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Alltagswissen Rätsel des Haushalts

Warum verlieren Tomaten im Kühlschrank an Geschmack? Wir haben das Rätsel gelöst! Und wir wissen auch, woher die Zahnpasta ihre Streifen bekommt und wieso der Duschvorhang immer an einem selbst klebt, Kleber aber nie in der Tube.

Stand: 03.01.2018

Küchenschwamm auf einer Hand dazu 3 Fragezeichen in ein Gedankenblase | Bild: colourbox.com, Montage BR

Warum sind Küchenschwämme Keimschleudern?

Eklig trotz Wasser und Seife

Bei jedem Abspülen badet der Küchenschwamm in warmem Seifenwasser. Da müsste er doch eigentlich immer sauber sein. Ist er aber nicht. Ganz im Gegenteil: Ein Küchenchwamm ist meist eine eklige Keimschleuder.

Massen von Bakterien

Wissenschaftler der Hochschule Furtwangen haben 2017 in ihrer nach eigenen Angaben "weltweit ersten umfassenden Studie zur Keimbelastung gebrauchter Küchenschwämme" festgestellt: In den 14 von ihnen untersuchten Schwämmen tummelten sich 362 verschiedene Arten von Bakterien. Unter den zehn häufigsten waren die Hälfte potenzielle Krankheitserreger.

Warm und viel Platz

Küchenschwämme bestehen überwiegend aus Schaumstoff wie Polyurethan. Sie haben eine Unzahl von Poren und deshalb eine riesige innere Oberfläche. Das bietet Mikroorganismen viel Platz zum Wachsen. Im Schwamm finden Bakterien zudem optimale Lebensbedingungen: neben der großen Oberfläche zum Aufwachsen viel Feuchtigkeit und viele Nährstoffe, etwas aus Lebensmittelresten und Schmutz.

Reinigen bringt nichts

Den Schwamm regelmäßig in der der Mikrowelle oder durch Auswaschen zu reinigen, hilft übrigens nichts. Die Wissenschaftler fanden dann sogar deutlich höhere Anteile der potenziell krankmachenden Bakterien. Sie vermuten, dass die Reinigung von Schwämmen zwar zu einer kurzfristigen Verminderung der Keimzahl führt. Danach wächst die Zahl der Bakterien aber wieder schnell und stark. Statt den Küchenschwamm zu reinigen sollte man ihn also regelmäßig gegen einen neuen austauschen.

Frisst die Waschmaschine Socken?

Frisst die Waschmaschine Socken?

Gibt es in Ihrem Schrank auch so viele traurige Single-Socken? Manche Strümpfe gehen verloren, weil wir schlampig sind. Andere scheinen im Nirwana der Waschmaschine zu verschwinden. Können Waschmaschinen tatsächlich Socken fressen?

Auf der Spur der Socken

Auf Anfrage bestritt ein Hersteller von Waschmaschinen zwar vehement, dass in seinen Maschinen Socken verschwinden, doch drei andere Firmen gaben zu: "Ja, das Phänomen gibt es." Es hängt mit dem sogenannten Faltenbalg zusammen - der Gummidichtung zwischen Trommel und Tür.

Ab durch die Ritze

Bei hohen Drehgeschwindigkeiten kann es vorkommen, dass Kleinteile wie Socken oder Slips quasi unter der Gummidichtung hindurch aus der Trommel, die beweglich in der Maschine hängt, geschleudert oder gedrückt werden. Sie landen dann am Gehäuseboden.

Wenn der Mechaniker kommt

Dort unten gammeln die Socken dann vor sich hin. Solange bis mal zufällig ein Mechaniker vorbeikommt, die Maschine aufschraubt und die Socken aus ihrer Isolation befreien.

Je älter, desto gefräßiger

Sockenfraß komme aber nur sehr selten vor, betonen die Hersteller. Alte Maschinen seien außerdem anfälliger als neue. Wahrscheinlich liegen viel mehr einzelne Socken unter dem Bett oder in einer Schublade als am Boden der Waschmaschine.

Warum verlieren Tomaten im Kühlschrank an Geschmack?

Frisch schmeckt besser

Tomaten schmecken oft nach wenig bis gar nichts. Noch fader werden sie, wenn sie längere Zeit im Kühlschrank liegen. Forscher von der University of Florida haben herausgefunden, warum das so ist. Sie ließen zunächst 76 Testpersonen Tomaten probieren: Entweder frische Exemplare oder Früchte, die sieben Tage bei fünf Grad Celsius im Kühlschrank gelegen hatten. Ergebnis: Die frischen Tomaten schmeckten im Durchschnitt besser.

