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Wann ist es eigentlich schwül?

Stand: 27.06.2017

Mann sitzt vorm Ventilator | Bild: colourbox.com/BR

In der Schule lernen wir die kompliziertesten Formeln, aber wer erklärt uns die kleinen, alltäglichen Dinge? Warum ist die Banane krumm? Wieso ist Wasser nass? - Oft genug fällt selbst Wissenschaftlern die Antwort schwer. Wir haben ein paar der kniffligsten Fragen und überraschendsten Antworten zusammen gestellt. Auch für die Rätsel des Alltags gilt: Wer nicht fragt, bleibt dumm ...

Wann ist es eigentlich schwül?

Schwül - was ist das eigentlich?

Alle Jahre wieder kommt sie doch - die schwüle Sommerhitze. Am liebsten würden wir dann alle an den See oder ins Freibad fahren und uns ins kühle Nass stürzen. Eine gute Idee, aber warum eigentlich?

Zu viel Feuchte in der Luft

Das Problem bei einer schwülen Hitze ist die hohe Luftfeuchtigkeit bei zugleich hohen Temperaturen. Normalerweise regulieren wir nämlich unsere Körpertemperatur durch Schwitzen. Wenn Schweiß auf unserer Haut verdunstet, kühlt sie ab - quasi unsere eingebaute Klimaanlage.

Schweiß bleibt auf der Haut

Wenn es schwül ist, kann die Luft aber nicht mehr so gut Feuchtigkeit aufnehmen, sie ist schon gesättigt. Resultat: Der Schweiß bleibt auf der Haut und die Hitze bleibt in unserem Körper.

Magische Temperaturgrenze

Je wärmer es ist, desto weniger feucht muss die Luft sein, damit wir sie als schwül empfinden. Bei 16 Grad zum Beispiel müsste die Luft schon fast zu hundert Prozent gesättigt sein, bei 37 Grad nur zu 30 Prozent. Das wiederum heißt aber auch: Schwül kann es nur werden, wenn es über 16 Grad warm wird.

Schwüle Tage und tropische Nächte

Ab 15 Grad am Morgen kann man also einen schwülen Tag erwarten, liegt die Temperatur sogar über 20 Grad, dann ertragen Mitteleuropäer die Schwüle nur schwer. Nächte mit Temperaturen um die 20 Grad heißen darum auch "tropische Nächte".

Lauwarm duschen

Wenn unser Körper auf Dauer die eigene Temperatur vor lauter Schwüle nicht mehr regulieren kann, dann droht ein Kreislaufkollaps. Abkühlen tut gut - aber nicht zu kalt duschen! Denn damit führt man das Gehirn in die Irre, es bekommt zu viele Kältesignale aus der Haut und heizt noch mehr ein. Lauwarm heißt die Devise an schwülen Tagen.

Kann man Regen riechen?

Wieso riecht es nach Regen?

Es riecht nach Regen!

Die dunklen Wolken hinten am Himmel verheißen nichts Gutes. Kommt da was? Oder verschont uns der Regen noch ein bisschen? Doch dann: "Oh, oh! Ich glaub, es regnet gleich. Es riecht doch schon danach!" Kennen Sie solche Situationen? Was ist da tatsächlich dran? Riecht Regen nach etwas und kann es tatsächlich nach Regen riechen?

Petrichor, der Duft nach Regen

Pures Wasser riecht eigentlich nach nichts. Regen allerdings manchmal schon. Und zwar nicht nur in unserer Einbildung, sondern tatsächlich!

Mit diesem Phänomen haben sich bereits 1964 zwei australische Forscher beschäftigt: Bear und Thomas nannten den typischen Geruch, der entsteht, wenn Regen auf trockene Erde fällt, "Petrichor" - von "petros" (griechisch für Stein) und "Ichor" (die Flüssigkeit in den Adern der griechischen Götter).

