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Warum sollte man Nieser nicht unterdrücken?

Stand: 16.01.2018

Mann niest in die Armbeuge | Bild: picture alliance/dpa / Philipp Brandstädter; Montage: BR

In der Schule lernen wir die kompliziertesten Formeln, aber wer erklärt uns die kleinen, alltäglichen Dinge? Warum ist die Banane krumm? Wieso ist Wasser nass? - Oft genug fällt selbst Wissenschaftlern die Antwort schwer. Wir haben ein paar der kniffligsten Fragen und überraschendsten Antworten zusammen gestellt. Auch für die Rätsel des Alltags gilt: Wer nicht fragt, bleibt dumm ...

Warum sollte man Nieser nicht unterdrücken?

Niesen und niesen lassen

Nase putzen und niesen: Zwei Vorgänge, die auf der Welt ganz unterschiedlich durchgeführt und bewertet werden. In asiatischen Ländern ist es unfein, laut ins Taschentuch zu prusten. Man zieht lieber den Schleim hoch. In unseren Breiten finden viele lautes Niesen derb und versuchen es zu unterdrücken. Das kann ins Auge gehen! Warum eigentlich?

Druck in Orkanstärke

Beim Niesen - wie auch beim Husten - wirken starke Kräfte. "Die Luftgeschwindigkeit kann in etwa Orkanstärke erreichen", sagt Michael Deeg, HNO-Arzt in Freiburg und Pressesprecher des Deutschen Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte. Wer Nieser unterdrückt, riskiert geplatzte Äderchen im Auge oder Irritationen durch Überdehnungen des Gewebes.

In seltenen Fällen kann es noch schlimmer kommen, wie ein Aufsehen erregender Fall im britischen Leicester zeigt. Ärzte des Krankenhauses Leicester berichten im Fachmagazin "British Medical Journal" von einem 34-jährigen Patienten, der sich beim Niesen Mund und Nase zugehalten hatte. Die Folge: ein Riss in der Rachenmuskulatur und Lufteinschlüsse im Gewebe vom Nacken bis in den Brustkorb, was sich in starken Schmerzen beim Schlucken und ausgeprägten Sprechbeschwerden äußerte. Der Patient musste eine Woche stationär aufgenommen, über eine Nasensonde ernährt und prophylaktisch mit Antibiotika behandelt werden, damit seine Verletzungen ohne Komplikationen heilen. Der Patient hatte noch Glück im Unglück. Durch den unterdrückten Nieser hätte auch sein Trommelfell oder sogar ein Blutgefäß im Gehirn platzen können.

Schwitzen Männer mehr als Frauen?

Schwitzende Männer

Frauen schämen sich meist, wenn sie schwitzen. Männer scheinen damit weniger Probleme zu haben - zumindest beim Sport. Bei manchen hat man den Eindruck, sie sind sogar ein bisschen stolz auf ihren schwitzenden Körper. Schwitzen Männer denn auch mehr als Frauen?

Entscheidend: Der Versuchsaufbau

Die gängige Lehrmeinung war bislang tatsächlich, dass Männer mehr schwitzen als Frauen. Wie der australische Bewegungswissenschaftler Sean Notley in seiner Doktorarbeit zeigt, lag das aber wohl am Versuchsaufbau. Rechnet man die Körpergröße mit ein, ändert sich das Testergebnis: Vergleicht man gleich große Männer und Frauen oder rechnet mit statistischen Verfahren die Größenunterschiede heraus, dann schwitzen Männer und Frauen ähnlich viel.

Notleys Versuchsaufbau: Der Wissenschaftler hat zwei Testgruppen beim Training untersucht. Eine größere Gruppe aus 60 sehr unterschiedlichen Frauen und Männern, und eine kleinere, bei der Frauen und Männer ähnlich groß und ähnlich fit waren. Außerdem schwitzen größere Menschen mehr als kleinere: Denn je größer ein Mensch ist, desto mehr Masse muss er mit seiner Haut kühlen. Um diese Kühlleistung zu schaffen, müssen größere Menschen mehr schwitzen.

