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Nach Ismaik-Kritik 1860-Geschäftsführer will Investor "überzeugen"

Die Löwen überraschen mit ungewohnter Kontinuität und der Missachtung einer Empfehlung ihres Investors. Der neue Geschäftsführer Michael Scharold ist ein aufgerücktes Eigengewächs - und nicht der Wunschkandidat von Hasan Ismaik.

Stand: 09.01.2018

1860-Geschäftsführer Michael Scharold  | Bild: Bayerischer Rundfunk

Als neuer Geschäftsführer will Michael Scharold den TSV 1860 München in eine positive Zukunft führen und muss auf diesem schwierigen Weg besondere Überzeugungsarbeit leisten. "Es ist eine Chance, eine Herausforderung - und jetzt muss ich mich halt beweisen. Ich werde arbeiten und versuchen, mir das Vertrauen von der anderen Seite zu holen", sagte Scharold bei seiner Vorstellung im neuen Job in München. Investor Hasan Ismaik hatte eigentlich einen anderen Kandidaten für den Nachfolge von Michael Fauser favorisiert.

Löwen momentan zufrieden

Man müsse unterschiedliche Meinungen respektieren, sagte der 37 Jahre alte Scharold. "Ich hoffe, dass ich durch meine Arbeit überzeugen kann, dass ich doch die richtige Besetzung bin." In der Winterpause führen die Löwen die Regionalliga-Tabelle an und hoffen auf den Aufstieg. "Es ist sensationell, wo wir im Moment stehen", sagte Scharold, der auch die Verdienste von Fauser lobte. "Wir haben ein super Fundament geschaffen, von dem aus wir eine positive Zukunft von 60 München gestalten können."

Ismaik vom Verein überstimmt

Investor Hasan Ismaik

Er strebe den "sportlich maximalen Erfolg unter wirtschaftlich nachhaltigen Bedingungen an". Der in die vierte Fußball-Liga abgestürzte Traditionsverein, der in den vergangenen Jahren reihenweise Geschäftsführer verschlissen hat, hatte in der Nacht zum Dienstag Scharold neu im Amt verkündet. Dessen Vertrag läuft über anderthalb Jahre. Ismaik ist zwar Mehrheitseigner bei den Löwen, die Mehrheit der Stimmen liegt jedoch beim Verein. Die 50+1-Regel soll verhindern, dass Investoren die Macht in einem Verein übernehmen. So konnte der Verein für den Diplom-Kaufmann Scharold stimmen.

Stadionfrage ist wichtig

Als eine der "wichtigsten Aufgaben in den nächsten Jahren" sehe Scharold die Stadionfrage an. "Wir müssen an einer Lösung arbeiten. Wie die Lösung aussieht, kann ich beim besten Willen nicht sagen. Wir werden alle Optionen prüfen", kündigte er an. Im Sommer waren die Löwen aus der Allianz Arena des FC Bayern ausgezogen. Eine Rückkehr ist ausgeschlossen. "Das Grünwalder Stadion war für die momentane Situation genau richtig", sagte Scharold. Doch spätestens bei einem angestrebten Aufstieg in die 2. Liga würden die Löwen Probleme bekommen, da die traditionelle Spielstätte nicht den Anforderungen des Profifußballs genügt.


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