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Herren-Staffel in Ruhpolding Podiumsplatz nach furioser Aufholjagd

Das deutsche Biathlon-Quartett ließ sich vom total verpatzen zweiten Schießen Erik Lessers nicht entmutigen. Mit toller Schieß- und Laufleistung kämpfte sich das Team vor auf Rang drei. Den Sieg holte Norwegen vor Russland.

Stand: 11.01.2017

Erik Lesser beim Schießen | Bild: dpa-Bildfunk

Was so gut begonnen hatte, entwickelte sich zu einem Aufhol-Marathon: Der Oberhofer Erik Lesser hatte das deutsche Quartett als Führender nach seinem ersten Schießen auf die Strecke gebracht. Doch dann patzte er und musste in die Strafrunde. Das deutsche Quartett fiel fast ans Ende des Feldes zurück. Benedikt Doll, Arnd Peiffer trafen aber - notfalls mit Nachladern - alle Scheiben und liefen wieder bis auf Rang drei vor. Und den brachte Simon Schempp ins Ziel.

"So richtig freuen kann ich mich nicht, weil ich nicht so richtig dazu beigetragen habe."

Erik Lesser

Lessers Nachlader und die Strafrunde als schwere Hypothek

Startläufer Lesser hatte eigentlich mächtig Rückenwind. In Oberhof hatte er im Schlussspurt sogar den Dominator Martin Fourcade überholen können. In Ruhpolding hatte er es nun mit dem Bruder Simon zu tun, der brauchte bei der ersten Einlage aber ganze drei Nachlader. Auch alle anderen verwies der Thüringer anfangs auf die Plätze. Zum ersten Schießen kam er als Führender und blieb fehlerfrei. Beim Stehendschießen aber verspielte er insgesamt 41 Sekunden, weil nach drei Fehlern nicht alle Nachlader saßen und er sogar eine Strafrunde absolvieren musste. Lukas Hofer aus Italien hatte die Spitze vor dem Norweger Ole Einar Bjoerndalen übernommen.

Dolls Nachlader sitzen

Doll hatte die undankbare Aufgabe, erheblich aufholen zu müssen. Im Liegendschießen klappte das wie bei seinem Vorgänger optimal, er traf alles. Beim zweiten Schießen verfehlte der Hinterzartener hingegen zweimal die Scheiben, räumte die aber durch die Nachlader ab. Da lag das deutsche Quartett bereits eine Minute auf die führende Staffel aus Russland zurück. Aber das Podium war immerhin noch in Reichweite, 20 Sekunden entfernt. Das spornte Doll an, er hatte beim Laufen tatsächlich viel gut gemacht.

"Ich bin volle Kanne ins Rennen rein, um möglichst viel aufzuholen, und habe stehend ein bisschen die Quittung bekommen, aber zum Glück habe ich alle Nachlader getroffen."

Benedikt Doll

Podium in Reichweite dank Peiffers Treffer

Peiffer übernahm die Staffel auf Rang sechs. Durch sein fehlerfreies erstes Schießen hatte er sich bereits auf Rang vier vorgearbeitet. Zwei Fehler beim Stehendschießen konnte der Mann aus Clausthal-Zellerfeld läuferisch ausbügeln - so führte er die deutsche Staffel vor auf Rang drei.

"Wir haben am Schießstand nicht überzeugen können. Aber wenn man mit den Ergebnissen noch auf das Podium kommt, dann spricht das für unsere läuferische Verfassung."

Simon Schempp

Riskantes zweites Schießen Schempps

Schempp lief und schoss gemeinsam mit dem Norweger Emil-Hegle Svendsen. Nach dem Liegendanschlag lagen die beiden fehlerfrei völlig gleichauf, eine halbe Minute hinter dem führenden Olympiasieger Russland, bei dem Anton Babikow Schlussläufer war. Beim Stehendschießen riskierte Schempp etwas zu viel, da musste ein Nachlader aushelfen. Sonst wäre sogar noch mehr als Rang drei drin gewesen - das bewiesen letztendlich die Norweger: Svendsen konnte den führenden Russen auf den letzten Metern noch abfangen.

Mit 5,1 Sekunden Vorsprung gewannen die Norweger ohne die Bö-Brüder in der Besetzung Ole Einar Björndalen, Vetle Sjastad Christiansen, Henrik L'abee-Lund und Emil Hegle Svendsen. Die DSV-Staffel kam mit 23,5 Sekunden Rückstand ins Ziel.


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