Wissen


91

Wieso riecht es nach Regen?

Stand: 20.09.2016

Mann steht im Regen | Bild: BR/colourbox.com

In der Schule lernen wir die kompliziertesten Formeln, aber wer erklärt uns die kleinen, alltäglichen Dinge? Warum ist die Banane krumm? Wieso ist Wasser nass? - Oft genug fällt selbst Wissenschaftlern die Antwort schwer. Wir haben ein paar der kniffligsten Fragen und überraschendsten Antworten zusammen gestellt. Auch für die Rätsel des Alltags gilt: Wer nicht fragt, bleibt dumm ...

Wieso riecht es nach Regen?

Es riecht nach Regen!

Die dunklen Wolken hinten am Himmel verheißen nichts Gutes. Kommt da was? Oder verschont uns der Regen noch ein bisschen? Doch dann: "Oh, oh! Ich glaub, es regnet gleich. Es riecht doch schon danach!" Kennen Sie solche Situationen? Was ist da tatsächlich dran? Riecht Regen nach etwas und kann es tatsächlich nach Regen riechen?

Petrichor, der Duft nach Regen

Pures Wasser riecht eigentlich nach nichts. Regen allerdings manchmal schon. Und zwar nicht nur in unserer Einbildung, sondern tatsächlich!

Mit diesem Phänomen haben sich bereits 1964 zwei australische Forscher beschäftigt: Bear und Thomas nannten den typischen Geruch, der entsteht, wenn Regen auf trockene Erde fällt, "Petrichor" - von "petros" (griechisch für Stein) und "Ichor" (die Flüssigkeit in den Adern der griechischen Götter).

Öl + Duftstoff + Wasser + Staub + Luft = Regengeruch

Wie der Regengeruch entsteht und welche Faktoren dabei zusammentreffen müssen, erklärt der Deutsche Wetterdienst (DWD): Bei Trockenheit sondern Pflanzen ein bestimmtes Öl ab, das vom Boden aufgenommen wird. Dieses Öl verbindet sich mit einem Stoff namens Geosmin - einem Alkohol, der von im Boden lebenden Mikroorganismen produziert wird. Er ist ganz generell für leicht muffigen Erd- oder auch Schimmelgeruch verantwortlich. Fallen nun Regentropfen mit hoher Geschwindigkeit auf den Boden, schließen sie winzige Luftbläschen in der Staubschicht ein. Wie Kohlendioxidbläschen in einem Glas Mineralwasser schießen die dann wieder nach oben und platzen aus den Tropfen heraus. Die mitgerissenen Staubteilchen tragen den Duftstoff mit sich, der dadurch freigesetzt und durch Luftverwirbelungen nach oben und weiterbefördert wird.

Boden und Regenstärke sind entscheidend

Wie viel Duftstoff freigesetzt wird, hängt davon ab, wie durchlässig der Boden ist, auf den der Regen fällt. Gut zu riechen ist der Regen, wenn es davor längere Zeit nicht geregnet hat und der Boden gut ausgetrocknet ist. Trockener Lehmboden ist der ideale Regengeruchsproduzent. Entscheidend ist auch, wie stark es regnet. Leichte und moderate Regengüsse riechen intensiver, weil der Tropfen-Duftstoff-Prozess lange ablaufen kann. Starkregen setzt dem Prozess ein jähes Ende, weil der Boden dann schnell durchnässt wird und sich dann nicht mehr so viele Blasen bilden, die aufplatzen und den typischen Geruch freisetzen können.

Nahenden Regen riechen?

Wenn ein Regengebiet aufzieht, ändert sich die Luftfeuchtigkeit. An den Poren von Steinen und Erde lagert sich dann Feuchtigkeit an. Dadurch wird der Duftstoff in sehr geringen Mengen freigesetzt. Mit einem feinen Näschen lässt sich der Regen also tatsächlich schon erschnuppern, bevor es überhaupt regnet.

Was ist der Altweibersommer?

Milde Temperaturen

Wenn es im September und Oktober nochmal so richtig angenehm warm wird, dann ist er da: der schöne Altweibersommer. Aber warum heißt er eigentlich so? Ist älteren Damen die milde Herbstsonne so viel lieber als der heiße Sommer? Vielleicht. Aber mit Frauen hat der Altweibersommer dennoch nichts zu tun.

Elfenhaar

Das "weib" im Altweibersommer stammt vom althochdeutschen Verb "weiben", was so viel wie weben oder spinnen heißt. Und bezieht sich auf die vielen Spinnenfäden, die man zu dieser Zeit so oft im Gesicht spürt. Früher dachten die Menschen, dass diese Spinnenfäden Haare von Elfen oder Zwergen seien.