Was ist die gefühlte Temperatur?

Gefühlte Temperatur

Im Wetterbericht, im Freundes- und Kollegenkreis ist oft von der sogenannten gefühlten Temperatur die Rede. Da werden in New York aus -15 Grad Celsius plötzlich -30 Grad "gefühlte Temperatur". Und Sie selbst kamen sicherlich auch schon in den Genuss dieses besonderen Fühlens: Wenn das Thermometer zwar +3 Grad versprach, aber es so eiskalt um die Ohren pfiff, dass Sie bibberten und klapperten wie bei -20 Grad.

Ganz offensichtlich weicht die gefühlte Temperatur oft von der tatsächlich gemessenen, objektiven Temperatur ab. Warum ist das so? Und wer stellt sich da eigentlich immer raus und fühlt?

Subjektives Empfinden

Unter der gefühlten Temperatur versteht man die wahrgenommene Umgebungstemperatur, die von unserem subjektiven Wärme- oder Kälteempfinden bestimmt wird. Egal, was das Thermometer anzeigt: Wie warm oder kalt wir es tatsächlich finden, das hängt auch von Wind, Schatten, der Luftfeuchtigkeit und unserer Kleidung ab. In der Sonne und bei hoher Luftfeuchtigkeit fühlt sich die Temperatur höher an, bei trockener Luft und Wind niedriger. "Bei feuchter Luft können wir nicht genügend Schweiß abgeben, weil der Schweiß einfach nicht verdampft, dann findet die äußere Kühlung nicht mehr statt. Bei Wind verdunstet die Feuchtigkeit auf unserer Haut schneller, damit kommt es zu zusätzlicher Kälte", erklärt der Münchner Allgemeinarzt und Tropenmediziner Dr. Nikolaus Frühwein. Die Kälte- und Wärmeempfindlichkeit ist außerdem abhängig von der Durchblutung, der Fettschicht, dem Hormonhaushalt und der Nervenreizbarkeit eines jeden Einzelnen.

Klima-Michel

Die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes berechnen das thermische Empfinden täglich mithilfe eines Modells eines standardisierten Menschen: dem sogenannten Klima-Michel. "Er ist männlich, 1,75 Meter groß, wiegt 75 Kilo und ist 35 Jahre alt. Im Sommer hat er nur ein leichtes Hemd an, im Winter kriegt er dann auch richtig dicke Winterkleidung und eine Kopfbedeckung", erklärt Meteorologe Andreas Friedrich. Beim Klima-Michel-Modell werden möglichst viele für den menschlichen Wärmehaushalt relevanten Parameter berücksichtigt, etwa die Lufttemperatur, die Windgeschwindigkeit, die Luftfeuchtigkeit, die Strahlungstemperatur, die Aktivität des Menschen und eben die Wärmeisolation der Kleidung. Die Berechnungen ergeben dann die Temperatur, die der Klima-Michel - der deutsche Durchschnittsmensch - wahrnimmt.

Windchill

Das Klima-Michel-Modell wurde von vielen europäischen Staaten übernommen.

In Amerika misst man die gefühlte Temperatur mit dem sogenannten Windchill-Modell. "Beim Windchill geht überhaupt keine Sonnenstrahlung ein, keine Luftfeuchtigkeit. Da wird nur ausgerechnet, wie stark wirkt jetzt der Wind - vor allem bei negativen kalten Temperaturen - auf den Menschen, wie stark wird die Haut zusätzlich abgekühlt", sagt Meteorologe Andreas Friedrich.

Folgen

Für uns und unsere Gesundheit ist die gefühlte Temperatur wichtiger als die tatsächlich gemessene. Sie bestimmt, wann Warnungen an Alten- und Pflegeheime gehen und bestimmte Bevölkerungsgruppen besonders geschützt werden müssen. Am besten kleiden und verhalten Sie sich entsprechend dieser Angabe.

