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Welche Blätter liegen da auf dem Boden?

Stand: 10.11.2017

Herbstlaub, darauf Sprechblase mit Fragezeichen | Bild: colourbox.com; Montage: BR

In der Schule lernen wir die kompliziertesten Formeln, aber wer erklärt uns die kleinen, alltäglichen Dinge? Warum ist die Banane krumm? Wieso ist Wasser nass? - Oft genug fällt selbst Wissenschaftlern die Antwort schwer. Wir haben ein paar der kniffligsten Fragen und überraschendsten Antworten zusammen gestellt. Auch für die Rätsel des Alltags gilt: Wer nicht fragt, bleibt dumm ...

Welche Blätter sind denn gefallen?

Wie wirft eine Pflanze ein welkes Blatt ab?

Verwelkte Blumenpracht

Jeder kennt es, kaum ist Geburtstag oder Valentinstag vorbei, welken schon die Blumensträuße, und die Blütenblätter segeln eines nach dem anderen auf den Tisch. Doch nicht nur Blütenblätter werden abgeworfen, sondern auch Herbstlaub oder Früchte. Wie steuert das die Pflanze?

Großer Spalt zwischen Stängel und Pflanze

Am Stiel eines Blattes oder der Unterkante eines Blüteblatts ist eine spezielle Zellschicht - ein Trenngewebe. Oben besteht das Gewebe aus Zellen mit schwachen Wänden, unten sind Zellen, die sich zum Beispiel im Herbst ausdehnen. Sie zerstören auf diese Weise die schwachen Wände der oberen Zellen, so entsteht eine saubere Spalte. Sobald die groß genug ist, kann die Pflanze das Blatt oder die Blütenblätter abwerfen. Im Herbst spielt wahrscheinlich auch der Rückgang des grünen Farbstoffs Chlorophyll eine wichtige Rolle für diesen Prozess.

Obst und Gemüse fallen genauso reibungslos

Auch Obst, zum Beispiel Äpfel oder Birnen, wird auf diese Weise von der Pflanze abgetrennt. Es gibt übrigens ein Pflanzenhormon, dass das Abtrennen verhindert. Gärtner verwenden es häufig, damit das Obst nicht zu früh vom Baum abfällt. Derselbe Mechanismus ist es auch, der beim Austrocknen von Blumen in einer Vase dazu führt, dass Blütenblätter abfallen, oder Blüten am Strauch verblühen.

Mechanismus auf molekularer Ebene

Forscher der Universität Missouri in den USA haben nun herausgefunden, wie dieser Abtrennungsprozess genau geregelt wird. Mithilfe von fluoreszierenden Eiweißen in den Blüten haben sie festgestellt, dass dabei zwei spezielle Gene eine große Rolle spielen, die sich gegenseitig verstärken. Je aktiver sie sind, desto schneller wird die Zellschicht am Fuß des Stängels getrennt. Das kann man dann auch sehen - je aktiver die Gene, desto stärker leuchteten dort die Eiweiße. Das ist auch für Landwirte und Blumenzüchter interessant. Denn könnte man diese Genaktivität regeln, wäre das eine weitere Möglichkeit, um zu verhindern, dass Äpfel zu früh abfallen oder der Strauß Blumen nach ein paar Tagen schon wieder alle Blütenblätter verloren hat.

Stört Winterschläfer die Zeitumstellung?

Zählen Igel Schäfchen?

Wenn die Uhren wieder auf die Winterzeit um eine Stunde zurückgestellt werden, dann rebelliert bei vielen Menschen die innere Uhr: Sie reagieren gereizt und mit Schlafstörungen. Doch wie sieht es eigentlich bei den Winterschläfern im Tierreich aus? Beeinflusst die Zeitumstellung das Verhalten von Bären, Fledermäusen, Feldhamstern, Murmeltieren, Haselmäusen oder Igeln?

