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Tod beim Abfahrtstraining Beileidsbekundungen und Vorwürfe nach Poisson-Drama

Der französische Skifahrer David Poisson ist am Montag bei einem Sturz im Training des Abfahrtsteams im kanadischen Skigebiet Nakiska in der Provinz Alberta ums Leben gekommen. Die Skiszene befindet sich im kollektiven Schock. Erste Vorwürfe werden laut.

Stand: 14.11.2017

David Poisson | Bild: picture-alliance/dpa

Der 35 Jahre alte Poisson war 2013 in Schladming überraschend WM-Dritter in der Schussfahrt. Im Weltcup stand er nur einmal als Dritter der Abfahrt in Santa Caterina 2015 auf dem Treppchen. 2010 nahm er an den Olympischen Winterspielen in Vancouver teil, wurde dort Siebter in der Abfahrt. Der verheiratete Poisson, dessen Vater vor 15 Tagen gestorben war, hinterlässt einen Sohn.

"Davids Tod ist ein Desaster"

"Niedergeschmettert von dieser Nachricht, teilen Michel Vion, Präsident, Fabien Saguez, Technischer Direktor, und alle anderen Mitglieder des Teams die Schmerzen der Angehörigen in diesen schwierigen Zeiten", heißt es in der Mitteilung des Verbandes. Vion erklärte zudem: "Die Abfahrt ist gefährlich und riskant, aber in den letzten Jahren haben wir realisiert, dass sie gefährlicher ist als die Formel 1. Wir zahlen einen hohen Preis. Davids Tod ist ein Desaster."

Gegen Baum geprallt - Strecke nicht ausreichend abgesichert?

Ein "Insider", der namentlich nicht genannt wird, erhebt in der Schweizer Tageszeitung "Blick" schwere Vorwürfe: Die Streckensicherung sei nicht ausreichend gewesen, heißt es da. Poisson, das bestätigt inzwischen auch der französische Skiverband, habe bei rund 100 km/h einen Ski verloren, sei daraufhin zu Fall gekommen und habe zwei Fangnetze durchbrochen. Schließlich sei er gegen einen Baum geprallt. Das zweite Fangnetz soll nur wenige Meter vor einem Waldstück installiert gewesen sein.

"Dein Lächeln wird vermisst!"

"Nachrichten wie diese sind herzzerreißend und mit Worten nicht zu beschreiben. Mein Beileid geht an seine Familie und seine Liebsten", schrieb Felix Neureuther bei Instagram. Der Deutsche Skiverband twitterte: "Die Ski-Familie ist tief schockiert & trauert um #DavidPoisson. Wir sind mit unseren Gedanken bei David & seiner Familie, Freunden & Team."

"Das ist verheerend", twitterte US-Skistar Lindsey Vonn. "RIP David...Dein Lächeln wird vermisst", schrieb die Schweizerin Lara Gut. Abfahrer Travis Ganong aus den USA bezeichnete Poisson als "echten Freund und großartige Person". Auch der fünfmalige Weltmeister Ted Ligety aus den USA, die zweimalige österreichische Gesamtweltcupsiegerin Anna Veith und der Skiweltverband FIS bekundeten ihr Mitgefühl und ihre Trauer.

Das französische Speedteam bereitet sich in Nakiska auf die Weltcuprennen am 25. und 26. November in Lake Louise (Abfahrt und Super-G) vor.


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