Sport - Fußball

Liga-Cup FC Bayern noch nicht in Form

Der FC Bayern München konnte beim Liga-Total-Cup in Hamburg noch nicht überzeugen. Gegen Werder Bremen verloren die Bayern nach Elfmeterschießen. Im Spiel um Platz 3 besiegten die Bayern den harmlosen HSV mit 1:0.

Stand: 07.08.2012
 Hamburgs Ivo Ilicevic (l) kämpft mit dem Münchner Mitchell Weiser um den Ball.  | Bild: picture-alliance/dpa

Kurz vor dem Bundesligastart am 25. August läuft es für den FC Bayern noch nicht rund. Gegen Werder Bremen zeigten die Bayern eine schwache Leistung. Nach Treffern von Nils Petersen (6.) und Niclas Füllkrug (43.) für Werder sowie Xherdan Shaqiri (27.) und Toni Kroos (60.) für die Bayern stand es 2:2 nach der regulären Spielzeit. Es ging ins Elfmeterschießen: Und da verschossen Franck Ribéry und Bastian Schweinsteiger, der zuletzt im Champions-League-Finale gegen den FC Chelsea beim entscheidenden Elfmeter patzte. FC-Bayern-Trainer Jupp Heynckes sieht darin aber keine Bedeutung: "Kein Spieler wird deswegen eine schlaflose Nacht haben." FC-Bayern Sportdirektor Matthias Sammer pflichtete ihm bei: "Ich habe auch viel von Traumata gehört, aber machen Sie sich keine Sorgen".

Neuzugänge Shaqiri und Weiser überzeugen

Bastian Schweinsteiger nach seinem verschossenen Elfmeter

Das Spiel um Platz 3 gegen den Hamburger SV verlief wenig spektakulär: Den einzigen Treffer erzielte U-18-Nationalspieler und Neuzugang Mitchell Weiser. Der Schweizer Xherdan Shaqiri zeigte gegen die eher harmlos agierenden Hamburger eine überzeugende Leistung. "Diese Spieler haben mich nicht nur überzeugt, sondern richtig begeistert", sagte FC-Bayern-Trainer Jupp Heynckes. Der Sieg gegen den HSV bedeutet Platz 3 im Wettbewerb. Das Turnier gewann Werder Bremen gegen Borussia Dortmund mit 5:4 im Elfmeterschießen. Heynckes sah den Grund für die durchschnittliche Leistung seiner Mannschaft auch in der kurzen Regenerationszeit: "Die Spieler müssen zu Kräften kommen, etwas, was beim FC Bayern mit den vielen Terminen und der China-Reise sehr schwierig ist", betonte der Trainer.

Verletztenliste wird länger

Operiert: Mario Gomez

Mario Gomez musste gegen Werder Bremen vorzeitig vom Platz: Bei dem 27-jährigen Nationalstürmer wurden freie Gelenkkörper im rechten Sprunggelenk festegestellt, schon am Dienstag wurde er operiert. "Mario wird voraussichtlich drei Wochen mit dem Training aussetzen müssen, danach kann er wieder ins Aufbautraining einsteigen", erklärte Vereinsarzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt nach der OP.

Seit Wochen fehlen bereits Rafinha (Bänderriss im Sprunggelenk) und David Alaba (Ermüdungsbruch im Fuß). Jüngst verletzte sich mit Diego Contento (Haarriss im Fuß) auch noch ein dritter Außenverteidiger. Nicht fit sind zudem Franck Ribéry (Schleimbeutelentzündung an der Ferse) und Neuzugang Claudio Pizarro (Hüftprobleme).

Darüber hinaus ist Mittelfeldmotor Bastian Schweinsteiger schon wieder angeschlagen, er wurde nach 20 Minuten beim 1:0 um Platz drei gegen den HSV ausgewechselt. Eine genaue Diagnose steht noch aus. "Es ist sehr bitter, dass sich jetzt einige Spieler verletzt haben. Das ist natürlich schlecht", meinte Heynckes. Wegen der Verletzungssorgen sagte der deutsche Vize-Meister sein für diesen Mittwoch (8. August) geplantes Testspiel beim Fußball-Regionalligisten SG Sonnenhof Großaspach ab.

Kritik an Gomez-Diskussion

FC-Bayern-Sportdirektor Matthias Sammer fordert Geschlossenheit

Nebengeräusche gab es am Randes des Liga-Cups: Sportdirektor Matthias Sammer reagierte gereizt auf die harsche Kritik von Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß an Mario Gomez: "Dass Mario öffentlich kritisiert wird, lassen wir nicht zu", sagte Sammer. Zwar habe Hoeneß "alle Rechte", aber "so richtig hat uns das nicht gefallen". Und auch der Bayern-Trainer ist die Diskussion um Gomez leid: "Das ist kein Thema mehr, es ist abgearbeitet und ich sage dazu nichts mehr", meinte der Coach. Mit dem Satz "Ich kann dem Präsidenten nicht verbieten, etwas zu sagen" deutete er an, wie deplatziert er die Aussagen von Hoeneß empfunden hat.

Hoeneß hatte kritisiert, Gomez sei "gut, aber nicht sehr gut. Wenn er sehr gut wäre, wären wir jetzt Champions-League-Sieger". Später schob er nach, den Angreifer mit seiner forschen Aussage anstacheln zu wollen. "Früher konnte man einen Spieler mit so etwas noch einmal motivieren, das ist heute vorbei", meinte Heynckes dazu. Sammer forderte ein einheitlicheres Auftreten. "Wenn wir den Schritt von gut zu sehr gut machen wollen, müssen wir das auch im gesamten Verein suchen", sagte er und bekräftigte: "Wir müssen alle zusammen geschlossen nach außen wirken."


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