Schlafmittel Melatonin

Den Winterschläfern ist die Zeitumstellung völlig egal. Sie werden müde, weil sich ihr Organismus auf Winterschlaf einstellt. Ihre innere Uhr springt von Sommerzeit auf Winterzeit und das liegt am Hormon Melatonin. Die Zirbeldrüse im Gehirn schüttet das Hormon aus. Sie richtet sich dabei nach der Helligkeit, beziehungsweise Dunkelheit. Während die Melatoninproduktion bei starkem Lichteinfall auf die Netzhaut des Auges gehemmt wird (tagsüber), steigt sie mit zunehmender Dunkelheit an (nachts). Und je kürzer die Tage werden, desto mehr Melatonin produziert der Körper. Forscher gehen auch davon aus, dass die Ausschüttung des Hormons im Frühling dazu führt, dass die Tiere sich paaren.

Haben Erkältungen einen Sinn?

Schniefnasen-Alarm!

Alle Jahre wieder fangen wir uns in der Winterzeit eine oder mehrere Erkältungen ein. Für die meisten ist das unangenehm und ärgerlich. Doch Forscher sagen: Erkältungen sind auch gut für die Gesundheit!

Viren gibt es schon seit Jahrmillionen

Viren haben zum Beispiel in der Evolution des Immunsystems eine entscheidende Rolle gespielt. Denn sie haben eine Technik entwickelt, um sich selbst unliebsame Viren-Konkurrenz vom Leib zu halten. Das haben sich vor vielen Millionen Jahren Einzeller abgeschaut und so eine erste, rudimentäre Abwehr entwickelt.

Embryos brauchen Viren

Viren sind Weltmeister im Herumreichen und Weiterreichen von Genen. Große Teile des menschlichen Erbguts bestehen aus fossilen Viren, Virenresten oder anderen Virenbestandteilen. Einige sind sogar unentbehrlich für das Überleben von Embryos: Viren setzen das mütterliche Immunsystem zeitweise außer Kraft, sodass der "Fremdkörper" Embryo von der Abwehr der Mutter nicht angegriffen wird, was vor allem zu Beginn der Schwangerschaft wichtig ist.

Erkältungsviren schaden nur ein bisschen

Erkältungsviren schwächen einerseits die Reaktion der Immunzellen und auch die Erkältungssymptome selbst ab. Unsere Nase würde sonst noch stärker laufen. Dreißig bis vierzig Prozent der Infektionen mit Erkältungsviren verlaufen sogar völlig ohne Symptome ab, wir merken gar nicht, dass wir erkrankt sind.

Viren halten das Immunsystem auf Trab

Andererseits aktivieren Erkältungsviren unsere Abwehr, sodass sie in Alarmbereitschaft bleibt und wir uns vor anderen Bedrohungen besser schützen können. Und das tut auch unserem Körper gut, denn der Sparringpartner Erkältungsvirus ist lange nicht so gefährlich wie manch anderer Erreger. Bei Kindern regen Erkältungen übrigens Immunzellen dazu an, bestimmte Hormone auszuschütten, die dazu führen, dass mehr Immungewebe angelegt wird, zum Beispiel in den Lungen, der Nasenschleimhaut oder dem Darm.

Können sich Tiere auch erkälten?

Wild - bei Wind und Wetter draußen

Reh im Schnee

Kaum wird es draußen nass und kalt, fangen die ersten an, die Nase hochzuziehen. Bei uns Menschen ist das ein ungeschriebenes Gesetz. Aber wie ist das bei Wildschweinen, Rehen, Füchsen und Feldhasen? Sie sind bei Wind und Wetter draußen - können auch sie sich erkälten?

Triefnasige Wildtiere

Feldhase im Schnee

Wer bei Wildtieren genauer hinschaut, erkennt: Sie husten, schniefen und haben Triefnasen wie wir. Gerade im Winter, wenn das Futter knapp ist und die Kälte sie quält, ist auch das Immunsystem von Hase, Hirsch und Co. angegriffen. Aber bekommen sie dann tatsächlich eine Erkältung?