Öl + Duftstoff + Wasser + Staub + Luft = Regengeruch

Wie der Regengeruch entsteht und welche Faktoren dabei zusammentreffen müssen, erklärt der Deutsche Wetterdienst (DWD): Bei Trockenheit sondern Pflanzen ein bestimmtes Öl ab, das vom Boden aufgenommen wird. Dieses Öl verbindet sich mit einem Stoff namens Geosmin - einem Alkohol, der von im Boden lebenden Mikroorganismen produziert wird. Er ist ganz generell für leicht muffigen Erd- oder auch Schimmelgeruch verantwortlich. Fallen nun Regentropfen mit hoher Geschwindigkeit auf den Boden, schließen sie winzige Luftbläschen in der Staubschicht ein. Wie Kohlendioxidbläschen in einem Glas Mineralwasser schießen die dann wieder nach oben und platzen aus den Tropfen heraus. Die mitgerissenen Staubteilchen tragen den Duftstoff mit sich, der dadurch freigesetzt und durch Luftverwirbelungen nach oben und weiterbefördert wird.

Boden und Regenstärke sind entscheidend

Wie viel Duftstoff freigesetzt wird, hängt davon ab, wie durchlässig der Boden ist, auf den der Regen fällt. Gut zu riechen ist der Regen, wenn es davor längere Zeit nicht geregnet hat und der Boden gut ausgetrocknet ist. Trockener Lehmboden ist der ideale Regengeruchsproduzent. Entscheidend ist auch, wie stark es regnet. Leichte und moderate Regengüsse riechen intensiver, weil der Tropfen-Duftstoff-Prozess lange ablaufen kann. Starkregen setzt dem Prozess ein jähes Ende, weil der Boden dann schnell durchnässt wird und sich dann nicht mehr so viele Blasen bilden, die aufplatzen und den typischen Geruch freisetzen können.

Nahenden Regen riechen?

Wenn ein Regengebiet aufzieht, ändert sich die Luftfeuchtigkeit. An den Poren von Steinen und Erde lagert sich dann Feuchtigkeit an. Dadurch wird der Duftstoff in sehr geringen Mengen freigesetzt. Mit einem feinen Näschen lässt sich der Regen also tatsächlich schon erschnuppern, bevor es überhaupt regnet.

Wie wirkt ein Deo gegen Schweißgeruch?

Wenn die dunklen Flecken wachsen

Wenn wir uns beim Sport verausgaben, in der Sonne brüten oder gestresst sind, färbt sich unser Shirt unter den Achseln dunkel, in immer größer und nasser werdenden Kreisen. Wer jetzt nicht seine Mitmenschen belästigen will, hat vorgesorgt: mit Deo. Doch wie funktioniert das - und warum müffeln schwitzende Menschen überhaupt?

Schwitzen ist gesund

Prinzipiell ist Schweiß etwas Gutes, nämlich unsere eigene Klimaanlage: Zwei bis vier Millionen Schweißdrüsen sondern täglich einen halben bis mehrere Liter Schweiß ab. Bei körperlicher Schwerstarbeit können das bis zu zehn Liter sein. Die Flüssigkeit verdunstet auf unserer Haut und senkt dadurch die Körpertemperatur.

Bakterien sind die Stinker

Frischer Schweiß riecht eigentlich gar nicht. Für das Stinken verantwortlich sind die Bakterien, die auf unserer Haut leben. Sie zersetzen die organischen Substanzen im Schweiß und erst diese Abbauprodukte miefen. So entsteht zum Beispiel Buttersäure, deren Geruch an Erbrochenes erinnert.

Gene sind verantwortlich

Forscherinnen und Forscher der Universität New York wollten wissen, wie dieser Mechanismus genau funktioniert. Dazu haben sie unter den 150 Bakterienstämmen, die die Achseln besiedeln, die stärksten Stinker herausgesucht - und sich deren Gene genauer angeschaut. Besonders interessiert waren sie an Genen, die die Produktion sogenannter Thioalkohole steuern. Thioalkohole sind für ihren starken Geruch bekannt, sie kommen in Käse, Zwiebeln und Knoblauch vor. Auch bei Stinktieren sind sie im Spiel.

Wie man geruchslose Bakterien zum Stinken bringt

Dann setzten die Forscher diese Gene in geruchsmäßig unverdächtige E. coli-Bakterien ein. Und siehe da, sofort entfalteten die im Labor einen deutlichen Schweißgeruch. Die Forscher hoffen nun, mit neuartigen Deos direkt an diesen Genen ansetzen zu können. Doch bis dahin müssen wir uns wohl noch mit den herkömmlichen Methoden zufrieden geben. Zum Glück ist da die Kosmetikindustrie nicht untätig geblieben.

