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Hans-Jörg Butt "Die Elfmeter waren ursprünglich ein Spaß"

Er ist der torgefährlichste deutsche Keeper aller Zeiten: Kultfigur Hans-Jörg Butt spricht bei "Heute im Stadion" über seine verwandelten Elfmeter, den FC Bayern München und die Zeit nach seiner aktiven Karriere.

Stand: 21.10.2017

Hans-Jörg Butt im Bayern-1-Studio | Bild: BR

32 Tore hat Hans-Jörg Butt in seiner 15-jährigen Profikarriere vom Elfmeterpunkt erzielt, zweimal traf er zum Beispiel gegen die italienische Legende Gianluigi Buffon und Juventus Turin. Seine Hauptaufgabe war es allerdings, selbst den Kasten sauber zu halten, zwischen 2008 und 2012 beim FC Bayern München, davor in Hamburg, Leverkusen und Lissabon. Er gewann dabei das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal und erreichte dreimal das Champions-League-Finale.

Hans-Jörg Butt bei "Heute im Stadion" über ...

seine Elfmeter als Torhüter: "Ich bilde mir da nichts drauf ein. Natürlich ist das eine Besonderheit, aber für mich war es immer wichtig, dass die Mannschaft davon profitiert. Ich bin nie nach vorne gerannt und habe gesagt: 'Jetzt schieße ich'. Das hat sich immer ergeben. Meistens ist es ja auch gut gegangen. Ursprünglich war es eigentlich eine Spaß-Geschichte im Training. Irgendwann kam ein Trainer in meiner Anfangszeit in Oldenburg zu mir und meinte: 'Du bist der sicherste Schütze.' Dann habe ich im Spiel geschossen und gleich zweimal getroffen. So ist das gekommen."

den Trainerwechsel beim FC Bayern München: "Seit Jupp Heynckes wieder Trainer in München ist, läuft es bei den Bayern wieder sehr gut. Sie wirken freier. Ich habe selbst zweimal unter Heynckes gespielt. Er ist ein außergewöhnlicher Trainer und hat ein unheimlich gutes Gespür für die Mannschaft, für den Einzelnen, wie sich ein Spieler fühlt, wenn er nicht spielt. Dazu kommt sein Assistent Peter Hermann, der taktisch und fussballerisch ein genialer Fachmann ist."

Manuel Neuers Verletzung und seinen Ersatz Sven Ulreich: "Manuel hat sich zweimal schwer am Fuß verletzt. Er muss Geduld haben und die Verletzung ganz auskurieren. Das ist auch eine Vertrauenssache. Sein Ersatz Sven Ulreich bekommt jetzt durch die regelmäßigen Spiele neues Selbstbewusstsein. Jupp Heynckes hat ihm das Vertrauen ausgesprochen und das merkt man auch. Zuletzt gegen Glasgow hat er sehr gut gespielt und die Null festgehalten."

den Videobeweis: "Ich komme aus einer anderen Zeit. Mir hat es besser ohne Videobeweis gefallen. Jetzt hat man genauso viele Diskussionen und strittige Entscheidungen."

über ältere Torhüter und sein Karriereende mit 38: "So jemand wie Buffon, der mit 40 Jahren national wie international auf Topniveau spielt, ist die Ausnahme. Ich habe bis 38 gespielt - das ist auch respektabel. Dann hat es auch gereicht. Ich war nie schwer verletzt, meine letzten Jahre bei Bayern mit dem Double und zwei CL-Finals waren sehr erfolgreich."

sein Fußballinteresse nach der Karriere: "Es ist ganz unterschiedlich. Als Profi läuft das ja immer gleich: Man ist im Hotel, fährt ins Stadion und spielt. Heute treffe ich mich mit Freunden, schmeiße den Grill an oder höre im Auto am Radio mit. Jetzt kann ich den Fußball genießen!"


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