Flüchtige Stoffe

Anschließend untersuchten die Forscher die Stoffe, die zum Geschmack der Tomate beitragen: Kohlenhydrate, organische Säuren und flüchtige Stoffe. Bei Kohlenhydraten und Säuren entdeckten die Biologen kaum einen Unterschied zwischen frischen und gekühlten Tomaten. Anders sah es bei den flüchtigen Stoffen aus. Dazu gehören unter anderem Lipide und Alkohole, aber auch für die Fruchtreifung wichtige Komponenten. Sie heißen flüchtige Stoffe, weil sie durch die Stängelnarbe der Tomate entweichen können. Deshalb müssen sie von den Zellen der Frucht ständig nachproduziert werden, sonst verliert die Tomate an Geschmack.

Geschmack ade

Doch genau dieses Nachproduzieren ist bei der gekühlten Frucht bei vielen Stoffen heruntergefahren: Nach sieben Tagen Kühlung hatte sich die Menge der flüchtigen Stoffe um bis zu 65 Prozent verringert. Bei einigen Komponenten zog die Produktion wieder an, wenn die Tomaten nach der Kühlung auf 20 Grad Celsius erwärmt wurden. Doch insgesamt blieb der Anteil der flüchtigen Stoffe auch bei diesen Tomaten deutlich unter dem der ungekühlten Früchte, schreiben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift "Proceedings" im Oktober 2016.

Warum gehen Schleifen von alleine auf?

Problem Schleife

Das Problem kennt jeder, doch manche leiden besonders darunter, zum Beispiel Trainer von Kinder-Fußballmannschaften: Schleifen am Schuh, die andauernd aufgehen. Aber warum lösen sich die Schnürsenkel immer wieder? Wissenschaftler der University of California in Berkeley haben das Phänomen untersucht und die Ursache des Schleifenproblems entdeckt.

Schwingen und Stampfen

Zunächst beobachteten Christopher Daily-Diamond und seine Kollegen, dass sich Schnürsenkel nicht lockern, wenn man im Sitzen das Bein lediglich hin- und herschwingt. Auch bloßes Stampfen auf den Boden reichte nicht aus, um den Knoten zu lösen. Um herauszufinden, was genau geschieht, wenn eine Schleife aufgeht, stieg die Forscherin Christine Gregg auf ein Laufband. Ihre Kollegen zeichneten dann Zeitlupen-Videos ihrer Schnürsenkel auf, wenn sie ging oder rannte. Zudem schnürten die Wissenschaftler eine Schleife um ein spezielles Pendel, damit sie die einzelnen Kräfte, die auf die Senkel wirken, besser isoliert voneinander untersuchen konnten.

Schwerkraft und Trägheit

Das Ergebnis der Untersuchung lautete: Beim Auftreten erhöht sich die auf den Knoten wirkende Schwerkraft erheblich. Als Reaktion auf diese Kräfte dehnt und entspannt sich der Knoten abwechselnd. Dadurch lockert er sich nach und nach. Gleichzeitig wirken Trägheitskräfte an den losen Enden der Schnürsenkel, die beim Laufen vor- und zurückschwingen. Sie ziehen den Knoten schließlich auf.

Knoten

Die Wissenschaftler fanden allerdings auch Schleifen-Varianten, deren Knoten besser hielten als andere. Der sogenannte "Altweiberknoten" war eine Variante, die sich in den Versuchen besonders schnell löste. Der klassische Kreuzknoten hielt hingegen länger, löste sich schließlich aber auch. Die beiden Schleifen-Varianten unterscheiden sich dadurch, wie beim Binden der lose Senkel um die Schlaufe geführt wird - von vorne oder von hinten. Die Forscher raten dazu, einmal selbst mit den Schleifen zu experimentieren, um den Unterschied herauszubekommen.

Senkel

Das Schleifenproblem ist laut der kalifornischen Wissenschaftler alles andere als abschließend erforscht. Viele Fragen zu den mechanischen Grundlagen sind noch offen. Auch der Einfluss des Senkelmaterials und seiner Oberfläche sei noch nicht geklärt. "Einige Senkel eignen sich vielleicht besser als andere zum Schnüren eines Knotens, aber die zugrundeliegenden Mechanismen beim Versagen des Knotens sind dieselben, nehmen wir an", sagt Christine Gregg.

Warum sieht man sich in einem Löffel verkehrt herum?

Auf dem Kopf

Wenn wir in einen Löffel schauen, können wir unser Spiegelbild erkennen. Handelt es sich dabei um die Löffelinnenseite, dann steht das Spiegelbild auf dem Kopf. Das liegt daran, dass die Innenseite des Löffels nach innen gewölbt ist und wie ein Hohlspiegel funktioniert. Bei einem normalen Spiegel werden die parallel auftreffenden Lichtstrahlen fast gerade ins Auge zurückgeworfen. Aufgrund der Krümmung des Löffels werden sie jedoch in Richtung der Löffelmitte abgelenkt. Dabei werden die Lichtstrahlen, die oben auf den Löffel treffen nach unten und die Lichtstrahlen, die unten ankommen, nach oben zurückgeworfen. Dadurch entsteht das verkehrte Spiegelbild.

