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DFB-Pokal Pokal-Aus für bayerische Vereine, nur Löwen weiter

Ein völlig verunsicherter 1. FC Nürnberg ist zum zweiten Mal in seiner Vereinsgeschichte im DFB-Pokal an den Amateuren des TSV Havelse gescheitert. 21 Jahre nach dem K.o. im Elfmeterschießen 1991 verlor der Bundesligaclub nach einer desolaten Vorstellung auch die angestrebte Revanche. Die Löwen hingegen setzten sich gegen den FC Hennef mit 6:0 durch. FC Ingolstadt ging beim VfR Aalen mit 0:3 unter. Wacker Burghausen verlor 0:1 daheim gegen Fortuna Düsseldorf.

Stand: 19.08.2012
 Der Havelser Christoph Beismann (r) und der Nürnberger Marcos Antonio Elias Santos kämpfen um den Ball.  | Bild: picture-alliance/dpa

Dabei fing es für die 1. FC Nürnberg gut an: Die Franken nutzten bereits ihre erste Möglichkeit zur schnellen Führung. Alexander Esswein war mit einem Flachschuss aus 14 Metern Entfernung in der siebten Minute erfolgreich, nachdem Javier Pinola mit Übersicht gut aufgelegt hatte. Doch wer dachte, jetzt geht das Schützenfest für den Club los, wurde eines Besseren belehrt: Nur sechs Minuten später kamen die Niedersachsen zum Ausgleichstor.

Christoph Beismann war mit einem Kopfball erfolgreich, Vorbereiter war per Flanke Marc Vucinovic. Die viertklassigen Amateure hielten auch in der Folgezeit gut dagegen, die Partie wogte hin und her. In der 22. Minute ging ein Freistoß vom Nürnberger Simons nur knapp am TSV-Gehäuse vorbei. Aber auch die Norddeutschen hätten in Führung gehen können, doch Beismann schoss aus spitzem Winkel in der 31. Minute knapp am linken Torpfosten vorbei.

Der Club tat wenig und musste in die Verlängerung

Nach der Pause kam der Club besser ins Spiel. Sie spielten engagierter nach vorne und hatten mehr Ballbesitz. Doch die Abwehr des Regionalligisten stand sehr kompakt. Eine zwingende Torchance ergab sich für die Franken nicht. Havelse war zwar nicht spielbestimmend, aber sie waren immer gefährlich aus dem Spiel heraus: Wie auch in der 60. Minute: Vucinovic flankte von rechts, Pinola griff nicht an, Posipal köpfte unhaltbar für Schäfer ein. In der Folge spielte der Club ohne Engagement. Doch in der 80. Minute dann der überraschende Ausgleich: Esswein flankte von links auf den zweiten Pfosten. Mak stand frei und donnerte das Leder volley links oben unter die Latte. Die Franken retteten sich in die Verlängerung.

"Das war von uns viel zu wenig, Havelse war einfach besser. Vielleicht haben wir uns nach der frühen 1:0-Führung zu sicher gefühlt. Selbst nach unserem Ausgleich zum 2:2 waren wir nicht mehr in der Lage, das Spiel zu drehen. Das war sehr enttäuschend!"

Dieter Hecking, Trainer 1. FC Nürnberg

In der 97. Minute dann das 3:2 für den Regionalligisten: Sané düpierte die Nürnberger Abwehr, scheiterte aber an Schäfer. Den Abpraller staubte aber Vucinovic völlig freistehend ab. Aufregung in der 103. Minute - Essweins Tor wudre wegen Abseits nicht gegeben.

Statistik: Havelse - Nürnberg 3:2 n.V.