Schnelltransport

Es sind Flugfäden von frisch geschlüpften Jungspinnen. Millionen von ihnen hängen sich an sie an und segeln oft über hunderte Kilometer durch die Lüfte. Eine praktische Methode, um weite Strecken zu überwinden.

Warum fallen im Herbst die Blätter von den Bäumen?

Wie wirft eine Pflanze ein welkes Blatt ab?

Verwelkte Blumenpracht

Jeder kennt es, kaum ist Geburtstag oder Valentinstag vorbei, welken schon die Blumensträuße, und die Blütenblätter segeln eines nach dem anderen auf den Tisch. Doch nicht nur Blütenblätter werden abgeworfen, sondern auch Herbstlaub oder Früchte. Wie steuert das die Pflanze?

Großer Spalt zwischen Stängel und Pflanze

Am Stiel eines Blattes oder der Unterkante eines Blüteblatts ist eine spezielle Zellschicht - ein Trenngewebe. Oben besteht das Gewebe aus Zellen mit schwachen Wänden, unten sind Zellen, die sich zum Beispiel im Herbst ausdehnen. Sie zerstören auf diese Weise die schwachen Wände der oberen Zellen, so entsteht eine saubere Spalte. Sobald die groß genug ist, kann die Pflanze das Blatt oder die Blütenblätter abwerfen. Im Herbst spielt wahrscheinlich auch der Rückgang des grünen Farbstoffs Chlorophyll eine wichtige Rolle für diesen Prozess.

Obst und Gemüse fallen genauso reibungslos

Auch Obst, zum Beispiel Äpfel oder Birnen, wird auf diese Weise von der Pflanze abgetrennt. Es gibt übrigens ein Pflanzenhormon, dass das Abtrennen verhindert. Gärtner verwenden es häufig, damit das Obst nicht zu früh vom Baum abfällt. Derselbe Mechanismus ist es auch, der beim Austrocknen von Blumen in einer Vase dazu führt, dass Blütenblätter abfallen, oder Blüten am Strauch verblühen.

Mechanismus auf molekularer Ebene

Forscher der Universität Missouri in den USA haben nun herausgefunden, wie dieser Abtrennungsprozess genau geregelt wird. Mithilfe von fluoreszierenden Eiweißen in den Blüten haben sie festgestellt, dass dabei zwei spezielle Gene eine große Rolle spielen, die sich gegenseitig verstärken. Je aktiver sie sind, desto schneller wird die Zellschicht am Fuß des Stängels getrennt. Das kann man dann auch sehen - je aktiver die Gene, desto stärker leuchteten dort die Eiweiße. Das ist auch für Landwirte und Blumenzüchter interessant. Denn könnte man diese Genaktivität regeln, wäre das eine weitere Möglichkeit, um zu verhindern, dass Äpfel zu früh abfallen oder der Strauß Blumen nach ein paar Tagen schon wieder alle Blütenblätter verloren hat.

Warum werden Wespen immer wepsiger?

Je wärmer und trockener ...

Wespe auf aufgeschnittenen Mirabellen

Sie schwirren um den Mund und um das Eis. Sie knabbern winzige Stückchen aus dem Schinken und lieben Grillfleich: Wespen sind im Sommer lästige Begleiter. Ein langer warmer Sommer bringt scheinbar noch mehr Wespen mit sich, die einem viel zu viel und viel zu aggressiv vorkommen. Doch warum werden Wespen eigentlich immer wepsiger?

Warm und trocken ist gut für den Nachwuchs

Wespe nascht Süßes

Hitze und Trockenheit sind beste Voraussetzungen dafür, dass eine Wespenbrut gut gedeiht. Im Frühling schlüpfen die Königinnen, sobald es warm genug ist. Je wärmer es ist, desto mehr Tiere entwickeln sich. Mehr Königinnen bedeuten auch mehr Nachwuchs. Und die Möglichkeit, für den Menschen auf Wespen zu treffen, erhöht sich natürlich.

Fleisch für die Brut

Blick in ein Wespennest

Ab Ende Juni schlüpfen die ersten Arbeiterinnen. Sie legen bis Ende Juli die Kammern für die Larven in den Wespennestern an. Diese schlüpfen aus den Eiern, die die Königinnen gelegt haben. Als Baumaterial dient trockenes Holz, das zu Papierbrei verarbeitet wird. Gefüttert wird in dieser Zeit vor allem eiweißreiche Nahrung: Insekten, Läuse und Fleisch. Beliebt sind Grillfleisch oder Schinken. Damit werden die Larven versorgt.

