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Letztes WM-Qualifikationsspiel Bundestrainer Löw schaltet in den WM-Modus

Zehn Siege in zehn Qualifikationsspielen - das gab's beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) seit 1934 nicht mehr. Für Joachim Löw wäre also ein Sieg gegen Aserbaidschan erneut ein Meilenstein. Doch der Bundestrainer blickt lieber schon auf die WM 2018.

Stand: 08.10.2017

Bundestrainer Joachim Löw | Bild: picture-alliance/dpa

"Die Spieler, die dabei sein werden, müssen auf den Punkt auf dem höchsten Niveau sein und müssen zu jeder Zeit, zu jeder Minute und zu jeder Sekunde eine Topleistung abrufen, wenn sie gebraucht werden. Daran arbeiten wir", sagte Löw im DFB-Teamhotel in Mainz vor dem letzten WM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan (Anstoß: 20.45 Uhr in Kaiserslautern).

Der Bundestrainer hat das Maximalziel, die WM-Titelverteidigung, ausgerufen. Und dafür sucht er ab sofort Spieler mit "immensem Hunger". Russland werde laut Löw das "schwierigste Turnier" überhaupt. "Der Kampf an der Spitze wird brutal hart", sagte Löw: "Glaubt doch bloß nicht, dass wir die Einzigen sind, die wirklich gute Spieler haben. Auch andere Nationen haben in der Ausbildung unglaublich aufgeholt und sind hartnäckig. Auch wir als Weltmeister müssen uns neu erfinden und neu definieren."

Mindestens drei personelle Veränderungen

Dank der vorzeitigen WM-Qualifikation durch den Sieg in Nordirland ist das letzte Quali-Spiel für Löw gleich das erste Test-Match in seinem WM-Fahrplan. Mindestens drei personelle Veränderungen will er in der Startelf vornehmen, die Spieler sollen sich präsentieren und ihre WM-Ambitionen unterstreichen. So sollen die Premier-League-Profis Emre Can vom FC Liverpool im defensiven Mittelfeld und Außenstürmer Leroy Sané von Manchester City von Anfang an auf dem Platz stehen. "Nur wir als Weltmeister haben etwas zu verlieren. Alle anderen können nur gewinnen. Um den WM-Titel zu wiederholen, brauchen wir eine Topleistung von jedem einzelnen Spieler", betonte Löw.

Leno für ter Stegen im Tor

Im Tor wird der Leverkusener Bernd Leno auflaufen und um einen Platz hinter der verletzten Nummer eins Manuel Neuer kämpfen. Zuletzt hatte Leno beim Confed Cup beim 3:2 gegen Australien gespielt und eine nicht immer glückliche Figur abgegeben. Die Neuer-Stellvertreter Ter Stegen und Leno rücken aktuell noch stärker in den Fokus, weil ein Neuer-Interview aus München für einen kleinen Aufreger sorgte.

Wie lange fehlt Neuer noch?

"Es findet noch eine Wundheilung statt innerhalb des Fußes. Die kann sogar bis zu einem halben Jahr dauern", sagte der 31-jährige Neuer im Internetfernsehen der Bayern. Zwar halten Verein und Torwart weiter am Plan fest, dass Neuer zum Rückrundenstart wieder trainieren und spielen soll. Doch scheint auch eine längere Pause denkbar.

Auch Löw verfolgt die Entwicklungen in München genau und bleibt noch ruhig. "Man sollte den Teufel nicht an die Wand malen mit Manuel Neuer", sagte Löw in Mainz. Mit Blick auf die am 14. Juni beginnende WM 2018 habe er "aktuell keine Sorgen". Zumal sich vor allem Marc-André ter Stegen zuletzt als absolut souveräner Stellvertreter präsentiert hat. "Wenn man jetzt von einem Torhüter hinter Manuel Neuer spricht, ist das der Marc", sagte der Bundestrainer. Läuft alles normal, ist bei der WM 2018 also nur noch der Platz als Torhüter Nummer drei zu vergeben.

Nur ein Sieg zählt

Neun Siege in neun Spielen hat die DFB-Elf bisher in der WM-Qualifikation. "Jetzt werden wir alles dran setzen, um auch das zehnte Spiel zu gewinnen. Das war von Anfang an die Idee, das Ziel", sagte Löw. Zehn Siege waren unter Löw auch auf dem Weg zur EM 2012 gelungen, allerdings mit einem schlechteren Torverhältnis. Letztmals ohne Punktverlust konnte sich Deutschland für eine WM vor 36 Jahren qualifizieren. Unter Jupp Derwall gab es damals acht Siege aus acht Spielen.

Am sechsten Sieg im sechsten Aufeinandertreffen gegen Aserbaidschan zweifelt beim DFB niemand. Man wolle den Zuschauern "Freude bereiten", sagt Löw, der sich auf das Aufeinandertreffen freut. "Sie verstecken sich nicht und hauen auch nicht die Bälle kreuz und und quer, wie wir es zuletzt erlebt haben", sagte der Bundestrainer mit Blick auf Aserbaidschan im Vergleich zu den beiden letzten Kontrahenten Norwegen und Nordirland.


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