Sport - Fußball

Augsburg vs. Nürnberg 0:0 hilft keinem so richtig

In einem zerfahrenem Derby ohne große Torszenen haben sich der FC Augsburg und der 1. FC Nürnberg 0:0 getrennt. Die Gastgeber konnten ihre leichten spielerischen Vorteile nicht in Zählbares ummünzen. Der Club enttäuschte auf ganzer Linie.

Stand: 12.02.2012
Spielszene FC Augsburg - 1. FC Nürnberg | Bild: picture-alliance/dpa

So sieht wohl Abstiegskampf aus. Wenig spielerische Finesse, dafür viel Kampf und Krampf - die 30.660 Zuschauer in der ausverkauften Augsburger Arena konnten einem über weite Strecken des Spiels fast leidtun. Lediglich in den ersten 20 Minuten sowie in der Schlussviertelstunde gab es Erwärmendes von den Profis auf dem Platz, die sich am Ende torlos trennten. Der Punkt nutzt den Nürnbergern etwas mehr: Der Club bleibt Tabellen-14. und hat weiterhin vier Punkte Abstand zur Abstiegszone. Der FCA zog zwar nach Punkten (18) mit dem 1. FC Kaiserslautern gleich, bleibt aber 17. und damit auf einem Abstiegsplatz.

Kompakte Club-Abwehr hält den Laden dicht

Abstiegskampf: Hajime Hosogai wird von Almog Cohen bedrängt

Den besseren Start erwischten die Gastgeber. Sie zeigten in den ersten 20 Minuten des Spiels eine gepflegte Spielanlage und versuchten, geordnet nach vorne zu spielen. Die Club-Abwehr um den starken Philipp Wollscheid stand aber kompakt und ließ in dieser Phase praktisch keine ernsthafte Torgelegenheit zu. Ausnahme: In der 10. Minute kam der agile Tobias Werner aus halbrechter Position zum Schuss, zielte aber über das Tor von Club-Keeper Raphael Schäfer.

Hoher Einsatz - spielerische Flaute

Viele Zweikämpfe und hoher Einsatz prägten die Aktionen auch in der Folge. Spielerisch wollte beiden Teams allerdings nicht viel gelingen. Während sich bei Augsburg, die früh den verletzten Marcel de Jong ersetzen mussten, vor allem Werner und Paul Verhaegh mühten, verlegten sich die Club-Profis komplett aufs Verteidigen. Trainer Dieter Hecking setzte im Vergleich zur 0:2-Niederlage gegen Borussia Dortmund mit Timothy Chandler, Albert Bunjaku und Mike Frantz auf drei Neue in der Startelf. Belohnt wurde diese Maßnahme nicht.

Esswein und Koo vergeben beste Chancen

Markus Feulner und Axel Bellinghausen im Zweikampf

Nach der Pause herrschte lange Zeit Langeweile. Erst in der 76. Minute tauchte der eingewechselte Alexander Esswein allein vor FCA-Keeper Simon Jentzsch auf, traf den Ball aber nicht richtig und verzog. Eine Minute später hatte auf der anderen Seite Hajime Hosogai die Chance zum 1:0. Doch auch sein Schuss aus 16 Metern ging am Tor vorbei.

Nun versuchten beide Mannschaften, den "lucky punch" zu setzen. Zunächst war es Chandler, der mit einem Klasse-Schuss an Jentzsch scheiterte. Auch Esswein hätte erneut das 1:0 für den Club machen können. Im direkten Gegenzug lenkte dann Schäfer einen Gewaltschuss des in der Winterpause vom VfL Wolfsburg gekommenen Ja-Cheol Koo an die Latte.

Hecking: "Hintenraus müssen wir gewinnen"

"Wir wissen, dass wir eigentlich nur mit Siegen weiterkommen. Leider hat es nicht für ein Tor gereicht", sagte Augsburgs Trainer Jos Luhukay, der mit dem Spiel seiner Mannschaft durchaus zufrieden war. Sein Kollege Dieter Hecking sah den Club näher am 1:0 als die Gastgeber: "Wir sind nicht gut ins Spiel reingekommen. Das hatten wir uns anders vorgestellt. Wir haben erst nach der Pause das Spiel angenommen, und hintenraus müssen wir es eigentlich sogar noch gewinnen."

FC Augsburg - 1. FC Nürnberg 0:0

FCA: Jentzsch - Verhaegh, Callsen-Bracker, Sebastian Langkamp, De Jong (8. Ostrzolek) - Hosogai - Werner (64. Bellinghausen), Baier, Oehrl, Koo - Mölders (78. Hain)
Nürnberg: R. Schäfer - Feulner, Maroh, Wollscheid, Hlousek - Cohen, Simons - Chandler, Frantz (79. Eigler), Bunjaku (71. Esswein) - Pekhart (46. Hegeler)
Tore: Fehlanzeige
Zuschauer: 30.660 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Dr. Jochen Drees (Münster-Sarmsheim)