Deos sagen Bakterien den Kampf an

Deodorants (Lateinisch für Entriecher) hemmen das Bakterienwachstum, sodass die kleinen Stinker sich erst gar nicht an unserem Schweiß laben können. Enthaltene Parfums überdecken zusätzlich Körpergeruch. Gut riechen wollten übrigens schon die alten Ägypter, die Vorläufer eines Deos mit Alaunschiefer benutzten.

Schwitzen war gestern

Neben den reinen Deos, die ja erst helfen, wenn's schon passiert ist, gibt es noch die sogenannten Antitranspirants oder Mischprodukte aus beiden. Die helfen tatsächlich schon gegen das Schwitzen: Sie enthalten Substanzen wie Aluminiumsalze, die die Schweißdrüsen zeitweise verengen und die Schweißmenge so um 20 bis 60 Prozent verringern. Mit ihrer Hilfe bleiben die Achseln tatsächlich trockener, den Bakterien wird die Lebensgrundlage entzogen.

Nicht vergessen!

Ein Deo kann hilfreich sein, um ein bisschen länger frisch zu bleiben. Zumindest unter den Achseln. Denn Schweißdrüsen besitzt unser Körper überall, sogar auf den Fußsohlen - und da sogar besonders zahlreich. Unser ganzer Körper ist also eine potenzielle Schweiß-Müffelquelle. Und dagegen hilft dann doch nur regelmäßiges Duschen.

Wieso bekommt man vom Eisessen "Gehirnfrost"?

Warum macht Eis-Essen Kopfweh?

Gehirnfrost

Er kommt, wenn das Eis gerade ganz besonders gut schmeckt: der Kältekopfschmerz, auch "Gehirnfrost" genannt. Meistens handelt es sich um ein heftiges Stechen hinter den Schläfen oder der Stirn. Die Schmerzen treten nicht nur bem Eis-Essen auf. Auch sehr kalte Getränke können eine Attacke auslösen.

Wen trifft es?

Wie viele Menschen Kältekopfschmerzen kennen, ist nicht gesichert. Vermutlich hat sie etwa jeder Zweite oder Dritte schon einmal gehabt. Besonders betroffen sind anscheinend Menschen, die auch unter Migräne leiden.

Woher kommen die Schmerzen?

Eine Theorie, woher der Kältekopfschmerz kommt, lautet: Das kalte Eis irritiert die Rezeptoren des Drillingsnervs (nervus trigeminus) am Gaumen. Diese senden dann an das Gehirn nicht nur die Information "kalt", sondern auch "Schmerz".

Sind die Blutgefäße schuld?

Einer anderen Theorie zufolge sind die Blutgefäße im Kopf für die Schmerzen verantwortlich. Sie verengen sich, um zu verhindern, dass das Gehirn zu stark abkühlt. Möglicherweise werden dadurch einzelne Teile des Gehirns kurzzeitig schlechter mit Blut versorgt, was die Schmerzen auslöst. Es könnte aber auch sein, dass die Blutgefäße, die sich verengen, in eine Art Krampf verfallen und auf diese Weise Kopfweh verursachen.

Überdruck im Kopf?

Eine Studie der Harvard Medical School in Boston hat im Frühjahr 2012 ergeben, dass beim eifrigen Eis-Essen Blut ins Gehirn gepumpt wird. Die Wärme des Blutes soll vermutlich die Kälte des Eises ausgleichen. Weil das Blut im Kopf nirgendswohin fließen kann, steigt der Druck und das verursacht Schmerzen. Per Ultraschall haben die Harvard-Forscher beobachtet, dass sich besonders die vordere Hirnarterie weitet, wenn die Kälteschmerzen einsetzen. Wenn sich die Ader wieder verengt und Blut aus dem Kopf abgepumpt wird, lässt auch das Stechen im Kopf nach.

Was kann man gegen den Hirnfrost tun?

