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Biathlon-WM Deutsche Damen holen Staffel-Gold - Dahlmeier mit Schwächeanfall

Die deutschen Biathletinnen haben die Staffel bei der WM in Hochfilzen gewonnen. Schlussläuferin Laura Dahlmeier machte es beim letzten Schießen noch einmal spannend, war aber auf der Schlussrunde nicht zu schlagen - sie hat sich erneut verausgabt.

Stand: 17.02.2017

Die deutschen Damen feiern die Goldmedaille | Bild: picture-alliance/dpa

Dahlmeier machte wie vor zwei Jahren alles klar. Gemeinsam mit Vanessa Hinz (Schliersee/2 Nachlader), Maren Hammerschmidt (Winterberg/4) und Franziska Hildebrand (Clausthal-Zellerfeld/0) setzte sich Dahlmeier (Partenkirchen/3) nach 4x6 km und neun Nachladern vor der Ukraine und Frankreich durch.

Schwächeanfall auf der Pressekonferenz, Einsatz am Sonntag ungefährdet

Die Schlussrunde kostete der Partenkirchnerin viel Kraft. Auf der Pressekonferenz legte die nun sechsmalige Weltmeisterin nach ihrer Energieleistung vor den Journalisten aus aller Welt erst den Kopf auf den Tisch. Dann streckte sie die Beine aus. Sie wurde auf dem Podium von Mannschaftsarzt Klaus-Jürgen Marquardt gestützt. Mit wackligen Beinen und blassem Gesicht wurde sie nach ihrer zehnten WM-Medaille in Serie in einen Nebenraum geführt.

"Sie hat mir gesagt: Ich bin ein zähes Luder."

Mannschaftsarzt Klaus-Jürgen Marquardt

Trotz ihres erneuten Schwächeanfalls ist ihr Einsatz im abschließenden Massenstart am Sonntag nicht gefährdet. "Grundsätzlich denke ich, dass es überhaupt keinen Anlass gibt, dass eine gesundheitliche Gefährdung vorliegt oder dass ein Start nicht erfolgen kann", sagte Marquardt.

Dahlmeier überflügelt Neuner

Für Dahlmeier war es das vierte Gold bei dieser WM. Als erste Skijägerin überhaupt holte die 23-jährige Dahlmeier damit saisonübergreifend zehn WM-Medaillen in Serie. Außerdem überflügelte sie Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner als erfolgreichste Deutsche bei einer WM. Neuner hatte 2011 dreimal Gold und zweimal Silber gewonnen. Dahlmeier hat nun viermal Gold und einmal Silber. Am Sonntag wartet im Massenstart noch eine weitere Chance auf Edelmetall.

Alle drei Weltcup-Staffeln hatten die deutschen Damen in dieser Saison gewonnen - klar, dass sie auch für die WM topgesetzt waren. Sie blieben nicht hinter den Erwartungen zurück. Startläuferin Hinz brauchte bei ihren zwei Schießeinlagen zwei Nachlader und übergab als Zweite hinter den Französinnen an Hammerschmidt. Die benötigte insgesamt sogar vier Nachlader und vermied knapp die Strafrunde. Sie konnte dennoch die Französinnen weit hinter sich lassen, weil Célia Aymonier am Schießstand Nerven zeigte. Die Italienerinnen führten zu diesem Zeitpunkt knapp.

Franziska Hildebrand legt den Grundstein

Franziska Hildebrand wechselt auf Laura Dahlmeier.

Hildebrand holte nach dem Wechsel die Italienerinnen dann rasch ein, zeigte ein phantastisches, schnelles und fehlerfreies Schießen. Mit einem Vorsprung von knapp zehn Sekunden vor den Ukrainerinnen übergab sie an Schlussläuferin Dahlmeier.

Dahlmeier zeigte - etwas unerwartet - Schwächen am Schießstand. Obwohl sie im Liegendschießen einmal nachladen musste, lief sie zunächst einen großen Vorsprung heraus. Doch im Stehendschießen benötigte sich zwei Nachlader. Plötzlich hatte sie die Tschechin Gabriela Koukalova im Nacken. Aber Dahlmeier war dann in der Loipe gewohnt stark und brachte den Sieg am Ende ungefährdet nach Hause.


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