Übrigens wäre die gefühlte Temperatur ungefähr gleich der tatsächlich gemessenen, wenn Sie bei einer gemäßigten Temperatur im Schatten spazieren gehen, dabei kaum Wind geht und eine normale Luftfeuchtigkeit herrscht.

Warum löst sich Zucker im warmen Tee besser auf?

Rein damit

Eigentlich sollte es doch egal sein, ob man Zucker in kalten oder warmen Tee gibt. Aber im Heißgetränk löst sich der Zucker schneller. Warum nur?

Einmal kräftig umgerührt

Die einzelnen Zuckermoleküle sind untereinander nicht besonders fest verbunden. Die Wassermoleküle schieben sich dazwischen und trennen sie voneinander - der Zucker löst sich auf. Je wärmer das Wasser, desto schneller bewegen sich die Teilchen und desto schneller haben sie den ganzen Zucker aufgelöst.

Warum ist Schnee weiß?

Durchsichtige Schneekristalle

Schnee besteht aus Schneekristallen. Einzelne Schneekristalle sind durchsichtig, aber wenn sie sich zu einer Schneeflocke verhaken, wird diese weiß. Wie kommt das?

Reflektierende Oberflächen

Wenn sich viele Kristalle zusammen ballen, entstehen auf kleinem Raum viele Oberflächen, die das Licht in alle Richtungen reflektieren. Das ist wie bei einem Haufen Spiegelscherben. Darüber hinaus wird das Licht an der Grenze zwischen Eis und Luft in den Hohlräumen abgelenkt und gestreut. Beides sorgt dafür, dass eine Schneeflocke weiß aussieht, obwohl die Schneekristalle selbst durchsichtig sind.

Gestreutes Licht in Streusalz

Dasselbe Phänomen lässt sich übrigens auch bei Salzkristallen beobachten. Das Pulver ist weiß und große, einzelne Salzkristalle sind durchsichtig.

Warum knirscht Schnee?

Idealer Schalldämpfer

Schneeflocken rieseln zu Boden. Es schneit und alles scheint in Watte gepackt. Still ist es – eigentlich. Doch auf dem Neuschnee macht jeder Schritt knirschende Geräusche. Das liegt an den besonderen akustischen Eigenschaften des Neuschnees: Der frische Schnee besteht zu 90 Prozent aus Luft und ist wegen seiner geringen Dichte ein idealer Schalldämpfer. Die Hohlräume verschlucken den Schall. Dadurch klingen Stimmen, Autos oder auch die eigenen Schritte leiser.

Metamorphose der Kristalle

Der Schnee besteht aus Eiskristallen. Das sind sechsstrahlige, symmetrische Sternchen. Von jedem Strahl gehen wieder kleine Äste ab, die sich weiter verästeln. Der Schnee, über den wir laufen, enthält unzählige von diesen Miniatur-Eisästchen. Sie zerbrechen, wenn wir auf sie treten. Jedes Ästchen ist zwar mikroskopisch klein. Wenn aber Millionen davon brechen, entsteht das typisch knirschende Geräusch.

Je kälter, desto lauter

Wie leise oder laut der Schnee knirscht, hängt vom Alter des Schnees und von der vorherrschenden Temperatur ab: Je wärmer es wird, umso beweglicher werden die Eiskristalle. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt können sie sich verbiegen, ohne zu brechen. Ein Wasserfilm, der die Reibung verringert, liegt bei dieser Temperatur über den Kristallen. Die Folge: Es knirscht leiser. Sinken die Temperaturen weiter, wird ab minus sieben Grad Celsius das Eis spröde. Bricht es, gibt es ein lautes Knirschen. Es gilt: Je kälter es ist, umso lauter knirscht der Schnee.

Haben Erkältungen einen Sinn?

Schniefnasen-Alarm!

Alle Jahre wieder fangen wir uns in der Winterzeit eine oder mehrere Erkältungen ein. Für die meisten ist das unangenehm und ärgerlich. Doch Forscher sagen: Erkältungen sind auch gut für die Gesundheit!