Wenn es hinter der Stirn sticht, hilft manchmal, die Zunge an den Gaumen zu pressen. Dadurch erreicht er schneller wieder seine normale Temperatur. Den gleichen Effekt soll haben, wenn man warmes Wasser trinkt. Auch den Kopf zur Seite zu neigen hilft angeblich.

Schmerz vermeiden!

Besser als den Schmerz zu lindern ist, ihn zu verhindern. Daher sollten Eis und Gaumen möglichst nicht in Kontakt kommen. Ein bewährtes Gegenmittel ist: langsam essen! Versuche belegen: Wer sein Eis in aller Ruhe verzehrt, wird deutlich seltener vom Kältekopfschmerz getroffen als Schnellschlecker.

Warum riecht es im Freibad nach Chlor?

Wie viel Wasser ist gesund?

Wie viel Wasser kann der Körper aufnehmen?

Bevor ein Mensch auf Toilette muss, vergehen maximal 3,5 Stunden Zeit. In dieser Zeit kann der Magen drei bis sechs Liter, der Darm bis zu 15 Liter, die Harnblase 1,5 bis drei Liter aufnehmen und rund ein Liter Wasser geht ins Blut und Gewebe. Das sind insgesamt maximal 25 Liter Flüssigkeit. Trinkt man zu viel Leitungswasser auf einmal, nimmt die Salzkonzentration im Blut ab. Der Körper möchte das ausgleichen und Wasser strömt aus den Blutgefäßen in die umliegenden Zellen und bringt diese zum Platzen. Das nennt der Mediziner Wasservergiftung.

Wie man richtig trinkt

Darum lautet die Empfehlung: Man sollte ungefähr eineinhalb bis zwei, zweieinhalb Liter am Tag trinken. Doch neben der Menge ist der Zeitpunkt wichtig, wann wir trinken: Am besten man trinkt Wasser über den Tag verteilt und immer in kleinen Mengen. An einem ruhigen Wintertag verliert der Körper rund einen halben Liter Wasser. An einem heißen Sommertag dagegen rund vier Liter, bei intensivem Sport leicht das Doppelte. Trocknet dann der Körper aus, muss nicht nur das Herz schwerer arbeiten, auch das Gehirn hat Probleme beim Denken.

Wie wirkt eigentlich Sonnencreme?

Sommer, Sonne, Sonnencreme

Wenn die Sonne vom Himmel lacht, kann uns das Lachen schnell vergehen: Dann, wenn sie unsere Haut verbrennt. Das kann schon nach wenigen Minuten passieren, äußerst schmerzhaft und richtig gefährlich sein. Mit Sonnencreme sind wir besser fürs Sonnenbad gewappnet. Wie schafft sie das?

Sonnenstrahlen

Bei einem Sonnenbad dringen UV-A- und UV-B-Strahlen in unsere Haut ein. Die kurzwelligere UV-B-Strahlung durchdringt die oberste Hautschicht, kann uns einen Sonnenbrand bescheren und das Hautkrebsrisiko erhöhen. Die langwelligen UV-A-Strahlen erreichen tiefere Hautschichten, können die Haut vorzeitig altern lassen und ebenfalls zu Hautkrebs führen.

Der Eigenschutz der Haut

Unsere Haut kann sich bis zu einem bestimmten Grad selbst vor UV-Strahlung schützen. In den Pigmentzellen unter der Hornhaut wird Melanin gebildet. Der Hautfarbstoff wird an die Hautoberfläche transportiert, tönt unsere Haut braun und schützt die darunter liegenden Hautschichten. Ist unsere Haut der Sonne länger ausgesetzt, verdickt die oberste Hautschicht, die Hornschicht, und die sogenannte Lichtschwiele entsteht. Die Hautverdickung reflektiert, filtert und streut dann das Sonnenlicht.

Die Zeit, die man in der Sonne verbringen kann, ohne rot zu werden, wird Eigenschutzzeit genannt. Sie fällt jedoch bei jedem Einzelnen, je nach Hauttyp, anders aus und kann auch nur wenige Minuten betragen.