Havelse: Meyer - Degner, Tayar, Wendel, Hansmann - Hintzke, Posipal - Vucinovic, Merkens, Maletzki (69. Deppe) - Beismann (69. Sane)
Trainer: Breitenreiter
Nürnberg: Schäfer - Chandler, Klose, Marcos Antonio, Pinola - Simons, Balitsch (72. Pekhart) - Gebhart (63. Kiyotake), Frantz (63. Mak), Esswein - Polter
Trainer: Hecking
Schiedsrichter: Robert Kempter (Sauldorf)
Tore: 0:1 Esswein (7.), 1:1 Beismann (13.), 2:1 Posipal (60.), 2:2 Mak (80.), 3:2 Vucinovic (97.)
Zuschauer: 2.500
Gelbe Karten: Hintzke (54.), Deppe (77.) - Esswein (110.), Pekhart (111.)

TSV 1860 München gewinnt bei FC Hennef mit 6:0

Die ersten 30 Minuten gehörten dem Fünftligisten FC Hennef. Sie spielten munter nach vorne und hinten standen sie eng. Der Oberligist wirkte höchst konzentriert. In der 25. Minuten dann die riesen Chance zum 1:0: Dabers startete von der Mittellinie und setzte sich auf seinem Weg zu Ochs gegen drei Münchner durch. Seinen Schuss konnte Ochs gegen die Latte lenken. Die Löwen fanden nur langsam in die Partie. Doch mit einem Doppelpack brachten die Sechzger etwas Ruhe in die Partie: In der 31. Minute verwandelte Vallori einen Eckball unhaltbar per Kopf zum 0:1. In der 34. Minute nutzte Benny Lauth eine Fehler der Hennefer Hintermannschaft aus und schoss aus 18 Metern den Ball ins Tor.

Auch in der zweiten Halbzeit schlug sich der FC Hennef wacker und bot den Löwen Paroli. Doch langsam zollte die Hitze - es gab vom DFB angeordnete Trinkpausen - Tribut. Das Spiel plätscherte dahin. Doch innerhalb von Sekunden machte 1860 bei Hennef alles klar. Erst schob Blanco (69.) nach einem Querpass ein. Wenig später hatte auch Bülow (70.) viel Platz und schon stand es 4:0. Und dann gab es noch in 71. Minute einen Elfmeter für die Münchner: Bierofka verwandelte sicher. In der 90. Minute vollendete Stoppelkamp mit dem schsten Tor für die Sechzger.

Statistik: Hennef - München 0:5

Hennef: Heil - Eck, Halili, Rieck, Remagen (76. Schmitz) - Schöller, Niewiadomski (51. Klug), Dabers, Günther - Wegner (23. Krasniqi), Hecht
Trainer: Bäumer
München: Ochs - Wojtkowiak, Schindler, Vallori, Volz - Bülow, Bierofka (73. Stahl) - Nicu, Lauth (55. Blanco), Tomasov (64. D. Halfar) - Stoppelkamp
Trainer: Maurer
Schiedsrichter: Manuel Kunzmann (Bad Hersfeld)
Tore: 0:1 Vallori (31.), 0:2 Lauth (34. ), 0:3 Blanco (69.), 0:4 Bülow (70.), 0:5 Bierofka (71., Foulelfmeter), 0:6 Stoppelkamp (90.)
Zuschauer: 5.200
Gelbe Karten: - Tomasov (49.), Wojkowiak (53.)

Verdiente Niederlage für den FC Ingolstadt gegen VfR Aalen

Ingolstadt spielte häufig zu statisch und einfallslos. Nur selten konnten die als Geheimfavorit für den Bundesliga-Aufstieg gehandelten Bayern den VfR ernsthaft unter Druck setzen. Aalen agierte konzentriert, couragiert und äußerst effektiv. Lechleiter nutzte gleich die erste Chance per Kopfball zur Führung (15.). Die Schwaben ließen sich auch nicht durch den vergebenen Elfmeter - Andreas Schäfer hatte Sascha Traut gefoult - aus dem Konzept bringen. Dausch machte es zwei Minuten nach seinem zu schwach geschossenen Strafstoß besser. Problemlos verwertete er ein präzises Zuspiel von Kevin Kampl zum 2:0 (35.). Einwechselspieler Valentini sorgte mit seinem 3:0 in der Nachspielzeit für das i-Tüpfelchen aus Aalener Sicht.