Viren gibt es schon seit Jahrmillionen

Viren haben zum Beispiel in der Evolution des Immunsystems eine entscheidende Rolle gespielt. Denn sie haben eine Technik entwickelt, um sich selbst unliebsame Viren-Konkurrenz vom Leib zu halten. Das haben sich vor vielen Millionen Jahren Einzeller abgeschaut und so eine erste, rudimentäre Abwehr entwickelt.

Embryos brauchen Viren

Viren sind Weltmeister im Herumreichen und Weiterreichen von Genen. Große Teile des menschlichen Erbguts bestehen aus fossilen Viren, Virenresten oder anderen Virenbestandteilen. Einige sind sogar unentbehrlich für das Überleben von Embryos: Viren setzen das mütterliche Immunsystem zeitweise außer Kraft, sodass der "Fremdkörper" Embryo von der Abwehr der Mutter nicht angegriffen wird, was vor allem zu Beginn der Schwangerschaft wichtig ist.

Erkältungsviren schaden nur ein bisschen

Erkältungsviren schwächen einerseits die Reaktion der Immunzellen und auch die Erkältungssymptome selbst ab. Unsere Nase würde sonst noch stärker laufen. Dreißig bis vierzig Prozent der Infektionen mit Erkältungsviren verlaufen sogar völlig ohne Symptome ab, wir merken gar nicht, dass wir erkrankt sind.

Viren halten das Immunsystem auf Trab

Andererseits aktivieren Erkältungsviren unsere Abwehr, sodass sie in Alarmbereitschaft bleibt und wir uns vor anderen Bedrohungen besser schützen können. Und das tut auch unserem Körper gut, denn der Sparringpartner Erkältungsvirus ist lange nicht so gefährlich wie manch anderer Erreger. Bei Kindern regen Erkältungen übrigens Immunzellen dazu an, bestimmte Hormone auszuschütten, die dazu führen, dass mehr Immungewebe angelegt wird, zum Beispiel in den Lungen, der Nasenschleimhaut oder dem Darm.

Können sich Tiere auch erkälten?

Wild - bei Wind und Wetter draußen

Reh im Schnee

Kaum wird es draußen nass und kalt, fangen die ersten an, die Nase hochzuziehen. Bei uns Menschen ist das ein ungeschriebenes Gesetz. Aber wie ist das bei Wildschweinen, Rehen, Füchsen und Feldhasen? Sie sind bei Wind und Wetter draußen - können auch sie sich erkälten?

Triefnasige Wildtiere

Feldhase im Schnee

Wer bei Wildtieren genauer hinschaut, erkennt: Sie husten, schniefen und haben Triefnasen wie wir. Gerade im Winter, wenn das Futter knapp ist und die Kälte sie quält, ist auch das Immunsystem von Hase, Hirsch und Co. angegriffen. Aber bekommen sie dann tatsächlich eine Erkältung?

Fiese Parasiten

Wildschwein im Schnee

Wenn Wildschweine niesen und husten, sind ihre Lungen von einem Wurm befallen, der Lungenentzündungen hervorruft. Hustende Rehe leiden unter Rachenbremsenlarven: Die Parasiten, die in Nase und Rachenraum nisten, sollen herausgehustet oder -geniest werden.

Flattermann mit Schnupfnase

Enten auf zugefrorenem Teich

Was bei Vögeln wie Schnupfen aussieht und sich durch Schleim in den Nasenlöchern bemerkbar macht, kann Geflügelcholera sein. Diese bakterielle Erkrankung zieht Atembeschwerden und Lungenentzündungen nach sich und kann tödlich enden.

Vogelgrippe

Vogelgrippe in Indien

Vogelgrippe wird durch Influenzaviren hervorgerufen und auch als Geflügelpest bezeichnet. Die Symptome sind anders als die einer Grippe in unserem Sinn: Die Tiere leiden an Schwäche, Fieber, Atembeschwerden, Schwellungen, Durchfall und Bewegungsstörungen. Fast alle erkrankten Tiere sterben.

Warum blitzt es im Winter immer nur einmal?