Lichtschutzfilter

Weil wir uns nur zu gerne draußen aufhalten, im Freien sporteln und unseren Urlaub am Strand verbringen, reichen diese natürlichen Vorgänge in unserer Haut nicht aus, um uns gegen die Sonne zu wappnen. Wir führen ihr künstlichen Schutz zu: Sonnenschutzmittel versorgen uns mit Lichtschutzfiltern, sogenannten UV-Filtern, die weniger UV-Strahlung in die Haut eindringen lassen. Das geschieht auf zwei Wegen: chemisch oder physikalisch.

Chemische und physikalische Filter

Bei einem chemischen Lichtschutz sind im Produkt organische Verbindungen gelöst, die in die oberste Hautschicht eindringen und als Filter fungieren. Sie wandeln die schädliche Strahlung in Wärme um.
Physikalische mineralische Filter reflektieren die Strahlung wie kleine Spiegel und lassen sie nicht in die Haut eindringen. Das geschieht durch unlösliche mikrofeine Pigmente, die auf die Haut aufgetragen werden, zum Beispiel Titandioxid und Zinkoxid. Die Verwendung solcher Teilchen in Nanogröße (1 Nanometer = 1 Milliardstel Meter) muss seit Juli 2013 auf der Verpackung gekennzeichnet sein.

Lichtschutzfaktor

Je höher der Lichtschutzfaktor (LSF) ist, umso höher ist die Schutzwirkung. Welcher LSF für wen geeignet ist, hängt vom jeweiligen Hauttyp, der Vorbräunung, der Intensität der Sonneneinstrahlung und der Aktivität in der Sonne ab. Je näher man zum Äquator reist und je weiter oben man sich aufhält, umso höher sollte er ausfallen.
Nicht vergessen: Wasser, Schweiß, Schnee und Sand verstärken die Wirkung des UV-Lichts. Und selbst unter Wasser, im Schatten und hinter Fenstern ist man nicht vollständig geschützt.

Tipps

Am besten schützt man sich vor der Sonne, indem man gar nicht in die Sonne geht - vor allem nicht in die Mittagssonne.
Kleidung, Kopfbedeckung und Sonnenbrille schützen vor Strahlung. Körperteile, die nicht bedeckt sind, müssen eingecremt werden.
Achten Sie darauf, dass ihr Sonnenschutzmittel über einen ausreichenden Schutz vor UV-B- und UV-A-Strahlung verfügt.
Wer in der Sonne sportelt, egal, ob auf dem Wasser oder an Land, sollte wasserfeste Produkte verwenden.
Sonnenschutzmittel müssen großzügig aufgetragen werden - am besten, bevor man sich nach draußen begibt.
Ohren, Nase, Lippen, Kopfhaut, Nacken und Fußrücken nicht vergessen und regelmäßig nachcremen!

"Sunblocker"

Übrigens: Komplette "Sunblocker" gibt es nicht. Auch Sonnenschutzmittel mit einem sehr hohen Lichtschutzfaktor bieten nie einen vollständigen Schutz. Ein Teil der UV-Strahlen wird immer die Haut erreichen.

Was passiert bei einem Sonnenbrand?

Hauptsache Sonne?

Ein warmer, sonniger Tag löst bei den meisten Menschen einen akuten "Ich muss sofort in die Badesachen und an den See"-Reflex aus. Dort wird dann stundenlang in der Sonne gebraten und das Eincremen grob vernachlässigt. Hauptsache Sonne! Die tut auch erstmal gut - aber nicht lange: Je nach Empfindlichkeit kann sich die Haut schon bald dunkelrot färben, heiß werden, anschwellen, schmerzen - und im schlimmsten Fall Blasen werfen und sich großflächig schälen. Was ist da im Körper geschehen?

Schuld sind die UV-B-Strahlen

Sonnenlicht besteht aus sichtbarem, infrarotem und ultraviolettem Licht. Zu letzterem gehören die UV-A- und UV-B-Strahlen, die uns braun werden lassen. Aber nicht ohne Konsequenzen: Die langwelligeren UV-A-Strahlen greifen das elastische Bindegewebe der Haut an und lassen sie schneller altern. Die UV-B-Strahlen sind kurzwellig und energiereich - und schuld am Sonnenbrand.

Wie entsteht ein Sonnenbrand?

