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Breitensport Südkoreaner fitter durch Sport

In Südkorea hat die Regierung schon vor Jahren ein Programm für mehr Breitensport gestartet. Das zahlt sich mittlerweile aus. Die Koreaner sind heute fitter und die Ausgaben im Gesundheitswesen gesunken.

Stand: 09.02.2018

Breitensport in Südkorea | Bild: BR/Frank Hollmann

Abends in einem Sportzentrum in Seoul – die Badmintonhalle ist gut besucht, auf zwei Feldern wird gespielt, auf einem dritten gibt Sun Myeong-Jin Einzeltraining. "Ich unterrichte in vielen solchen Einrichtungen. Mein jüngster Schüler ist acht, mein ältester 73".

Trainieren mit dem Badminton-Profi

Sun Myeong-Jin war Badminton-Profi, entsprechend anspruchsvoll ist sein Training. 25 Bälle spielt er in schneller Serie übers Netz, mal kurz mal lang, mal flach, mal hoch. Park Se-jin kommt abei ganz schön ins Schwitzen. "Als Kind war ich eher dünn und schwächlich, dann habe ich mit Sport begonnen. Du siehst ja, ich habe ganz schön Muskeln aufgebaut, bin jetzt richtig fit", sagt der 35-Jährige.

Das Sportzentrum bietet nicht nur Badminton an. Nebenan ist die Yoga-Gruppe, ein Stockwerk tiefer eine Basketball-Halle, im Erdgeschoß ein Pool mit einer 50 Meter-Bahn. Über dem Eingang hängen die Olympischen Ringe, das Sportzentrum erinnert an die Sommerspiele von 88. "Die Regierung hat vor Jahren eine Kampagne für mehr Breitensport gestartet", erzählt Trainer Sun. "Dreimal pro Woche eine halbe Stunde. Das hat sich ausgezahlt. Die Koreaner sind heute fitter, die Ausgaben im Gesundheitswesen sind deutlich gesunken."

Wer in Seoul am Morgen in die U-Bahn steigt, sieht häufig Wanderer, mit Daunen-Jacke, Stiefel, Rucksack. Seoul ist umgeben von Bergen, die U-Bahn führt direkt zum Startpunkt. Auch Frau Kim 63 Jahre jung,  geht regelmäßig in die Berge: "Ich habe vor zehn Jahren mit dem Sport angefangen, Wandern, Schwimmen, Yoga und eben Badminton. Sport hält mich gesund, was Besseres gibt es nicht. Das hilft mir mehr als Ginseng oder irgendwelche Mittel."

Und Frau Kim hat immer Gesellschaft, trifft sich beim Badminton mit Freunden wie Frau Yun. "Wir treffen hier auch viele jüngere, oft spielen auch wir zusammen, das macht einfach Spaß."

In der Fußballschule mit Cha Bum-kun

Sport für das Gemeinschafts-Gefühl, das ist nicht nur wichtig für Südkoreas Rentner. In der Fußballschule von Cha Bum-kun, dem früheren Bundesliga-Stürmer, bolzen jedes Wochenende Dutzende von Kindern zwischen fünf und fünfzehn. Cha geht es nicht um Talentsichtung, Cha sorgt sich um die koreanische Gesellschaft. "Fußball ist ein Mannschaftssport, das ist wichtig für die Kinder. Die Geburtenrate bei uns ist die niedrigste der Welt, fast alle Kinder wachsen ohne Geschwister auf. Fußball kann ihnen helfen, hier können sie mit Gleichaltrigen spielen, lernen Teamgeist. Ich möchte einfach nur, dass die Kinder Spaß haben."


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