Wie eine Lupe

Wenn wir nahe genug an den Löffel herankommen, ist das Spiegelbild auf einmal wieder richtig herum zu sehen. Das liegt daran, dass sich die abgelenkten Lichtstrahlen im sogenannten Brennpunkt in einiger Entfernung vor dem Löffel kreuzen. Stehen wir nun hinter diesem Brennpunkt, dann sehen wir uns verkehrt herum. In dem Bereich ganz nah am Löffel kreuzen sich die Stahlen aber noch nicht, deshalb können wir uns richtig herum sehen. Weil die Löffelinnenseite das Licht bündelt, würde sie wie eine Lupe leicht vergrößern. Dieses Prinzip kennen wir vom Rasier- oder Kosmetikspiegel.

Verzerrt dargestellt

Die Rückseite des Löffels ist hingegen nach außen gewölbt, weshalb das reflektierte Licht hier noch weiter nach außen abgelenkt wird. Das heißt, dass die Lichtstrahlen, die im oberen Teil des Löffels auftreffen noch stärker nach oben abgelenkt werden und die, die im unteren Teil auftreffen noch stärker nach unten abgelenkt werden. Deshalb sehen wir unser Spiegelbild auf dieser Seite auch richtig herum. Allerdings wird das Bild ein wenig verzerrt dargestellt wie bei einer Weitwinkelaufnahme. Auf diese Weise wird ein viel größerer Bereich erfasst - ein Effekt, der zum Beispiel bei Verkehrsspiegeln genutzt wird.

Warum klebt Kleber nicht in der Tube?

Er klebt doch überall

Er klebt ja schließlich fast überall, wo er nicht kleben soll: am Ärmel, auf der Tischplatte - aber in der Tube klebt Kleber noch nicht. Warum eigentlich nicht? Was bringt den Kleber "draußen" zum Kleben?

Partner gesucht

Damit Geklebtes auch wirklich hält, muss der Kleber aushärten. Dazu muss entweder sein Lösungsmittel verdunsten, oder er muss mit einem anderen Stoff reagieren - einer zweiten Komponente. Das kann auch der Sauerstoff oder Wasserdampf der normalen Luft sein. Doch in allen Fällen gilt: Der Kleber muss erst mal aus der Tube.

Warum klebt Kleber überhaupt?

Beim Kleben wirken zwei Kräfte: Adhäsion bindet Moleküle verschiedener Stoffe - den Kleber an den Tassenhenkel. Kohäsion hält die Moleküle des Klebers aneinander, so dass der Klebefilm nicht bröselt oder reißt. Die gleichen Kräfte wirken auch bei Wasser, aber nicht sehr stark. Bei Klebstoff wird diese Verbindung durch das Aushärten extrem dauerhaft.

Warum klebt der Duschvorhang?

Aufdringliches Plastik

Jeder kennt es: Kaum hüllt der wohltuend warme Wasserstrahl den Körper ein, ist er da: Aufdringlich klebt der Duschvorhang an der nackten Haut. Aber wieso eigentlich?

Heißduscher unter Druck

Schuld ist der Unterdruck: Der Wasserstrahl reißt Luft mit sich fort. In das entstandene Vakuum strömt von der Seite neue Luft - und nimmt dabei den Duschvorhang mit. Je heißer man duscht, umso aufdringlicher wird das Plastik. Denn jetzt entweicht zusätzlich die warme Luft aus der Dusche nach oben und verstärkt den Unterdruck.

Das Geheimnis der Kaffeeringe

Vom Tropfen zum Ring

Kaffeeringe

Wer Kaffee oder Rotwein verschüttet und nicht gleich wegwischt, hat später ein Problem: Dort, wo die Flüssigkeit war, ist jetzt ein Fleck mit einem dunklen Ring, der sich nur mühsam entfernen lässt. Physiker haben jetzt herausgefunden, wie diese Ringe entstehen - und wie sie sich verändern lassen.

Wanderung im Tropfen

Wassertropfen auf einem Blatt

Wenn ein Tropfen Kaffee oder Rotwein auf einer festen Oberfläche landet, bleibt sein Rand an winzig kleinen Unebenheiten hängen. Durch das Verdunsten wird das Volumen des Tropfens immer kleiner. Die Flüssigkeit strömt deshalb von seinem Zentrum zum Rand. Dort sammeln sich auch die festen Bestandteile in der Flüssigkeit an. Wenn die gesamte Flüssigkeit verdunstet ist, bleiben diese Teilchen als Ring zurück.

