Sport - Fußball

Can und Weiser Zwei aus dem Sahnejahrgang

Der FC Bayern München hat mit Emre Can und Mitchell Weiser zwei vielversprechende Talente im Kader. Beide sind 1994 geboren, glänzten bei der U17-WM in Mexiko und könnten die Zukunft im Mittelfeld des Rekordmeisters sein.

Von: Robert Schöffel Stand: 11.07.2012
Emre Can und Mitchell Weiser | Bild: Sebastian Widmann/dapd

Bei der U17-Weltmeisterschaft in Mexiko 2011 erhielten Can und Weiser schon einmal eine Kostprobe davon, wie es sich später einmal anfühlen könnte. Zum Spiel um Platz drei gegen Brasilien waren 80.000 Zuschauer ins Azteken-Stadion in Mexiko-City gekommen. Die deutschen Nachwuchskicker - allesamt Jahrgang 1994 - siegten mit 4:3 und wurden gefeiert wie Popstars. Dass da eine hoffnungsvolle Generation im deutschen Fußball heranwächst, war spätestens zu diesem Zeitpunkt jedem klar. Doch U17-Trainer Steffen Freund trat gleich nach dem Turnier auf die Euphoriebremse und machte klar, dass der Weg zum gestandenen Profi für jeden einzelnen von ihnen steinig sein werde. Can und Weiser haben zumindest den nächsten Schritt geschafft und einen Profivertrag ergattert. Nicht irgendwo, sondern beim FC Bayern.

Heynckes hat Can im Blick

Emre Can

Can spielt in München, seit er ein Teenager ist. Mit 15 verließ der Deutsch-Türke sein Elternhaus in Frankfurt, um sein Glück im Fußballinternat des Rekordmeistes zu versuchen. Schon in den Jugendabteilungen ließ er sein Talent aufblitzen, in der vergangenen Saison gehörte er zu den auffälligsten Spielern der U23 - obwohl er noch in der A-Jugend hätte spielen dürfen. Nach der WM wurde er vom Deutschen Fußball-Bund mit der Fritz-Walter-Medaille als Bester seines Jahrgangs ausgezeichnet. Zur Belohnung nahm ihn Jupp Heynckes als einzigen Nichtprofi mit ins Trainingslager nach Katar. "Er ist ein großes Talent", sagte der Trainer. "Wenn er Power, Ehrgeiz und Besessenheit hat, kann er es bei uns schaffen."

Eine Zukunft neben Schweinsteiger?

Einer dürfte den Hype um den 18-Jährigen gar nicht gerne sehen: Uli Hoeneß. Der Bayern-Präsident war in der Vergangenheit stets bemüht, jeden hochgelobten Nachwuchsspieler schnell wieder aus dem siebten Himmel zu holen. Über Can war ihm bislang nur ein Halbsatz zu entlocken: "Ein Mittelfeldspieler der Zukunft". Aus seinem Mund kommt das fast einem Ritterschlag gleich. Can könnte irgendwann in der Zukunft neben Bastian Schweinsteiger im zentralen Mittelfeld spielen. Die Voraussetzungen dazu hat er laut Freund jedenfalls: "Einer der komplettesten Spieler, die ich je gesehen habe."

Ein Weiser für die Robben-Position

Mitchell Weiser

Weiser ist im Gegensatz zu Can seit dieser Saison neu beim FC Bayern. Dementsprechend vorsichtig gibt er sich in Interviews. Er wolle von den großen Spielern lernen und sich keinen Druck machen, so der 18-Jährige. "Ich gebe mir so viel Zeit, wie es braucht." Der Rechtsaußen wechselte vom 1. FC Köln an die Säbener Straße und soll vorerst hauptsächlich in der Regionalligamannschaft zum Einsatz kommen. Dass der FC Bayern aber Größeres mit ihm plant, beweisen die 500.000 Euro Ablöse, die der Verein für Weiser ins Rheinland überwies. Vielleicht ersetzt der technisch beschlagene Mittelfeldspieler mittelfristig Arjen Robben auf der rechten Seite. Die Voraussetzungen dafür bringt er mit, Kölns Ex-Trainer Stale Solbakken bescheinigte ihm "riesiges Potenzial."

Die Bieber-Generation

Vielleicht kommt aber auch alles anders und weder Can noch Weiser können sich beim FC Bayern durchsetzen - trotz oder gerade wegen der großen Hoffnungen, die in sie gesetzt werden. Vorerst bleiben Auftritte vor 80.000 Zuschauern deshalb wohl die Ausnahme für die beiden. Ein anderer Jungstar trat einige Monate nach der U17-WM übrigens vor 300.000 Zuschauern in Mexio-City auf: Justin Bieber, auch er ist Jahrgang 1994. Anders als Can und Weiser hat er es schon geschafft. Aber das ist eine komplett andere Geschichte ...


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