Sport - Fußball

TSV 1860 München Das Ende eines Fußballmärchens?

Es war einmal ein Fußball-Traditionsverein. Zwar klamm an Geld, aber mit Herz. Dann kam ein reicher Mäzen aus dem Morgenland. Der Verein war saniert, aber gespalten. Denn Präsident und solventer Scheich liegen seit Wochen im Clinch.

Stand: 25.01.2012
Löwen-Präsident Dieter Schneider | Bild: picture-alliance/dpa

Sportlich haben die Löwen noch Luft nach oben. Doch sieben Punkte Rückstand auf die Aufstiegsränge lassen die Münchner weiter hoffen. Zumal sich der TSV 1860 München im Trainingslager in der Türkei in blendender Frühform präsentiert hat. Im letzten Testspiel gab's einen 2:1-Sieg gegen den rumänischen Spitzenklub CFR Cluj. "Das war gegen einen sehr starken Gegner ein gutes Spiel", bilanzierte Trainer Reiner Maurer: "Unter dem Strich bin ich mit den drei Testspielen in Belek zufrieden. Es war der dritte Sieg im dritten Spiel und ein ordentlicher Abschluss des Trainingslagers."

Seit Sonntag sind Trainer und Team allerdings wieder in München - und müssen in der weiteren Rückrundenvorbereitung wieder einmal die Querelen der Führungsriege erdulden. Wieder bestimmt nicht der Sport, sondern das angeknackste Verhältnis von Präsident Dieter Schneider und Investor Hasan Ismaik die Sechzig-Seiten der Münchner Zeitungen. Wieder einmal wird über die Entmachtung von Schneider spekuliert.

Gespräche hinter verschlossenen Türen

Die Zwei

Der Dienstagabend an der Grünwalder Straße: In einem Teil des Vereinsheims tagen Schneider und seine Vizepräsidenten Franz Maget und Wolfgang Hauner. In einem anderen der Aufsichtsrat um den Vorsitzenden Otto Steiner. Zu Gast auch Hamada Iraki, quasi der Münchner "Statthalter" von Investor Ismaik, die Aufsichtsratssitzung war außerplanmäßig einberufen worden.

Aktueller Spekulationsstand der Geschichten von 1000 und 1 Löwen: Geht Schneider, gibt's Geld für neue Spieler. Bleibt der Präsident, dreht Ismaik den Geldhahn zu. Entsprechende Gespräche sollen schon vor Wochen zwischen Aufsichtsratsboss Steiner und Ismaik-Adlatus Iraki stattgefunden haben.

Gefahr durch die 50+1-Regel im Verzug

Wolfgang Hauner

Die Protagonisten schweigen sich derzeit vielsagend aus. "Ich werde nichts bestätigen, was die Lizenz des Vereins gefährdet", sagte beispielsweise Vizepräsident Hauner der Süddeutschen Zeitung. Drängt das Duo Ismaik/Iraki tatsächlich auf die Ablösung Schneiders, wäre wohl schnell die Deutsche Fußball-Liga DFL hellhörig. Durch die 50+1-Regel sollen die Mehrheiten eines Klubs immer in Vereinshand bleiben, die Einmischung ins Tagesgeschäft von außen soll verhindert werden. Und der Angriff auf Schneider wäre ein grundlegender Eingriff in den Vereinsbetrieb - und somit klarer Verstoß gegen die DFL-Auflagen.

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1980Basti, Donnerstag, 26.Januar, 15:57 Uhr

6. So ein Schmarrn...

die sollen sich net so haben! Der Laden läuft NUR mit dem Geld vom Scheich! Also darf er auch mitreden. Warum soll er denn sonst Geld geben? Weil der Nimbus von 1860 bis ins Morgenland reicht? Sicher nicht. Der will gestalten und verfolgt einen Zweck. Sonst steckt man doch nicht so viel Geld in einen zweitklassigen Club.

paul, Donnerstag, 26.Januar, 13:20 Uhr

5. bedenkliche Entwicklung

Dass Investoren, von wo auch immer sie kommen, in die Vereinspolitik hineinregieren, ist eine Entwicklung, die unbedingt gestoppt werden muss. Insofern sollte und darf der Präsident nicht nachgeben. Hier zeigt sich deutlich, dass man sich bei den 60ern mit dem vielen Geld aus der Ferne nicht unbedingt Fußballsachverstand eingekauft hat. Schiebt dem einen Riegel vor, sonst steht der Verein am Ende zumindest sportlich mit leeren Händen da!

Bayernforever, Donnerstag, 26.Januar, 13:06 Uhr

4. ist das schön!!

lange kann es nicht mehr dauern, bis dieser Verein wieder in den Untiefen der Drittklassigkeit verschwindet, wo er nach wie vor am besten aufgehoben ist. Was waren das noch für ruhige Zeiten in den späten 80er und frühen 90er Jahren, als man irgendwo in der Bayernliga dahin dümpelte - erfolglos, aber glücklich. Und dann lasst sie wieder ins ach so geliebte "Sechzger-Stadion" (für Nicht-Münchner, das ist eine abgewrackte Stadionruine im Problembezirk Giesing) ziehen, damit sicher gestellt ist, dass sie sich die Grundlage für einen Wiederaufstieg von Grund auf verbauen.