Wenn's nur einmal rummst

Es stürmt, es ist kalt, und Schnee und Regen klatschen ins Gesicht. Gewitter im Winter sind grässlich! Aber warum blitzt und donnert es bei diesen nur selten und nicht dauernd wie bei einem Gewitter im Sommer?

Seltene Wintergewitter

Gewitter im Winter sind in Mitteleuropa eine Rarität. Dazu sind ganz bestimmte Wetterbedingungen notwendig, die sich nur selten einstellen. In höheren Luftschichten muss kalte Luft vom Meer einfließen. Zudem muss es an der Erdoberfläche relativ warm sein und die Luftschichtung labil.

Kalt trifft warm

Wintergewitter entstehen meist, wenn kalte Luft aus der Polarregion über die Nordsee nach Mitteleuropa strömt. Das Meer erwärmt dabei die Luft über dem Wasser. Diese Wärme dringt aber nicht in die höheren Luftschichten vor. Damit gibt es optimale Bedingungen für ein Gewitter: Warme, feuchte Luft am Boden kann zur kalten Luft in die Höhe aufsteigen und dort kondensieren.

Weniger heftig als im Sommer

Kalte Luft kann aber nur relativ wenig Feuchtigkeit speichern und damit auch wenig Energie. Wintergewitter sind deshalb weniger intensiv als Wärmegewitter im Sommer. Es blitzt und donnert nur selten, manchmal sogar nur ein einziges Mal - zumindest sehen und hören es wir nicht öfter.

Heftige Schauer als Begleiter

Meistens begleiten kräftige Regen-, Graupel- oder Schneeschauer ein Wintergewitter. Am häufigsten treten sie bei einer Nordwestströmung an der Nordseeküste auf sowie an den Nordwesträndern von Ardennen, Eifel, Bergischem Land, Sauerland, Weserbergland und Harz. An den Alpen und den bayerischen Mittelgebirgen sind sie hingegen ziemlich selten.

Warum frieren manche Seen früher zu als andere?

Eis-Faktoren

Draußen ist es eiskalt und auf manchen Seen sind schon längst die Schlittschuhläufer unterwegs. Andere Seen wollen aber partout nicht zufrieren. Wie kann das sein?

Ob und wie schnell ein See zufriert, hängt von mehreren Faktoren ab. Je nachdem wie stark sie zusammenwirken, dauert es kürzer oder länger, bis ein Gewässer zu Eis erstarrt.

Größe

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Größe eines Sees: "Jeder See speichert Wärmeenergie - und ein großer See kühlt langsamer ab als ein kleinerer", erklärt der Glaziologe Achim Heilig von der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Wind

Viel hängt von der Lage des Sees ab: Seen in windgeschützten Tallagen frieren schneller zu als Gewässer, deren Wasseroberfläche immer wieder von Windböen aufgewirbelt wird.

Sonne

Entscheidend ist auch die Sonneneinstrahlung: Bekommt ein See tagsüber viel Sonne ab, tankt das Gewässer mehr Wärme und friert langsamer zu als ein See in einer von Bergen beschatteten Talsenke.

Zu-/Abflüsse

Seen, die starke Zu- oder Abflüsse besitzen, frieren langsamer, oft sogar gar nicht komplett zu. Wenn wärmere Wassermassen aus tieferen Seeschichten immer wieder an die Oberfläche gespült werden, wird die Eisbildung verzögert.

Vorsicht!

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) rät bei vermeintlich zugefrorenen Wasseroberflächen zur Vorsicht. Wichtig sei es, viele Tage mit starkem Nachtfrost abzuwarten: Damit das Eis betreten werden kann, sollte die Eisdecke mindestens 15 Zentimeter stark sein.
Aufpassen bei Zu- und Abflüssen, Quellen im See und an bewachsenen Uferstellen. Offene Stellen im Eis unbedingt weiträumig meiden. Dunkle Stellen im Eis bedeuten eine besonders dünne Eisschicht. Schnee auf dem Eis verhindert das Anwachsen der Eisschicht. Knistert's und knackt's beim vorsichtigen Betreten der Eisschicht, reicht ihre Tragkraft nicht aus. Sind vor Ort Warnschilder aufgestellt, sollten Sie das Eis keinesfalls betreten.
Am besten erkundigen Sie sich vorher bei offiziellen Stellen, ob das Eis auf Ihrem Lieblingssee tatsächlich tragfähig ist. Die DLRG weißt darauf hin, dass man auch bei der örtlichen DLRG nachfragen kann, ob ein Eiswachdienst durchgeführt wird.

