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Podcast "Seitenwechsel" Folge 4 jetzt neu: Nordkorea & Olympia

Doping, Korruption, Kommerzialisierung: Der Sport steckt in einer fundamentalen Vertrauenskrise. Der neue BR Sport-Podcast "Seitenwechsel" widmet sich einmal im Monat Sporthintergründen und Sportpolitik. In Folge 4: Nordkorea & Olympia.

Stand: 11.01.2018

01.02.2018, Südkorea, Gangneung: Olympische Spiele Pyeongchang 2018 - Die Flagge von Nordkorea (M) weht neben den Fahnen der anderen teilnehmenden Nationen. Foto: Charlie Riedel/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Bild: dpa-Bildfunk/Charlie Riedel

Folge 4:

In der aktuellen Folge blicken wir gemeinsam mit BR-Korrespondent Frank Hollmann, der seit Ende November in Korea vor Ort ist und von dort berichtet, auf die olympischen Winterspiele von Pyeongchang (09-25. Februar). Die Themen sind Nachhaltigkeit und Südkorea vor Ort. Zum Theam Doping kommt unser BR-Experte Sebastian Krause zu Wort.

Wir reden über den heiligen Wald am Mount Gariwang, der für die Skiabfahrt bei Olympia abgeholzt wurde. Über die 8 Milliarden, die Olympia wohl kosten wird (mehr als doppelt so viel wie angenommen!) - und natürlich auch darüber, was sich Südkorea von diesen Investitionen erhofft.

Vor dem CAS wurde am Donnerstag enschieden, ob einige - eigentlich lebenslänglich gesperrte - russische Athleten doch noch bei Olympia starten dürfen. Es geht darum, ob diese wissentlich beim russischen Staatsdoping gemacht haben. Mit unserem BR Doping-Experten Sebastian Krause blicken wir nochmal auf den russischen Dopingskandal von Sotschi 2014 zurück und ordnen die IOC-Bestrafungen dazu ein. 

Wie läuft der Vorverkauf? Gibt es schon Public Viewing-Stände und Fanmeilen? Verstehen sich Nord- und Südkoreaner plötzlich blendend? Südkorea will in jedem Fall unter die Top 5 im Medaillenspiegel - und bürgert dafür fleißig amerikanische und kanadische Sportler und Trainer ein.

Folge 3:

Wir widmen unsh einem der größten Themen der aktuellen Saison in der Fußball-Bundesliga: dem Videobeweis. Lukas Brud, Chef des International Football Association Board (IFAB), gibt ein klares Votum pro Videobeweis ab. "Wir sind grundsätzlich schon sehr zufrieden mit der ersten Testphase. Wir wussten, dass nicht alles reibungslos läuft. (...) Die Ergebnisse zeigen, dass es in die richtige Richtung geht. Wir müssen nur ein paar Kinderkrankheiten abschaffen, aber alles in allem sind wir sehr zufrieden.“

In jedem dritten Spiel gebe es einen groben Fehler des Schiedsrichters. Mit Hilfe des Videobeweises seien 75 bis 90 Prozent der Fehler, die gemacht wurden, korrigiert worden. Ex-Profi Simon Rolfes ist deshalb sicher, dass der Videobeweis bleibt: "Wenn der Videobeweis funktioniert, sind wir alle glücklich, dass es ihn gibt. Die Generation, die nachkommt, ist so technikaffin, dass man das nicht mehr stoppen kann."

Auch über die Möglichkeit, den Videobeweis als sogenannte Challenge einzuführen, bei der jedes Team ähnlich wie im American Football oder Tennis eine bestimmte Anzahl von Entscheidungen pro Spiel prüfen lassen kann, wird im aktuellen "Seitenwechsel" diskutiert. Interessant: Während sich das Lukas Brud nicht vorstellen kann (für uns ist das keine Lösung") findet Simon Rolfes diese Möglichkeit durchaus charmant. Er sagt: "Der Gedanke ist interessant."

Folge 2: Sport und HIV

In Folge 2 dreht sich alles um das Thema Sport und HIV: Können HIV-positive Menschen Sport machen? Können sich Mitspieler beim Sport anstecken? Warum gibt es immer noch so wenige Profisportler, die sich als HIV-positiv geoutet haben – und wie groß sind die Vorbehalte gegenüber HIV-Positiven noch immer in der Gesellschaft?