Fiese Parasiten

Wildschwein im Schnee

Wenn Wildschweine niesen und husten, sind ihre Lungen von einem Wurm befallen, der Lungenentzündungen hervorruft. Hustende Rehe leiden unter Rachenbremsenlarven: Die Parasiten, die in Nase und Rachenraum nisten, sollen herausgehustet oder -geniest werden.

Flattermann mit Schnupfnase

Enten auf zugefrorenem Teich

Was bei Vögeln wie Schnupfen aussieht und sich durch Schleim in den Nasenlöchern bemerkbar macht, kann Geflügelcholera sein. Diese bakterielle Erkrankung zieht Atembeschwerden und Lungenentzündungen nach sich und kann tödlich enden.

Vogelgrippe

Vogelgrippe in Indien

Vogelgrippe wird durch Influenzaviren hervorgerufen und auch als Geflügelpest bezeichnet. Die Symptome sind anders als die einer Grippe in unserem Sinn: Die Tiere leiden an Schwäche, Fieber, Atembeschwerden, Schwellungen, Durchfall und Bewegungsstörungen. Fast alle erkrankten Tiere sterben.

Was ist die gefühlte Temperatur?

Gefühlte Temperatur

Im Wetterbericht, im Freundes- und Kollegenkreis ist oft von der sogenannten gefühlten Temperatur die Rede. Da werden in New York aus -15 Grad Celsius plötzlich -30 Grad "gefühlte Temperatur". Und Sie selbst kamen sicherlich auch schon in den Genuss dieses besonderen Fühlens: Wenn das Thermometer zwar +3 Grad versprach, aber es so eiskalt um die Ohren pfiff, dass Sie bibberten und klapperten wie bei -20 Grad.

Ganz offensichtlich weicht die gefühlte Temperatur oft von der tatsächlich gemessenen, objektiven Temperatur ab. Warum ist das so? Und wer stellt sich da eigentlich immer raus und fühlt?

Subjektives Empfinden

Unter der gefühlten Temperatur versteht man die wahrgenommene Umgebungstemperatur, die von unserem subjektiven Wärme- oder Kälteempfinden bestimmt wird. Egal, was das Thermometer anzeigt: Wie warm oder kalt wir es tatsächlich finden, das hängt auch von Wind, Schatten, der Luftfeuchtigkeit und unserer Kleidung ab. In der Sonne und bei hoher Luftfeuchtigkeit fühlt sich die Temperatur höher an, bei trockener Luft und Wind niedriger. "Bei feuchter Luft können wir nicht genügend Schweiß abgeben, weil der Schweiß einfach nicht verdampft, dann findet die äußere Kühlung nicht mehr statt. Bei Wind verdunstet die Feuchtigkeit auf unserer Haut schneller, damit kommt es zu zusätzlicher Kälte", erklärt der Münchner Allgemeinarzt und Tropenmediziner Dr. Nikolaus Frühwein. Die Kälte- und Wärmeempfindlichkeit ist außerdem abhängig von der Durchblutung, der Fettschicht, dem Hormonhaushalt und der Nervenreizbarkeit eines jeden Einzelnen.

Klima-Michel

Die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes berechnen das thermische Empfinden täglich mithilfe eines Modells eines standardisierten Menschen: dem sogenannten Klima-Michel. "Er ist männlich, 1,75 Meter groß, wiegt 75 Kilo und ist 35 Jahre alt. Im Sommer hat er nur ein leichtes Hemd an, im Winter kriegt er dann auch richtig dicke Winterkleidung und eine Kopfbedeckung", erklärt Meteorologe Andreas Friedrich. Beim Klima-Michel-Modell werden möglichst viele für den menschlichen Wärmehaushalt relevanten Parameter berücksichtigt, etwa die Lufttemperatur, die Windgeschwindigkeit, die Luftfeuchtigkeit, die Strahlungstemperatur, die Aktivität des Menschen und eben die Wärmeisolation der Kleidung. Die Berechnungen ergeben dann die Temperatur, die der Klima-Michel - der deutsche Durchschnittsmensch - wahrnimmt.

