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Franken-Duell endet Unentschieden Spätes Gegentor verhindert Würzburg-Sieg

Die Würzburger Kickers können einfach nicht mehr gewinnen. Trotz langer Führung kommen die Unterfranken auch gegen den Rivalen aus Nürnberg nicht über ein 1:1 hinaus und warten weiter auf den ersten Sieg in der Rückrunde.

Stand: 22.04.2017

Würzburger Kickers - 1. FC Nürnberg  | Bild: picture-alliance/dpa

Würzburg-Coach Bernd Hollerbach baute sein Team gegenüber der 0:1-Pleite bei St. Pauli auf vier Positionen um: Emanuel Taffertshofer und Tobias Schröck fehlten Gelb-gesperrt, Junior Diaz und Marco Königs mussten vorerst auf der Bank Platz nehmen. Für sie spielten Peter Kurzweg, Daniel Nagy, Valdet Rama und Elia Soriano. Bei den Gästen aus Nürnberg wechselte Trainer Michael Köllner gegenüber dem 2:1-Sieg gegen Aue drei Mal: Miso Brecko, Georg Margreitter und Mikael Ishak standen für Dave Bulthuis (Bank), Patrick Kammerbauer (Rotsperre) und Tim Matavz (angeschlagen) in der Startelf. Das Tor hütete erneut Oldie Raphael Schäfer.

Rama mit Distanzschuss zum 1:0

Würzburg begann verhalten, Nürnberg war in den ersten Minuten das aktivere Team im ausverkauften Stadion. Umso überraschender die 1:0-Führung der Kickers in der 9. Minute: Rama marschierte über die linke Seite, wurde nicht angegriffen und zog aus 18 Metern einfach ab - keine Chance für Schäfer. Die Hausherren wurden mutiger, versuchten ihr Glück fortan mit hohen Bällen in die Spitze. Der Club musste kommen, tat dies und hatte zum Schluss der ersten Hälfte zwei hochkarätige Chancen, die Würzburg-Keeper Jörg Siebenhandl mit erstklassigen Reflexen von der Linie kratzte.

Ausgleich in der 80. