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Biathlon Rees knackt als Vierter überraschend die Olympianorm

Biathlet Roman Rees hat zum Auftakt des Heim-Weltcups in Ruhpolding den ersten Podestplatz seiner Karriere knapp verpasst. Den Sieg sicherte sich Top-Favorit Martin Fourcade. Die anderen Deutschen überzeugten bedingt.

Stand: 10.01.2018

Roman Rees | Bild: picture-alliance/dpa

Rees blieb im Einzel fehlerfrei und hatte am Ende nur 12,8 Sekunden Rückstand auf Rang drei. Damit schaffte der Freiburger das beste Weltcup-Ergebnis seiner Karriere und auch die Olympia-Norm. Seinen fünften Saisonsieg sicherte sich der Franzose Martin Fourcade vor dem Tschechen Ondrej Moravec und Johannes Thingnes Bö aus Norwegen. Zumindest in die Top 20 liefen Arnd Peiffer als Elfter, Simon Schempp als 13. und Johannes Kühn auf Rang 16.

Anfangs gut dabei

Erik Lesser beim 20-Km-Rennen in Ruhpolding

Nur bis zum ersten Schießen konnten die deutschen Biathleten noch gut mithalten. Der fehlerfreie Erik Lesser verließ den Schießstand nur 0,7 Sekunden hinter dem Franzosen Martin Fourcade und knapp vor dem Norweger Johannes Thingnes Bö im "Sandwich" zwischen den beiden Ausnahmeläufern des aktuellen Winters. Auch Arnd Peiffer und Benedikt Doll - beide ebenfalls fehlerfrei - waren zunächst dabei im Kampf um die Podestplätze. Und noch einer blieb fehlerfrei - und das war schon die erste Überraschung beim Auftakt in Ruhpolding: Rees, der junge Breisgauer, war unterwegs, fast das Zünglein an der Waage zu spielen.

Schon beim zweiten Schießen, dem ersten Stehendanschlag, verloren Peiffer, Doll und Lesser den Anschluss. Peiffer mit einem Fehler, Doll mit zwei, Lesser gleich mit drei - die Top-Biathleten Fourcade und Bö, beide erneut ohne Fehler, enteilten und lieferten sich bis zum vierten Schießen ein Duell um die Plätze eins und zwei. Dort erlaubten sich beide einen Fehlschuss.

Fourcade trotz Schießfehler überlegen

Martin Fourcade verlässt den Schießstand.

Fourcade war es egal. Der Franzose, einmal mehr in der Loipe überragend, lief trotzdem entspannt dem Sieg entgegen und gewann am Ende mit überlegenem Vorsprung von über einer Minute. Bö musste dagegen kämpfen. Denn der Tscheche Ondrej Moravec - seit dem zweiten Schießen auf Platz drei und ohne Schießfehler - war plötzlich vor dem Norweger und blieb es bis zum Schluss. 5,3 Sekunden fehlten Bö auf Platz zwei am Ende.

Rees mit Olympia-Qualifikation

Und dann war da ja noch Rees. Der stürmte unbekümmert von Schießeinlage zu Schießeinlage, schoss mit traumwandlerischer Sicherheit fehlerfrei - und verließ den Stand nach dem vierten Anschlag zeitgleich mit dem drittplatzierten Bö. Der musste durchaus bangen. Allerdings verlor der Freiburger auf der Schlussrunde - fast erwartungsgemäß - Zeit auf den laufstärkeren Norweger und verpasste als Vierter knapp das Podest. Stören dürfte das den 24-Jährigen wenig: Denn mit dem besten Weltcupergebnis seiner Karriere knackte Rees die Qualifikationsnorm für die Olympischen Winterspiele und darf sich auf Pyeongchang freuen.


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