Statistik: Aalen - Ingolstadt 3:0

Aalen: Fejzic - Traut, Kister, Hübner, Buballa - Hofmann, Grech - Lechleiter (90. Valentini), Dausch (78. Haller), Kampl - Reichwein (67. Klauß)
Trainer: Hasenhüttl
Ingolstadt: Özcan - da Costa, Biliskov, Gunesch, Andreas Schäfer - Groß (36. Akaichi), Matip (78. Uludag) - Leitl, Korkmaz (78. Florian Heller) - Caiuby, Eigler
Trainer: Oral
Schiedsrichter: Marcel Unger (Halle/Saale)
Tore: 1:0 Lechleiter (15.), 2:0 Dausch (35.), 3:0 Valentini (90.+3)
Zuschauer: 3.027
Gelbe Karten: - Groß, Andreas Schäfer
Besonderes Vorkommnis: Özcan hält Foulelfmeter

Wacker Burghausen verliert gegen Fortuna Düsseldorf

Bundesligaaufsteiger Fortuna Düsseldorf bezwang den Fußball-Drittligisten Wacker Burghausen durch einen späten Treffer von Stefan Reisinger in der 76. Spielminute mit 1:0 (0:0). In einer chancenarmen Partie nutzte der gebürtige Bayer, der von 2003 bis 2005 für Wacker spielte, die einzige klare Fortunen-Chance in der gesamten zweiten Halbzeit zum Siegtor.

Burghausen war defensiv eingestellt: Bis auf die Sturmspitze Sahr Senesie orientierte sich das komplette Wacker-Team nach hinten. Das brachte die kaum eingespielten Fortunen früh in Schwierigkeiten. Nur zwei Torchancen standen für die Gäste bis zur Pause zu Buche. Das Außenseiter-Team von Trainer Georgi Donkov wurde wenn, dann vor allem durch Standardsituationen gefährlich. Mit scharfen Hereingaben von der Eckfahne oder aus dem Halbfeld sorgte Marco Holz des Öfteren für Durcheinander im Düsseldorfer Strafraum. Richtig Stimmung kam bei den gut 6000 Zuschauern in der Wacker Arena nach 50 Minuten auf, als Senesie einen Düsseldorfer Abwehrfehler nutzte, Verteidiger Stylianos Malezas umkurvte und den Ball an den Pfosten pfefferte.

Statistik: Burghausen - Düsseldorf 0:1

Burghausen: Vollath - Strifler, Cinar, Aupperle, Schmidt - Eberlein, Holz (83. Freiberger) - Aschauer (64. Thiel), Moser, Leberfinger (80. Kulabas) - Senesie
Trainer: Donkov
Düsseldorf: Giefer - Levels, Malezas, Langeneke, van den Bergh - Oliver Fink, Lambertz (65. Bodzek) - Kruse, Bellinghausen (60. Garbuschewski) - Reisinger, Woronin (90.+1 Rafael)
Trainer: Meier
Schiedsrichter: Harm Osmers (Hannover
Tore: 0:1 Reisinger (76.)
Zuschauer: 5.000
Gelbe Karten: Holz, Leberfinger, Kulabas - Levels, Langeneke, Kruse

DFB-Pokal im Überblick

Die bayerischen Klubs in der 1. DFB-Pokalrunde

SV Wilhelmshaven - FC Augsburg 0:2
SpVgg Unterhaching - 1. FC Köln 1:2
Kickers Offenbach - SpVgg Greuther Fürth 2:0
TSV Havelse - 1. FC Nürnberg 3:2 n.V.
FC Hennef 05 - TSV 1860 München 0:6
VfR Aalen - FC Ingolstadt 3:0
Wacker Burghausen - Fortuna Düsseldorf 0:1
Jahn Regensburg - FC Bayern München 0:4


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