Der dahinterliegende Mechanismus wurde in Versuchen mit Zellkulturen und Mäusen erst Anfang Juli 2012 aufgedeckt: Die kurzwelligen UV-B-Strahlen dringen weit in die Haut ein und schädigen dort kleine Ribonukleinsäure-Moleküle (RNA), die im Zellkern produziert werden und die Aktivität der Gene steuern. Die Moleküle werden so verändert, dass sie sich mit einer Andockstelle in den Hautzellen verbinden können. Das wiederum fördert die Produktion eines entzündungsfördernden Stoffes, des Tumor-Nekrosefaktors Alpha. Die typischen Sonnenbrand-Symptome treten auf.

Vorsicht vor Hautkrebs!

Dadurch, dass die veränderten RNA-Moleküle Substanzen und Reaktionen aktivieren, die als tumorfördernd gelten, könnten sie auch eine Rolle bei der Entstehung von Hautkrebs spielen. Bislang galten vor allem die vom UV-Licht verursachten Schäden in der Desoxyribonukleinsäure (DNS), in der die Erbinformation gespeichert ist, als Hauptursache für Melanome.

Besser vorsorgen!

Sonne in Maßen kurbelt unsere Vitamin D-Produktion an, was unsere Laune hebt. Trotzdem gilt auf jeden Fall, nicht nur die Eigenschutzzeit der Haut zu beachten, sondern sich auch mit dem zum Hauttyp passenden Lichtschutzfaktor einzucremen. Und zwar vor dem Sonnenbad, das man dann am besten im Schatten einnimmt.

Welche chemische Reaktionen laufen beim Grillen ab?

Woher kommen immer die vielen Fruchtfliegen?

Winzige Fliegen allüberall

Fruchtfliegen sind lästig

Sie sind lästig – Fruchtfliegen, die auch Obst-, Essig- und Taufliegen genannt werden. Die Winzlinge setzen sich auf unser Obst und schwirren uns um die Nase. In Deutschland gibt es rund 50 Arten, die in Wildarten und Kulturfolger aufgeteilt werden. Die bei uns herumirrenden Plagegeister sind vor allem Kulturfolger, die sich hervorragend an das menschliche Umfeld angepasst haben und sich scheinbar ständig vermehren. Doch woher kommen eigentlich die vielen Fruchtfliegen?

Rasende Vermehrung

Eine Fruchtfliege Drosophila melanogaster

Ein Weibchen kann 24 Stunden nach einer erfolgreichen Paarung bis zu 400 Eier ablegen. Die vollständige Entwicklung einer Fruchtfliege von der Larve über die Verpuppung bis zur fertigen Fruchtfliege dauert zwischen zehn und 14 Tagen. Da kann man sich vorstellen, wie schnell man sich selbst im Reich der Fruchtfliege wiederfindet, wenn den Insekten in der eigenen Küche die passenden Angebote gemacht werden.

Willkommen zu Hause

Sind schon im Supermarkt in Gemüse und Obst: die Fruchtfliegen

Abgelegt werden befruchtete Eier in reifem bis fauligem Obst, gerne auch in Obst- oder Gemüseschalen. Auf diesen Schalen haften Bakterien und Mikroorganismen, von denen sich die Larven ernähren. Angelockt werden die Fruchtfliegen durch säurehaltige Lebensmittel, faulende Kartoffeln und Küchenabfälle. Zudem tragen wir sie uns auch ganz unbedarft selbst nach Hause, denn mit jedem Einkauf von Obst und Gemüse schleppen wir die kleinen Fliegen, die schon von den Obstplantagen oder Lagerräumen kommen, in unsere Küchen.

Immer dem Geruch nach

Fruchtfliegen haben einen hervorragenden Geruchssinn

Und natürlich fliegen die Insekten auch einfach durch das offene Fenster in unsere Häuser. Angelockt werden sie vom sogenannten Essiggeruch reifer bis überreifer Früchte. Dabei kommt den Winzlingen zugute, dass sie Gerüche über weite Strecken wahrnehmen können. So steuern sie zielsicher auf angefaulte Früchte zu, bevor wir Menschen überhaupt erahnen, dass da was faul sein könnte.