Die Moderatoren haben dafür außergewöhnliche Gäste getroffen: André und Fabian sind ein schwules Pärchen, André ist HIV-positiv, Fabian negativ. Zusammen haben sie "Andre's Ride" ins Leben gerufen und wollen durch den Radsport über HIV aufklären. Außerdem sprechen die Moderatoren mit Alexandra Frings, einer HIV-positiven Marathonläuferin, die sich vor mehr als 15 Jahren bei ihrem Mann angesteckt hat. Der Münchner Arzt und HIV-Experte Dr. Nils Postel kommt ebenfalls zu Wort.

Folge 1: Neue Interessensvertretung für Spitzensportler

Bei der Premiere des Podcasts geht es um eine kleine Revolution im deutschen Sport: Mitte Oktober haben 45 Vertreter deutscher Spitzensportverbände den Verein "Athleten Deutschland" gegründet, mit dem Deutschlands Top-Athleten ihre Interessen besser als bisher vertreten wollen – und zwar unabhängig von Verbänden wie dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Mit dessen Vorstandschef Michael Vesper und der Schwimmerin Amélie Ebert, Vorstandsmitglied bei "Athleten Deutschland", kommen im Podcast Vertreter beider Seiten ausführlich zu Wort.


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Kommentare

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Peter, Donnerstag, 08.Februar, 00:09 Uhr

4. Wie gnädig,

dass wir zu einem so unwichtigem Thema einen Kommentar schreiben dürfen.
Der BR sei gelobt und gepriesen, der Hort der Meinungsfreiheit und der Demokratie(abgabe).

Schenk, Karl-Heinz Dieter, Dienstag, 12.Dezember, 13:02 Uhr

3. Sport und HIV

Fortsetzung: Wie kann so etwas sein, gerade in Bereichen und Berufsgruppen, wo man eigentlich mehr Informationen erwartet und deshalb nicht mit Stigmatisierungen und Vorbehalten (aus Unkenntnis?)) rechnen muss oder darf?
Wenn schon Zahnärzte und Krankenhauspersonal nicht genügend informiert sind und deshalb zu solchen Vorbehalten bei den Patienten neigen, darf man kaum darauf hoffen, dass die 'Gesellschaft' insgesamt lockerer und normaler mit der Krankheit umgehen.
Von daher noch einmal Gratulation zu der Sendung, die hoffentlich dazu beiträgt, in Gesellschaft und Sport einen 'normaleren' Weg mit dem Umgang der Krankheit zu erreichen.

Schenk, Karl-Heinz Dieter, Dienstag, 12.Dezember, 12:55 Uhr

2. Sport und HIV

Zunächst Gratulation an die Kommentatoren, die durch ihre offene und lockere Art mit dem Thema und den Interviewpartnern eine tolle und ungezwungene Atmosphäre geschaffen haben und damit das Thema 'HIV und Sport' einmal in ein ganz anderes - normaleres und vorbehaltloses - Licht gerückt haben...
Was mich gewundert hat (und was ich kaum glauben kann), ist die Aussage, dass die Krankheit in Verbindung mit den eingenommenen Medikamenten angeblich keine sportlichen Einschränkungen haben soll. Wie kann das sein, wenn man als Sportler schon bei einer Grippe oder Erkältung in seiner Leistung beeinträchtigt ist? Bei HIV soll man keine - trotz der radikalen Medikamente - keine Probleme, sondern sogar leistungssteigernde Momente haben... Irgendwie für mich nicht nachvollziehbar.
Erschreckend die Aussage der immer noch vorhandenen Stigmatisierung der Krankheit und der teilweise Umgang mit den Patienten im Krankenaus oder beim Zahnarzt:

  • Antwort von André von Andre's Ride, Dienstag, 19.Dezember, 17:47 Uhr

    Hallo Karl-Heinz,

    ich kann es gut nachvollziehen, dass du schwer glauben kannst dass es keine sportlichen Einschränkungen gibt trotz der täglichen Medikamente. "Radikal" sind die modernen Medikamente aber übrigens gar nicht. Nur hochwirksam. Ich nehme eine Tablette am Tag in etwa immer um die gleiche Zeit herum und wenn ich auf dem Rad unterwegs bin, habe ich eine dabei und nehme sie auch manchmal während des Traingins. Sie sind inzwischen sehr nebenwirkungsarm - also bei den meisten treten gar keine spürbaren Nebenwirkungen mehr auf. Medizinisch hat sich also sehr viel getan.

    Man hat auch kein Krankheitsgefühl bei einer behandelten HIV-Infektion. Es ist nicht so, als hätte man Schnupfen oder gar eine "echte" virale Grippe - letztere legt jeden flach.

    Sportliche Grüße!

frank, Samstag, 09.Dezember, 10:18 Uhr

1. podcast

Weiter so. Guter Bericht, wie ich finde.
LG,
Frank