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FC Luzern entlässt Trainer nach Abschiedsankündigung Die Posse um Ex-Bayer Markus Babbel

Der Münchner Markus Babbel und der FC Luzern gehen nach über drei Jahren getrennte Wege. Der Schweizer Erstligist trennte sich vom früheren Bayernspieler - zwei Tage nachdem der seinen Rücktritt zum Saisonende angekündigt hatte.

Stand: 05.01.2018

ARCHIV - Der Trainer Markus Babbel von Luzern beim Super League Meisterschaftsspiel zwischen dem FC Luzern und den BSC Young Boys vom Sonntag, 22. Oktober 2017 in Luzern. (zu dpa «Deutscher Trainer Babbel kündigt Rücktritt beim FC Luzern an» am 03.01.2018) Foto: Urs Flueeler/KEYSTONE/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Bild: dpa-Bildfunk/Urs Flueeler

Zwei Mal Fünfter, zwei Mal Dritter in der schweizerischen Super League - was Markus Babbel seit Oktober 2014 mit dem FC Luzern erreicht hat, ist angesichts der erfolgsarmen Geschichte des Vereins durchaus zu würdigen. In der aktuellen Saison sind die Luzerner nach den Abgängen diverser Routiniers und Leistungsträger allerdings nur Neunter. Doch die sportliche Situation sorgte offenbar nicht für das "Aus" zwischen dem Trainer aus Bayern und dem Traditionsklub aus der Innerschweiz.

Am Mittwoch (03.01.17) hatte sich Babbel in einem Interview mit der "Luzerner Zeitung" kritisch gegenüber dem Klub geäußert. "Für mich passt die Zusammenarbeit so nicht mehr, ich kann mich nicht verbiegen", sagte Babbel und kündigte seinen Abschied zum Saisonende an. Es gebe wegen Differenzen mit der Geschäftsführung schlechte Stimmung. Ein verklausulierter Angriff auf den umstrittenen Geschäftsführer Marcel Kälin. Seit er im Verein ist, kündigten bereits mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den verschiedensten Bereichen, berichten "Neue Zürcher Zeitung" und "Luzerner Zeitung".

Kälin, Spieler in Luzern bei der einzigen Meisterschaft des Vereins 1989, ist seit 2016 als CEO im Klub. Angetreten mit Visionen, den Verein in die Spitze zu bringen, stagniert der FC Luzern aber - und die Stimmung bei Fans und Mitarbeitern ist alles andere als prächtig. Angesichts der hohen Personalfluktuationen unter Spielern und Mitarbeitern waren Babbel offenbar Zweifel gekommen, dass er Luzern irgendwann in die Erfolgsspur führen könnte.

Entlassung zwei Tage nach dem Interview

Offenbar hat Babbel mit seinen Aussagen die Vereinsverantwortlichen empfindlich getroffen - wobei man natürlich trefflich streiten kann, ob nicht auch Babbel mit den Andeutungen über Vereinsinterna einige Schritte zu weit gegangen ist. Kurzfristig wurde eine Pressekonferenz einberufen, nur zwei Tage nach dem Babbel-Interview wurde der Bayer vom Verein freigestellt, gemeinsam mit Co-Trainer Patrick Rahmen.

Der Verein sei von der Situation überrascht worden, teilte Sportchef Remo Meyer mit. Die Ereignisse der letzten Tage seien enttäuschend gewesen. Was allerdings am Mittwoch passiert ist, sei so nicht tolerierbar. Deshalb habe der Klub entschieden, sich von Babbel und Rahmen zu trennen. Einen Nachfolger gibt es noch nicht, vorerst übernimmt U21-Trainer Gerardo Seoane die Mannschaft. Für den Einstieg zur Schlammschlacht sorgte Luzern-Investor Bernhard Alpstaeg. Im Boulevardblatt "Blick" wird er zitiert: "Herr Babbel ist ein 'Birchermüesli'-Trainer. Einwenig so und einwenig anders. Und dann wieder so."

Babbel: Rückkehr in die Bundesliga?

Der gebürtige Münchner Babbel spielte in der Bundesliga 288 Mal für den FC Bayern München, den Hamburger SV und den VfB Stuttgart. Im Ausland war er für den FC Liverpool und die Blackburn Rovers am Ball. 51 Mal spielte er zwischen 1995 und 2000 für die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft. Als Trainer war Babbel vor seiner Station in der Schweiz bei den Bundesligisten VfB Stuttgart, Hertha BSC und 1899 Hoffenheim tätig. Was Babbel in Zukunft macht, ist noch offen. Eine Rückkehr in die Bundesliga könnte eine Option für den 45-Jährigen sein.


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