Infos und Tipps

Weitere Infos zum richtigen Umgang mit Gewässern im Winter, Sicherheits- und Rettungstipps gibt's direkt bei der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG):

Wie entsteht so blitzartig Blitzeis?

Plötzlich glatt

Sie stehen an einem Wintertag morgens auf und schauen auf Ihr Thermometer: Die Temperatur liegt um den Gefrierpunkt – kein Problem, wenn es bisher trocken war und kein Schnee liegt.
Gefährlich kann es werden, wenn es zu regnen beginnt – dann kann es richtig glatt werden. Zwar sollte man meinen, dass es auch bei diesen Temperaturen schneien müsste. Doch bei bestimmten Bedingungen bleibt der Regen auch unter 0 Grad Celsius Regen. Dieser sogenannte "Supercooling-Effekt" macht das Blitzeis erst möglich.

Voraussetzung

Voraussetzung für Blitzeis ist, dass die Temperaturen am Boden unter 0 Grad Celsius liegen, während sich darüber eine wärmere Luftschicht bewegt, in der sich Regen oder auch Nebel gebildet hat.

Unterkühltes Wasser

Wasser muss auch dann nicht gefrieren, wenn es in der höheren Luftschicht Temperaturen um den eigentlichen Gefrierpunkt gibt. Dieses Phänomen wird "Supercooling" oder "Unterkühlen" genannt. Es tritt dann ein, wenn Kristallisationskeime wie Staubpartikel oder Moleküle fehlen, an denen sich Wassermoleküle zu einem Eiskristallgitter anordnen.
Dann kann Wasser auch unter dem eigentlichen Gefrierpunkt flüssig bleiben.

Medienerfindung

Diese unterkühlten Regentropfen gefrieren schlagartig, sobald sie auf den eiskalten Boden treffen. Der Boden wird blitzartig mit einer spiegelglatten, gleichmäßigen, dünnen Eisschicht überzogen.

Übrigens: Die Bezeichnung Blitzeis ist eine Wortschöpfung der Medien, die sich erst in den 1990er-Jahren durchgesetzt hat. Vorher wurde von "gefrierendem Regen" gesprochen. Meteorologen sprechen von Glatteis.

Wieso ist Eis mal weiß, mal klar?

Eis bleibt Eis

Eiswürfel

Eigentlich ist es doch immer das Gleiche: gefrorenes Wasser. Aber warum sind Eisberge schneeweiß, die Eiswürfel aus dem Kühlschrank aber durchsichtig wie Glas? Welche Farbe hat denn Eis eigentlich?

Hohler Grund

Eisscholle mit Eiszapfen

Im Prinzip ist Eis durchsichtig, wie Wasser. Friert Wasser langsam, wird das Eis durchsichtig wie bei einem Eiszapfen. Aber wenn zwischen den Kristallen Luft eingeschlossen ist, erscheint das Eis weiß. Genauso beim Schnee - und übrigens auch den Schaum von bunter Seife! Und wieso macht die Luft Eis weiß?

Eigentlich bunt

Eiszapfen an einem Ast

Licht wird am Übergang vom festen Aggregatzustand des Eises zum gasförmigen der Luft wie von einem Prisma in die Spektralfarben gebrochen. Folgen viele solcher Phasengrenzen aufeinander - Eis, Luft, Eis, Luft usw. - überlagern sich diese Spektren so oft, dass alle Farben addiert werden und weißes Licht ergeben.

Wie entstehen Eisblumen?

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