Windchill

Das Klima-Michel-Modell wurde von vielen europäischen Staaten übernommen.

In Amerika misst man die gefühlte Temperatur mit dem sogenannten Windchill-Modell. "Beim Windchill geht überhaupt keine Sonnenstrahlung ein, keine Luftfeuchtigkeit. Da wird nur ausgerechnet, wie stark wirkt jetzt der Wind - vor allem bei negativen kalten Temperaturen - auf den Menschen, wie stark wird die Haut zusätzlich abgekühlt", sagt Meteorologe Andreas Friedrich.

Folgen

Für uns und unsere Gesundheit ist die gefühlte Temperatur wichtiger als die tatsächlich gemessene. Sie bestimmt, wann Warnungen an Alten- und Pflegeheime gehen und bestimmte Bevölkerungsgruppen besonders geschützt werden müssen. Am besten kleiden und verhalten Sie sich entsprechend dieser Angabe.

Übrigens wäre die gefühlte Temperatur ungefähr gleich der tatsächlich gemessenen, wenn Sie bei einer gemäßigten Temperatur im Schatten spazieren gehen, dabei kaum Wind geht und eine normale Luftfeuchtigkeit herrscht.

Kann man Regen riechen?

Warum löst sich Zucker im warmen Tee besser auf?

Rein damit

Eigentlich sollte es doch egal sein: zwei Stück Zucker in ein Glas kalten Tee oder zwei Stück Zucker in ein Glas warmen Tee. Trotzdem löst sich der Zucker im Heißgetränk schneller. Warum nur?

Einmal kräftig umgerührt

Die einzelnen Zuckermoleküle sind untereinander nicht besonders fest verbunden. Die Wassermoleküle schieben sich dazwischen und trennen sie voneinander - der Zucker löst sich auf. Je wärmer das Wasser, desto schneller bewegen sich die Teilchen und desto schneller haben sie den ganzen Zucker aufgelöst.

Wer hat eigentlich den Adventskranz erfunden?

Der Erfinder

Der Diakon Johann Hinrich Wichern (1808-1881) begann 1839 damit, in der Vorweihnachtszeit bis Heiligabend täglich eine Kerze anzuzünden. Der evangelische Theologe hatte 1833 ein altes Bauernhaus bei Hamburg bezogen und das erste Erziehungswerk gegründet. Das "Rauhe Haus" wurde zur Heimat für verwahrloste und verwaiste Kinder aus den Hamburger Elendsvierteln.

Die Idee

Laut Chronik des "Rauhen Hauses" fragten ihn die Kinder ständig, wann endlich Weihnachten sei. Wichern nutzte ihre Neugier, um ihnen das Zählen beizubringen: Auf einem hölzernen Wagenrad befestigte er so viele Kerzen, wie es Tage vom ersten Adventssonntag bis zum Heiligen Abend waren: weiße für die Sonntage und rote für die Werktage.

Die Verbreitung

Seit etwa 1860 wird der Adventskranz mit Tannengrün geschmückt. Die katholische Kirche übernahm den Brauch wohl zum ersten Mal 1925 in Köln. In München wurde der erste Adventskranz 1930 gesichtet. Mit der Zeit hat sich die Zahl der Kerzen auf vier reduziert - sonst wäre der Kranz für die Wohnzimmer der Bürgerhäuser einfach zu groß gewesen. Heute gibt es Adventskränze in allen Größen, Farben und Variationen: von überbordend bunt pompös bis zu minimalistisch schlicht; mit echtem Grün, aus Chilischoten, Tannenzapfen, Ästen, Treibholz, Metall oder sogar Beton; verziert mit Wolle, glänzenden Kugeln, getrockneten Früchten oder Süßigkeiten; von rund über länglich bis zu eher hoch als breit ... Wir wünschen Ihnen viel Freude mit Ihrer ganz eigenen Zählversion und eine schöne Vorweihnachtszeit!

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