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Trainingslager FC Bayern Heynckes will an einigen Stellschrauben drehen

Jupp Heynkes will im Trainingslager noch an "einigen Stellschrauben" drehen, um gut gerüstet in die Rückrunde zu starten. Der FC Bayern-Coach hofft deshalb, "dass wir alle den Akku wieder aufgetankt haben."

Stand: 02.01.2018

Jupp Heynckes, Trainer des Fußball-Bundesligisten FC Bayern München, spricht am 02.01.2018 zu den Medien im Flughafen in München (Bayern), bevor er mit der Mannschaft den Flug ins Trainingslager nach Doha in Katar antritt. Foto: Sven Hoppe/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Bild: dpa-Bildfunk/Sven Hoppe

Von wirklicher Erholung will der 72-Jährige nach der kurzen Fußballpause erst gar nicht reden. "Das war kein Urlaub, das war nur ein Wimpernschlag der Regeneration. Man konnte kurz durchatmen", so Heynckes, der mit seinem Team ein fünftägiges Trainingslager absolviert. Ziel ist ein starker Start in die Rückrunde: "Das ist sehr kurz, deshalb muss man die Zeit sehr klug gestalten - von der Intensität und vom Umfang des Trainings her, dass wir da auch wieder anknüpfen, wo wir in der Hinrunde aufgehört haben."

Für Heynckes gilt es "noch einige Dinge zu perfektionieren", deshalb sei er bei der Trainingssteuerung "besonders gefordert. Wie schon 2013 will er mit dem Herbstmeister in Katar die nächsten Schritte Richtung Triple vorbereitet werden. "Wir werden in Doha richtig gut arbeiten. Es ist keine lange Vorbereitungszeit, aber wir werden sie nutzen, um gut in die Rückrunde zu starten", hatte auch Sportdirektor Hasan Salihamidzic schon angekündigt.

Wagner kann Bayern helfen

Als zusätzlicher Joker bei der Rückrunden-Jagd auf alle drei Titel in Fußball-Bundesliga, Pokal und Champions League soll Nationalstürmer Sandro Wagner wirken. Der 30-Jährige Neuzugang vom Bundesliga-Konkurrenten 1899 Hoffenheim reiste am Dienstag zusammen mit 24 weiteren Spielern ins Trainingslager ab. "Er ist ein Spielertyp, der sich in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt hat und Nationalspieler geworden ist. Ich denke, dass er uns helfen kann", so Heynckes.

Der eigenwillige Wagner kehrt nach einem Jahrzehnt als gereifter Profi in seine Heimatstadt München und zu seinem Lieblingsclub zurück, wo er eine empfindliche Schwachstelle im Münchner Edelkader schließen soll. Denn ein leistungsstarker Ersatzmann für Torjäger Robert Lewandowski fehlte bislang. "Ich freue mich, mit den Jungs zu trainieren", hatte Wagner nach dem Vollzug seines Winterwechsels angekündigt. Er wolle in Katar "voll angreifen. Ich bin heiß auf meine neue Aufgabe."

Es muss noch einiges verbessert werden

Ein wichtiges Transfer-Kriterium war, dass der 1,94 Meter große Mittelstürmer auch in der Champions League spielberechtigt ist. Denn in Europa warten die großen Herausforderungen auf die Bayern, die unter Heynckes auf nationaler Ebene zur Halbzeit unangefochten dastehen: Elf Punkte Vorsprung auf den FC Schalke 04, dem der Liga-Krösus zur kommenden Saison anscheinend erfolgreich den ablösefreien Topspieler Goretzka abwerben konnte, sind ein mehr als sattes Polster auf dem Weg zur sechsten Meisterschaft am Stück. Auf internationalen Ebene sieht Heynckes noch Luft nach oben: "Wenn wir an die europäische Krone denken, dann müssen wir sagen: Da sind wir noch nicht so weit. Da gibt es noch einiges zu verbessern. Das werde ich den Spielern deutlich zu verstehen geben."

Immer große Ziele

Heynckes will in seine letzten fünf Monate beim Rekordmeister noch einmal alles hineinlegen. Das Traumziel heißt Kiew, wo am 26. Mai 2018 das Champions-League-Finale stattfindet. Das gilt auch für seine Spieler: "Wir haben wie immer große Ziele in der Rückrunde und haben uns alle Voraussetzungen geschaffen", sagte Thomas Müller, der den weiterhin verletzten Nationaltorhüter Manuel Neuer auch in der ersten Phase 2018 als Kapitän vertreten wird.

Neuer (Mittelfußbruch) wird im Emirat am Persischen Golf ebenso fehlen wie der Spanier Thiago (Muskelverletzung). Das Duo bleibt zur Reha in München. Heynckes wird inklusive Nachwuchskräften 25 Spieler mitnehmen. Am kommenden Samstag (15.00 Uhr/MEZ), einen Tag vor dem Heimflug, ist ein Testspiel gegen den einheimischen Verein Al-Ahli SC vereinbart worden.


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