Tropfen unter dem Mikroskop

Frau am Mikroskop

Wie ein Fleck aussieht, hängt aber auch von der Form der Stoffe ab, die in der Flüssigkeit gelöst sind. Die Physiker in Philadelphia lösten daher bei ihren Experimenten winzig kleine, unterschiedlich geformte Kunststoffteilchen in Wasser auf und beobachteten sie unter dem Mikroskop.

Von Kugeln und Rugbybällen

Rugbyball

Kugelförmige Teilchen bewegten sich mit der Flüssigkeit an den Rand des Tropfens und lagerten sich dort ab. Teilchen, die dagegen ellipsoid, also etwa wie ein Rugbyball, geformt waren, blieben dagegen an der Tropfenoberfläche hängen, bildeten Netze und bewegten sich nicht zum Rand. Ergebnis war ein gleichmäßig gefärbter Fleck.

Manipulierte Flecken

Druckerpatronen

Rotwein- und Kaffeeflecken lassen sich mit dieser Erkenntnis nicht verhindern. Mit der Form der Teilchen in einem Tropfen könnte man aber das Aussehen von Flecken manipulieren. In der Praxis ließe sich das zum Beispiel bei Tintenstrahldruckern einsetzen: Ellipsoide Farbteilchen in der Tinte ergäben durchgehend farbige Punkte statt ungleichmäßiger, ringförmiger Flecken.

Wer hat eigentlich den Adventskranz erfunden?

Der Erfinder

Der Diakon Johann Hinrich Wichern (1808-1881) begann 1839 damit, in der Vorweihnachtszeit bis Heiligabend täglich eine Kerze anzuzünden. Der evangelische Theologe hatte 1833 ein altes Bauernhaus bei Hamburg bezogen und das erste Erziehungswerk gegründet. Das "Rauhe Haus" wurde zur Heimat für verwahrloste und verwaiste Kinder aus den Hamburger Elendsvierteln.

Die Idee

Laut Chronik des "Rauhen Hauses" fragten ihn die Kinder ständig, wann endlich Weihnachten sei. Wichern nutzte ihre Neugier, um ihnen das Zählen beizubringen: Auf einem hölzernen Wagenrad befestigte er so viele Kerzen, wie es Tage vom ersten Adventssonntag bis zum Heiligen Abend waren: weiße für die Sonntage und rote für die Werktage.

Die Verbreitung

Seit etwa 1860 wird der Adventskranz mit Tannengrün geschmückt. Die katholische Kirche übernahm den Brauch wohl zum ersten Mal 1925 in Köln. In München wurde der erste Adventskranz 1930 gesichtet. Mit der Zeit hat sich die Zahl der Kerzen auf vier reduziert - sonst wäre der Kranz für die Wohnzimmer der Bürgerhäuser einfach zu groß gewesen. Heute gibt es Adventskränze in allen Größen, Farben und Variationen: von überbordend bunt pompös bis zu minimalistisch schlicht; mit echtem Grün, aus Chilischoten, Tannenzapfen, Ästen, Treibholz, Metall oder sogar Beton; verziert mit Wolle, glänzenden Kugeln, getrockneten Früchten oder Süßigkeiten; von rund über länglich bis zu eher hoch als breit ... Wir wünschen Ihnen viel Freude mit Ihrer ganz eigenen Zählversion und eine schöne Vorweihnachtszeit!

Woraus besteht Staub?

Lästiger Fremdkörper

Staub ist nicht nur lästig, weil er ständig zum Staubwischen zwingt - er ist auch bei immer mehr Menschen der Auslöser für Allergien. Aber was ist Hausstaub eigentlich? Woraus besteht er, wo kommt er her und kann man ihn irgendwie vermeiden? Fragen über Fragen ...

Spuren im Staub

Hausstaub setzt sich aus den unterschiedlichsten organischen und anorganischen Stoffen zusammen. Prinzipiell kann man darin alles finden, was uns auch im täglichen Leben begleitet: Hautschuppen, Kleiderfasern, Haare, Pollen und sogar Spuren von Haarspray. In dieser bunten Mischung fühlt sich besonders die Hausstaubmilbe wohl.

6 Milligram am Tag

Pro Quadratmeter bilden sich täglich rund sechs Milligramm Staub. Quellen dafür gibt es viele: Abgestorbene Hautzellen fallen ab, Kleidung reibt sich an einem Stuhl und lässt Fasern zurück, durch die Fenster dringen Pollen und Abgase herein. Daran ändern kann man nichts - gelegentliches Staubwischen lässt sich also nicht vermeiden.


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