Sport - Olympische Sommerspiele

Gedenken an das Olympia-Attentat Spontane Schweigeminute im Olympischen Dorf

Jacques Rogge, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, hat mit einer Schweigeminute überraschend der Opfern des Terroranschlags von München 1972 gedacht. Gegen eine offizielle Schweigeminute hat sich der IOC-Chef bis zuletzt gewehrt.

Stand: 23.07.2012
Jacques Rogge | Bild: picture-alliance/dpa

Die elf israelischen Athleten dürften nicht vergessen werden, sagte Rogge bei der feierlichen Zeremonie zur Eröffnung des Olympischen Dorfes in London. "Sie kamen nach München in der Hoffnung auf Frieden und Solidarität. Wir schulden es den Athleten, diese Hoffnung weiterleben zu lassen", erklärte der Belgier im Beisein von Olympia-Organisationschef Sebastian Coe, Londons Bürgermeister Boris Johnson und zahlreichen IOC-Spitzenfunktionären.

Das IOC hatte eine offizielle Schweigeminute während der Eröffnungsfeier am Freitag mehrmals kategorisch, zuletzt am Samstag, abgelehnt. Der Sport habe zwar die Fähigkeit, Menschen zusammenzubringen, könne aber nicht sämtliche Sorgen der Welt lösen, so das kommunizierte IOC-Credo.

Spontane Schweigeminute

"Der Anschlag vor 40 Jahren erinnert uns daran, dass Sport nicht immun ist und auch nicht alle Probleme der Welt heilen kann", sagte Rogge, der am Montag zugab, dass die Schweigeminute eine spontane Aktion gewesen: "Das ist tatsächlich das erste Mal, dass es im olympischen Dorf geschehen ist. Ich konnte hier nicht über Frieden und Sport sprechen, ohne daran zu erinnern, was vor 40 Jahren passiert ist."

Bei dem Überfall eines palästinensischen Terrorkommandos auf die israelische Olympia-Delegation waren am 5. September 1972 elf Mannschaftsmitglieder und ein deutscher Polizist ums Leben gekommen. Das IOC wird in Abstimmung mit dem Nationalen Olympischen Komitee (NOK) Israels am 6. August in Londons Guildhall eine Gedenkfeier abhalten.


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