Sport - Fußball


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1860 München exklusiv Bekenntnis zur Regionalliga und klare Worte an den Investor

Interimspräsident Robert Reisinger stand erstmals Rede und Antwort. Die sportliche Ausrichtung auf die Regionalliga, die wirtschaftliche Konsolidierung und ein Verhältnis zum Investor auf Augenhöhe sind seine zentralen Aussagen.

Von: Andreas Troll

Stand: 18.06.2017

Bei einem Fanclubtreffen des TSV 1860 München in Glonn im Landkreis Ebersberg wird deutlich, dass Reisinger, der sich selbst als "ein Kind der Kurve" bezeichnet, einen Neuanfang anstrebt. Einen Kurs der Konsolidierung auf der wirtschaftlichen Seite wie auch in der Aussendarstellung. Und eine erneute Identitätsfindung für die Anhängerschaft will er. Der Verein soll insgesamt wieder in "ruhigeres Fahrwasser" geraten - inklusive respektvollem Umgang miteinander.

In der Regionalliga angekommen

Reisinger betont, dass Regionalliga das ist, "was 1860 kann". Als zeitliche Ausrichtung gibt Reisinger mindestens  zwei Jahre vor. Der Spielbetrieb dort "ist möglich" und soll im Stadion an der Grünwalder Strasse stattfinden.

Um wieder "daheim" anzukommen, müssen mehrere Auflagen erfüllt werden. Das Sicherheitskonzept ist durchgewunken, das Stadion an der Grünwalder Strasse von der Stadt soweit saniert. Entscheidend dafür ist allerdings auch, zuerst aus der Verpflichtung zur Allianz Arena heraus zu kommen. Die Gespräche mit dem Partner laufen, allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Ausgeglichener Haushalt angestrebt

Die momentanen Aufräumarbeiten in der Geschäftsstelle, sollen "Zahlen generieren", um die Ist-Situation des Haushaltes festzustellen. Wirtschaftlich steht Reisinger für einen "ausgeglichenen Haushalt", wenn möglich ohne Insolvenz der KGaA. Die ist für ihn "nicht steuerbar" und deshalb zu vermeiden. Entscheidend sind zunächst die Zahlen, die in den nächsten zwei Wochen gesammelt werden, also die wirtschaftliche und finanzielle Situation. Davon hänge alles weitere ab.

Gespräche mit Investor Ismaik "unter anderen Vorzeichen"

Hasan Ismaik bleibt für den Verein ein wichtiges Thema. Bislang gab es noch keinen Kontakt, aber er sei "nicht wegzuleugnen": Nach den Aufräumarbeiten will die Vereinsführung das "Gespräch mit ihm suchen und fordern". Allerdings unter anderen Vorzeichen als bisher, Ismaik und der TSV müssen sich auf "Augenhöhe begegnen". Reisinger sagt: "50 + 1 mit einem Partner, auch mit Hassan Ismaik ist kein Problem."

Auf dem Boden der Tatsachen

"Hochtrabende Pläne" hat Robert Reisinger allerdings nicht. Die Zeiten, dass wir "vom sofortigen Aufstieg und dem Kauf eines Brasilianers sprechen" müssen vorbei sein. Mut mache, dass seit dem sportlichen Abstieg die Fanseite wieder mehr zusammengerückt sei und es zu einem deutlichen Anstieg in den Neueintritten bei den Mitgliedern gekommen ist. Beim TSV scheint sich also viel zu tun.


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