Sport - Olympische Sommerspiele

Neue Olympia-Bewerbung Ude kündigt Bürgerentscheid an

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude hat einen Bürgerentscheid über eine erneute Olympiabewerbung für die Winterspiele 2022 für den 10. November 2013 angekündigt - vier Tage vor Ablauf der Anmeldefrist beim Internationalen Olympischen Komitee.

Stand: 17.10.2012
Christian Ude | Bild: picture-alliance/dpa

"Wir haben schon in Durban zum Zeitpunkt der Niederlage der ersten Bewerbung gesagt, bei einem zweiten Anlauf wird es selbstverständlich einen Bürgerentscheid geben. Und dieser soll am 10. November stattfinden", sagte Ude in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk. "Dann wissen wir alle grundlegenden Dinge, wir können die Unterstützung des deutschen Sports hoffentlich vorzeigen, die Unterstützung der notwendigen Sponsoren, auch die Sicherstellung der Infrastrukturprojekte und dann mit guten Argumenten in den Bürgerentscheid hineingehen", so weiter: "Und wenn er positiv verläuft, was ich dann für gesichert halte, werden wir das Bewerbungsschreiben pünktlich abgeben. Da gibt es nicht das geringste Problem."

Ude kontra Schmidbauer

Mario Schmidbauer

Udes Aussage überrascht - und auch der Zeitpunkt. Den unmittelbar vor der Bekanntgabe des Bürgerentscheids hatte - ebenfalls am Mittwoch - CSU-Stadtrat Mario Schmidbauer im Rathauskeller eine Bürgerinitiative "München Pro22"  vorgestellt, die ab sofort in den nächsten Wochen und Monaten 35. 000 Unterschriften sammeln will - ebenfalls für einen Bürgerentscheid.

Schmidbauer ist der sportpolitische Sprecher der München-CSU, auch wenn er seine Initiative nicht als politische Aktion verstanden haben will. Er habe die Initiative als "Bürger der Stadt München" gegründet, so Schmidbauer. Die Unterschriften will er bis zum 15. Januar 2013 zusammen haben. Erreicht er dieses Ziel, könnte schon im März oder April 2013 abgestimmt werden. Von einem möglichen späteren Bürgerentscheid hält Schmidbauer wenig.

"Das ist doch ein Gschmarrn. Wenn ich einen Bürgerbefragung will, dann muss ich sie vorher machen, bevor ich eine Entscheidung treffe, damit ich den Bürgerwillen auch mit einbinden kann."

Schmidbauer im BR-Interview

Zu den Unterstützern der Initiative zählt auch Hans-Ulrich Hesse, der Präsident des Sportkreises München im BLSV, quasi der Kopf von 480.000 Münchnern, die in den 634 Sportvereinen der Stadt organisiert sind. Auch er hält wenig von einem späten Bürgerentscheid, sondern sieht einen möglichen März- oder April-Termin ideal.

"Wir sprechen über Wintersport, es gibt dann genügend Zeit, das aufzubereiten. Und deswegen ist es einfach vernünftig, das nicht unter Zeitdruck hinbiegen zu wollen, denn dann wird sich der Bürger wieder unter Druck gesetzt fühlen."

Hesse im BR-Interview

Ude, Bach und die Zeitplanung

Im Vorfeld hatte es Bedenken gegen Schmidbauers Initiative gegeben, die treibenden Kräfte hinter der gescheiterten Olympiabewerbung für 2018 wirkten im Vorfeld nicht begeistert. Für DOSB-Präsident Thomas Bach und Christian Ude schien die Initiative zu einem ungünstigen Zeitpunkt zu kommen. Der DOSB hatte eine Bewerbung in seiner Mitgliederversammlung am 7. Dezember 2011 "zum jetzigen Zeitpunkt" ausgeschlossen. Ude, auch SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl im kommenden Jahr, sieht das Begehren zum aktuellen zeitpunkt eher kontraproduktiv.

"Es ist doch furchtbar, wenn jetzt durch einen schleppenden Beginn einer Unterschriftensammlung der Eindruck entsteht, in München ist niemand sonderlich an der Olympiafrage interessiert."

Ude im BR-Exklusivinterview

Bach und Ude wollten das Thema lieber auf die Zeit nach einer Wahlphase im kommenden Jahr verschieben. Am 10. September 2013 wird der neue IOC-Präsident gewählt, Bach gilt als Kandidat. Fünf Tage später ist die bayerische Landtagswahl, in der Ude als Spitzenkandidat ins Rennen zieht. Dass er das Thema Olympiabewerbung taktisch angeht, um eine Konfrontation mit dem möglichen Koalitionspartner, den Grünen, zu vermeiden, dementierte Ude.

"Wenn ich für einen früheren Bürgerentscheid wäre, würd man ganz bestimmt sagen, dass tut er nur, um ein Konfliktthema mit den Grünen auszuräumen."

Ude im BR-Exklusivinterview

Bis zum 14. November müssen die Bewerbungsunterlagen beim IOC sein. Udes Bürgerentscheid am 10. November käme gerade noch rechtzeitig.

Garmisch-Partenkirchen, Königssee und Ruhpolding im Boot

Für eine neuerliche Bewerbung um die Winterspiele 2022 könnte München auf das nahezu ausgereifte Konzept der Bewerbung für 2018 zurückgreifen, mit der die Stadt 2010 Pyeongchang/Südkorea unterlag. Um sicherzugehen, dass nicht wieder Entscheidungen am Bürger vorbei getroffen werden, soll vorher auch in Garmisch-Partenkirchen der Wähler befragt werden, darüber hinaus am Königssee sowie in Ruhpolding - bei einer erneuten Bewerbung würde die Biathlon-Hochburg favorisiert.


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Fam.Jäkel, Donnerstag, 18.Oktober, 17:59 Uhr

4. Winterolympiade 2022

Es dürften nicht nur die
Münchener befragt werden sondern alle Deutschen, denn es ist zunächst unser aller
Geld. Wir aus Sachsen würden auf alle Fälle für Olympia in Deutschland stimmen,
da wir 2011 die alpine WM in Garmisch-Partenkirchen erlebten und hell auf begeistert
waren. Wir würden dieses unseren Nachkommen wünschen, denn wir werden dann
mit 85 leider zu alt sein um direkt dabei sein zu können.

Alberich, Donnerstag, 18.Oktober, 10:40 Uhr

3. Olympia nach Muenchen...???

warum sollen hierueber nur die Muenchener abstimmen...???
- nimmt Muenchen fuer sich in Anspruch, die Kosten alleinig zu stemmen.?
- wie hoch war der gesamte Anteil in der Kostenkalkulation in der letzten Bewerbung , welche von der Bundesrepublik fuer die Winterolympiade getragen werden sollen.?

Gruss aus der Bundesrepublik Deutschland ,
Alberich

Angela Urmann, Donnerstag, 18.Oktober, 08:42 Uhr

2. Aufruf wegen Olympiade

Hallo, WARUM darf da München wählen?
Warum nicht alle anderen Landkreise, FREISING usw., Beim Flughafenprojekt, wie war es denn da, wurde da FREISING angesprochen??

Wo bleibt hier die Gerechtigkeit!!! Es ist doch eigentlich sowieso wurscht, wer wählt, es wird doch gemacht, was bereits beschlossen!!!