Paradiesischer Abfall

Ein wahres Paradies für die Fruchtfliege: Biomüll

Doch die Zweiflügler bedienen sich nicht nur an herumstehenden Kirschen, Pflaumen oder Kartoffeln, sondern werden auch von offenen Getränken, von Süßem wie Marmelade und Essig angezogen. Geradezu paradiesisch für Fruchtfliegen sind herumstehende Biomülltüten oder offene Abfalleimer – sie verhelfen ihnen zu rasend schnell anwachsendem Nachwuchs.

Vorsicht an der Spüle

Auch schmutziges Geschirr ist für Fruchtfliegen attraktiv!

Gern genommene Ziele der Fruchtfliegen sind auch schlecht gereinigte Spülen und Spülmaschinen. Zum einen wegen der Essensreste, die da zu finden sind. Zum anderen aber auch, weil die Filter der Spülmaschine sowohl als Brutplatz als auch als Nahrungsquelle dienen können.

Wie man Fruchtfliegen wieder weg bekommt

Gegen Fruchtfliegen helfen:

- häufiges Lüften, damit die Fliegen auch wieder hinaus können,
- das Verschließen von Getränken und Nahrungsmitteln,
- das Wegräumen von Obst und Gemüse,
- geschlossene, häufig geleerte Abfalleimer,
- das Entsorgen von Biomüll und
- das Sauberhalten der Küche: Einfach öfter Putzen und angefaultes Obst wegwerfen.

Warum werden Wespen immer wepsiger?

Je wärmer und trockener ...

Wespe auf aufgeschnittenen Mirabellen

Sie schwirren um den Mund und um das Eis. Sie knabbern winzige Stückchen aus dem Schinken und lieben Grillfleisch: Wespen sind im Sommer lästige Begleiter. Ein langer warmer Sommer bringt scheinbar noch mehr Wespen mit sich, die einem viel zu viel und viel zu aggressiv vorkommen. Doch warum werden Wespen eigentlich immer wepsiger?

Warm und trocken ist gut für den Nachwuchs

Wespe nascht Süßes

Hitze und Trockenheit sind beste Voraussetzungen dafür, dass eine Wespenbrut gut gedeiht. Im Frühling schlüpfen die Königinnen, sobald es warm genug ist. Je wärmer es ist, desto mehr Tiere entwickeln sich. Mehr Königinnen bedeuten auch mehr Nachwuchs. Und die Möglichkeit, für den Menschen auf Wespen zu treffen, erhöht sich natürlich.

Fleisch für die Brut

Blick in ein Wespennest

Ab Ende Juni schlüpfen die ersten Arbeiterinnen. Sie legen bis Ende Juli die Kammern für die Larven in den Wespennestern an. Diese schlüpfen aus den Eiern, die die Königinnen gelegt haben. Als Baumaterial dient trockenes Holz, das zu Papierbrei verarbeitet wird. Gefüttert wird in dieser Zeit vor allem eiweißreiche Nahrung: Insekten, Läuse und Fleisch. Beliebt sind Grillfleisch oder Schinken. Damit werden die Larven versorgt.

Süßes für die Arbeiterinnen

Vorsicht vor dem Zubeißen! Wespe auf Marmeladenbrot

Mitte August bis September haben sich die männlichen Drohnen und neuen Königinnen so weit entwickelt, dass die Arbeiterinnen sich nicht mehr um den Nachwuchs kümmern müssen – dann suchen sie für sich selbst und werden im Spätsommer besonders lästig. Denn auf dem Speiseplan der Arbeiterinnen stehen Kohlenhydrate, vor allem Zucker und damit Süßes: Kuchen, Limonade, Eis und süße Früchte. In dieser Zeit ist das Wespenvolk am größten, das Nahrungsangebot geht aber schon zurück und deshalb gehen die gelb-schwarz gestreiften Insekten einem auch besonders auf die Nerven.

Wer sticht eigentlich?

Eine Gemeine Wespe

Weltweit gibt es 61 Arten der Echten Wespen, einer Unterfamilie der Faltenwespen. In Europa leben davon elf Arten der Echten Wespen. Zu ihnen zählen auch die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. Diese beiden gelten als besonders zudringlich. Sie gehören zu den Kurzkopfwespen und besitzen einen Stachel und eine Giftdrüse, mit denen sie schmerzhaft zustechen können.

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