein erstes Raumfahrzeug namens "Arkyd" mit einem privaten Teleskop erdnahe Asteroiden untersuchen zu lassen. Rund 8.900 Asteroiden kämen in Frage, die in wenigen Monaten erreichbar wären. Innerhalb der nächsten zehn Jahre soll dann klar sein, welche sich zur Rohstoffausbeute eignen. Investorengelder sind wohl ausreichend vorhanden, jetzt sucht Firmengründer Chris Lewicki geeignete Ingenieure, die, so wörtlich, "dieser Sache ihr Leben widmen".

Großer Aufwand - wirtschaftlich fragwürdig

Wirtschaftlich wird sich die Sache in nächster Zeit wohl nicht rechnen, sagt Professor Roger Förstner, Raumfahrtexperte von der Bundeswehruniversität in München gegenüber B5 aktuell. Dennoch könnte es eine Investition in die Zukunft sein. Denn nach Einschätzung von Experten bestehen einige Asteroiden aus mehr Eisen, als in der bisherigen Menschheitsgeschichte verbraucht wurde.

Schwierigkeiten beim Rohstoffabbau

Eine Machbarkeitsstudie in den USA hat bestätigt, dass es mit der heutigen Technologie machbar sei, einen Asteroiden von 500 Tonnen und sieben Meter Durchmesser in die Mondumlaufbahn zu schleppen und dort auszubeuten. Bis 2025 könnte es so weit sein. Aber allein das Einfangen und Abschleppen des Asteroiden würde rund zwei Milliarden Euro kosten. Die Kosten für den Abtransport der Rohstoffe zur Erde sind da noch nicht mitgerechnet.

Erste Erfahrungen, wie schwierig es ist, Material aus dem All zur Erde zu bringen, haben die Astronauten des "Apollo"-Programms gesammelt. Sie brauchten sechs Flüge, um 382 Kilo Mondgestein mitzubringen. Und im Jahr 2010 brachte die japanische Weltraumsonde "Hayabusa" zum ersten Mal Bodenproben eines Asteroiden zur Erde: Es waren 1.500 winzige Gesteinspartikel. Das sind noch keine Mengen, bei denen richtige Goldgräberstimmung aufkommt.


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