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IOC-Kongress in Lima Olympia-Vergabe an Paris und Los Angeles offiziell

Die Doppelvergabe der Olympischen Spiele 2024 an Paris und 2028 an Los Angeles ist beschlossen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) billigte jetzt das Abkommen mit beiden Städten. In Lima tagt das IOC noch bis zum Samstag.

Stand: 13.09.2017

Olympische Ringe in Paris | Bild: picture-alliance/dpa

Auf der 131. IOC-Session in der peruanischen Hauptstadt Lima stimmte die Hauptversammlung einstimmig für das sogenannte Tripartite Agreement zwischen dem IOC, Paris und Los Angeles, das die Doppelvergabe regelt. Bereits im Juli auf der Session des IOC in Lausanne hatte sich die Vollversammlung für diesen Schritt ausgesprochen.

Normalerweise werden Olympische Spiele immer sieben Jahre vorher vergeben. Da für 2024 in Paris und Los Angeles nur noch zwei Kandidaten übrig geblieben waren und das IOC keine der wichtigen Städte vergraulen wollte, entschied man sich zur ersten Doppelvergabe seit 100 Jahren.

1900, 1924, 2024: Paris setzt auf Herz und vorhandene Sportstätten

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Genau 100 Jahre nach den letzten Olympischen Spielen an der Seine wird Frankreichs Hauptstadt die Sportwelt erneut in seinen Bann ziehen. Viele Sportstätten sind bereits vorhanden - es wird auf Olympia mit Herz und schöne Bilder gesetzt. Paris tritt mit dem Motto "Made to share" (Gemacht, um zu teilen) an. Eigentlich wollte Los Angeles die Olympischen Spiele 2024 ausrichten, nach Geldzusagen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) erklärte sich die Stadt bereit, erst 2028 anzutreten. Die Coolness Kaliforniens soll heitere Spiele bringen. In Zeiten dunkler Doping- und Korruptionsskandale kann die Olympische Familie Licht und Wärme gut gebrauchen.

1932, 1984, 2028: Großer Rückhalt auch in Los Angeles

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In beiden Städten gibt es großen Rückhalt für die Ausrichtung. Die kalkulierten Kosten sollen sich jeweils im Rahmen halten, da geplant ist, die Wettkämpfe schon in meist bestehenden Anlagen auszurichten. Paris war auch 1900 schon Gastgeber. Los Angeles hatte die Spiele 1932 und 1984 ausgerichtet. Es ist ein historischer Moment. Denn es ist erst die zweite Doppelvergabe in einem Jahrhundert: Im Juni 1921 waren die Spiele 1924 ebenfalls an Paris und für 1928 an Amsterdam vergeben worden. Für 2024 hatten sich ursprünglich auch Hamburg, Boston, Rom und Budapest beworben. Alle vier zogen zurück. Grund war fast immer das Misstrauen der Bürger in das Versprechen. Statt Boston ging Los Angeles als US-Bewerber ins Rennen.

Wirbel um Stimmenkäufe in Rio

Zuvor hatte sich IOC-Präsident Thomas Bach in einer Pressekonferenz rund 45 Minuten lang fast nur Fragen zum Thema Korruption stellen müssen. Anwälte des IOC hätten Kontakt zu brasilianischen Ermittlern aufgenommen, um mehr Informationen zu erhalten, betonte der Olympia-Chef. Im Fokus steht IOC-Ehrenmitglied Carlos Nuzman, der Chef des Rio-Organisations-Komitees war und auch das Nationale Olympische Komitee Brasiliens leitet. Er soll möglicherweise Stimmen aus Afrika bei der Vergabe zugunsten Rios mit Millionen geködert haben. Der Beschuldigte weist die Vorwürfe zurück. Sein Pass wurde eingezogen, sein Anwesen in der vergangenen Woche in Rio de Janeiro durchsucht und seine Konten eingefroren.

Nächster Tagungordnungspunkt: die Ethikkommission

Die IOC-Mitglieder werden heute ihre Beratungen fortsetzen. Dann geht es um ethische Fragen der Arbeit des IOC. Der frühere UN-Generalsekretär Ban Ki Moon soll neuer Vorsitzender der Ethikkommission werden. Ban Ki Moon war von 2007 bis 2016 Generalsekretär der Vereinten Nationen. Die Vollversammlung dauert noch bis Samstag.


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