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FC Bayern München Triple-Traum dank Heynckes

Auf dem Weg zur nächsten Meisterschaft: Der FC Bayern geht mit besten Aussichten in Bundesliga und DFB-Pokal in die Rückrunde. Über Erfolg oder Misserfolg der Saison entscheidet einmal mehr das Abschneiden in der Champions League.

Von: Thomas Becht

Stand: 12.01.2018

Trainer Jupp Heynckes vom Fußball-Bundesligisten FC Bayern München nimmt am 06.01.2018 in Doha (Katar) am Training teil. Die Mannschaft des FC Bayern München bereitet sich vom 02.01.-07.01.2018 im Trainingslager in Katar auf die Restsaison der Bundesliga vor. Foto: Sven Hoppe/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Bild: dpa-Bildfunk/Sven Hoppe

So lief die Hinrunde

Eigentlich waren es zwei Spielzeiten in dieser einen Hinrunde beim FC Bayern: Eine unter Carlo Ancelotti und eine unter Jupp Heynckes. Zum Saisonstart unter Ancelotti rumpelte es beim Rekordmeister gewaltig. Nach sieben Spieltagen war von einem Riss innerhalb der Mannschaft die Rede, fünf Punkte Rückstand auf Tabellenführer Dortmund sorgten für explosive Stimmung an der Säbener Straße.

Und dann kam Jupp Heynckes. Die Bayern gewannen fortan neun der zehn restlichen Bundesliga-Partien – aus fünf Punkten Rückstand auf den BVB wurden elf Punkte Vorsprung auf den jetzigen Tabellenzweiten Schalke. Seitdem herrscht wieder beste Stimmung beim Rekordmeister. Schlüssel zum Erfolg: Wieder einmal kassierten die Bayern mit Abstand die wenigsten Gegentore (11) in der Bundesliga – und das obwohl Nationaltorhüter Manuel Neuer die komplette Hinserie ausfiel.

Wer kommt, wer geht?

Einziger Neuzugang im Winter bei den Bayern: Mittelstürmer Sandro Wagner. Er könnte sich als Schlüsseltransfer erweisen. Denn in der vergangenen Saison wurde deutlich, dass die Bayern einen angeschlagenen Robert Lewandowski nicht ersetzen konnten. Gleich zum Rückrundenauftakt fällt der polnische Torjäger aus - Wagner wird ihn ersetzen. Später ion der Saison möglicherweise auch dann, wenn "Lewa" mal geschont werden soll.

Arjen Robben und Franck Ribéry drängen nach ihren Verletzungen zurück ins Team.

Dazu liegt das Augenmerk auf den zuletzt Verletzten, die nun nach und nach zurückkehren. Arjen Robben und Franck Ribéry konnten im Trainingslager in Doha wieder voll mitwirken – bei Thiago und Manuel Neuer wird es noch etwas dauern. Mats Hummels soll wie Lewandowski zeitnah wieder das komplette Mannschaftstraining bestreiten. Der Ausfall von Neuer sorgt angesichts der guten Leistungen von Ersatzkeeper Sven Ulreich für deutlich weniger Sorgenfalten als noch in der Sommerpause.

Spekuliert wurde in den vergangenen Wochen über einen möglichen Abgang von Arturo Vidal zum FC Chelsea. Doch der ist vom Tisch. Trainer Jupp Heynckes stellte zum Ende des Trainingslagers in Doha klar: "Es wird im Januar kein Spieler abgegeben."

Jupp Heynckes: Mehr als nur ein Übergangs-Trainer

Im Moment scheint Jupp Heynckes der perfekte Trainer für den FC Bayern zu sein. Am liebsten wäre es den Verantwortlichen, wenn er über die laufende Saison hinaus bis 2019 bleibt, um den Generationswechsel im Team zu vollziehen. Keinem anderen traut man das so zu wie Heynckes, der dafür bekannt ist, einen sehr guten Draht zu den Spielern zu haben. Er könnte den gewünschten Umbruch wohl bestens moderieren.

Doch Heynckes hat bereits mehrfach betont, dass für ihn im Sommer definitiv wieder Schluss ist. Die Diskussion darüber wird den FC Bayern in der Rückrunde wohl weiterhin begleiten.

Wie wird die Rückrunde?

Der richtige Mann zum richtigen Zeitpunkt: Jupp Heynckes

Die Münchner gehen mit guten Vorzeichen in die Rückrunde. In der Bundesliga sind elf Punkte Vorsprung auf Platz zwei ein komfortables Polster – kaum vorstellbar, dass die Bayern sich den sechsten Titel in Folge noch nehmen lassen. Auch im DFB-Pokal und in der Champions League warten mit Paderborn und Besiktas Istanbul erst einmal lösbare Aufgaben. Im DFB-Pokal haben die Bayern zudem mit Leipzig und dem BVB bereits zwei der ärgsten Konkurrenten rausgeworfen.

Der Blick wird sich also wieder einmal stark auf die Champions League richten. Können die Münchner auch ohne die ganz großen Transfers im dreistelligen Millionenbereich mit den ausgabefreudigeren Konkurrenten aus Barcelona, Manchester oder Paris mithalten? Das Abschneiden in der Königsklasse dürfte darüber entscheiden, wie zufrieden die Bayern aus der Saison gehen – und ganz nebenbei wegweisend für ihr Transferverhalten in Zukunft sein.


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