Süßes für die Arbeiterinnen

Vorsicht vor dem Zubeißen! Wespe auf Marmeladenbrot

Mitte August bis September haben sich die männlichen Drohnen und neuen Königinnen so weit entwickelt, dass die Arbeiterinnen sich nicht mehr um den Nachwuchs kümmern müssen – dann suchen sie für sich selbst und werden im Spätsommer besonders lästig. Denn auf dem Speiseplan der Arbeiterinnen stehen Kohlehydrate, vor allem Zucker und damit Süßes: Kuchen, Limonade, Eis und süße Früchte. In dieser Zeit ist das Wespenvolk am größten, das Nahrungsangebot geht aber schon zurück und deshalb gehen die gelb-schwarz gestreiften Insekten einem auch besonders auf die Nerven.

Wer sticht eigentlich?

Eine Gemeine Wespe

Weltweit gibt es 61 Arten der Echten Wespen, einer Unterfamilie der Faltenwespen. In Europa leben davon elf Arten der Echten Wespen. Zu ihnen zählen auch die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. Diese beiden gelten als besonders zudringlich. Sie gehören zu den Kurzkopfwespen und besitzen einen Stachel und eine Giftdrüse, mit denen sie schmerzhaft zustechen können.

Fragen des Alltags "Wespen auf Muffin" | Bild: picture-alliance/dpa, Montage: BR zum Artikel Alltagswissen Rätsel rund um Tiere

Warum werden Wespen immer wepsiger? Haben's Ohrenkneifer wirklich auf Ihre Ohren abgesehen? Wer war zuerst da - Henne oder Ei? Wieviel PS hat ein Pferd? Fragen über Fragen - wir haben die Antworten für Sie! [mehr]

Fragen des Alltags: "Altweibersommer", Frau genießt die Herbstsonne in der Liege | Bild: picture-alliance/dpa, Montage: BR zum Artikel Alltagswissen Rätselhaftes in der Natur

Warum heißt es eigentlich "Altweibersommer"? Warum fallen im Herbst die Blätter von den Bäumen? Darf man wirklich nicht bei Sonnenschein Pflanzen gießen? Fragen des Alltags, auf die sich eine Antwort findet ... [mehr]

Fragen des Alltags "Warum vergeht die zweite Hälfte des Urlaubs immer schneller?" | Bild: colourbox.com, Montage: BR/Renate Windmeißer zum Artikel Alltagswissen Rund um das Rätsel Mensch

Warum vergeht die zweite Urlaubshälfte schneller als die erste? Was passiert bei einem Sonnenbrand? Gibt es Gehirnfrost wirklich? Wie wirkt ein Deo gegen Schweißgeruch? Fragen über Fragen - zu denen wir die Antworten haben. [mehr]

Himmel, Wetter, Wolken | Bild: colourbox.com, Montage BR zum Artikel Alltagswissen Fragen rund ums Wetter

Wann ist es eigentlich schwül? Treffen Blitze auch Taucher? Wo ist das Ende eines Regenbogens? Und wird man weniger nass, wenn man ganz schnell durch den Regen rennt? Wir haben die Antworten. [mehr]

Fragen des Alltags "Fruchtfleige" | Bild: picture-alliance/dpa, Montage: BR zum Artikel Alltagswissen Rätselhaftes auf dem Tisch

Was täglich auf unserem Tisch steht, gibt uns Rätsel auf: Wieso korkt der Wein trotz Schraubverschluss? Weshalb kocht Milch so schnell über? Warum gibt es weiße und braune Eier? Und die Frage aller Fragen: Warum ist die Banane krumm? [mehr]

Junge schaut in einen Löffel und staunt  | Bild: colourbox.com; Montage: BR zum Artikel Alltagswissen Rätsel des Haushalts

Wohin verschwinden die Socken in der Waschmaschine? Wir haben das Rätsel gelöst! Und wir wissen auch, woher die Zahnpasta ihre Streifen bekommt und wieso der Duschvorhang immer an einem selbst klebt, Kleber aber nie in der Tube. [mehr]

Tastatur und Fragezeichen | Bild: colourbox.com, BR; Montage: BR zum Artikel Alltagswissen Rätselhafte Technik

Verd...te Tastatur! Wieso sind aber auch die Buchstaben derart blöd verteilt? Wir haben die Antwort. Und haben auch gleich nachgeforscht, wo eigentlich das @ herkommt. Und wieso die 1 mal hier, mal dort ist. [mehr]

Fragen des Alltags: Himmel und Erde | Bild: colourbox.com zum Artikel Alltagswissen Rätsel rund um Himmel & Erde

Ist überall gleichzeitig Vollmond? Und warum ist der überhaupt manchmal so riesig? Warum ist der Himmel nachts schwarz, aber tagsüber blau? Und woher kommt das Abendrot? Himmlische Fragen, irdische Antworten ... [mehr]


91