SpVgg Greuther Fürth - Schalke 04 Fürth verliert erneut daheim
Da half auch das Daumendrücken von Fürth-Fan Henry Kissinger nichts. Nach einer mutigen ersten Hälfte der SpVgg Greuther Fürth verlor die Mannschaft gegen Schalke 04 mit 2:0. Gerade in der zweiten Hälfte wirkten die Franken überfordert.
Hoher Besuch hatte sich für dieses Spiel angekündigt: Der ehemalige US-Außenminister und Friedensnobelpreisträger Henry Kissinger drückte der SpVgg Greuther Fürth auf der Tribüne die Daumen. Der gebürtige Fürther ist seit seiner Jugend ein treuer Anhänger der Fürther Fußballer. "Der Ronhof, den ich kenne, hat sich sehr verändert. Früher sah ich die Spiele vom Stehplatz, heute werde ich besser behandelt", sagte Kissinger.
"Ich wünsche Fürth die Meisterschaft."
Fürths Ehrenbürger Henry Kissinger
Und Henry Kissinger sah in der ersten Halbzeit ein munteres Spiel. Die Partie begann zwar mit ein wenig Mittelfeldgeplänkel. Der Ball wechselte immer wieder den Besitzer. Doch nach zwölf Minuten nahm das Spiel Fahrt auf: Huntelaar flankte maßgenau auf Draxler. Der stieg unbedrängt zum Kopfball hoch, wuchtete den Ball aber über das Tor. In der 16. Minute dann die erste Torchance für die Fürther: Ein Eckball von Schmidtgal landete beim Ex-Schalker Edu an der Strafraumgrenze. Satter Schuss des Angreifers, der aber abgefälscht über das Tor segelte. Die Kleeblättler spielten mutig und zweikampfstark, leisteten sich aber zu viele Fehlpässe.
In der 40. Minute hätte dann das Führungstor der Gäste fallen müssen: Nach einem Traumpass von Holtby war Afellay rechts im Strafraum frei. Fürths Torhüter Grün stürmte auf ihn zu und der Niederländer legte bedacht quer auf den völlig frei stehenden Huntelaar. Der Torwart war nicht im Tor, aber Huntelaar schoss die Direktabnahme über die Latte. Fürths Trainer Mike Büskens, 1997 einer der Schalker UEFA-Cup-Sieger, machte seiner alten Liebe das Leben mit seiner hervorragend eingestellten Elf in der ersten Halbzeit extrem schwer.
"Wir müssen lernen, haben aber wieder eine engagierte Leistung gezeigt. In dieser Liga werden Kleinigkeiten bestraft."
Mike Büskens, Trainer SpVgg Greuther Fürth
Schalke spielbestimmend in der zweiten Halbzeit
Drei Minuten nach Wiederanpfiff dann das 1:0 für Schalke 04: Draxler kam auf dem linken Flügen an den Ball, zog nach innen und schoss dann aus gut 25 Metern über Grün hinweg ins Tor. Der Fürther Keeper sah nicht ganz so gut aus. Nach dem 1:0 wirkten die Fürther wie geschockt. Nichts war mehr zu sehen vom Selbstbewusstsein der Franken aus der ersten Halbzeit. Die Fehlpässe häuften sich. Von den Fürther Fans im ausverkauften Ronhof war zu diesem Zeitpunkt wenig zu hören. In der 57. Minute kam nach einem Pass von Schmidtgal Edu in den gegnerischen Strafraum. Aber er verdribbelte sich. Edu fehlt noch die Bindung zur Mannschaft. Fürth war zwar bemüht, aber zwingende Torchancen gab es keine. Schalke spielte das ganz souverän runter, ohne selbst viel für das Spiel zu machen.
"Wir haben zunächst nicht gut gespielt und dann kurz vor der Pause auch noch große Chancen vergeben. Wir wissen von Draxlers Qualitäten, ich bin sehr zufrieden mit ihm."
Huub Stevens, Trainer Schalke 04
In der 74. Minute dann mal wieder eine Chance für die Schalker: Draxler spielte Huntelaar an der Strafraumgrenze an. Der legte sich den Ball vor, Draxler nahm ihn wieder ab und vertändelte dann. Genau wie Huntelaar in der folgenden Szene, wo er statt den freien Mann anzuspielen den Ball im Dribbling verlor. In der letzten Viertelstunde versuchten die Kleeblättler noch, den Ausgleichstreffer zu erzielen. Die größte Chance hatte Sararer in der 82. Minute: Er setzte sich auf der linken Seite ganz stark gegen Höwedes und Jones durch. Aus spitzem Winkel zog er dann ab und traf das Außennetz. In der 88. Minute machte Schalke dann aber alles klar: Holtby erkämpfte sich den Ball auf der Außenbahn und gab ab auf Farfan. Der Peruaner fand Barnetta links im Strafraum. Der legte sofort quer auf Holtby - Direktabnahme aus 10 Metern ins Tor. In der Nachspielzeit wäre beinahe noch das 0:3 gefallen, nachdem Farfan aus wenigen Metern nur den Pfosten traf.
"Wir hätten mehr Tore machen können, die Chancen waren absolut da. Es war ein hartes Spiel, aber wir sind der verdiente Sieger."
Benedikt Höwedes, Schalke 04
SpVgg Greuther Fürth - Schalke 04
Fürth: Grün - Nehrig, Kleine, Mavraj, Schmidtgal - Fürstner, Pekovic (77. Asamoah) - Klaus (68. Pektürk), Prib - Sararer, Edu (83. Azemi)
Trainer: Büskens
Schalke: Unnerstall - Höwedes, Kyriakos Papadopoulos, Matip, Christian Fuchs (90.+1 Kolasinac) - Jones, Neustädter - Afellay (67. Farfan), Holtby, Draxler (85. Barnetta) - Huntelaar
Trainer: Stevens
Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf)
Tore: 0:1 Draxler (48.), 0:2 Holtby (88.)
Zuschauer: 18.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Schmidtgal (2), Fürstner

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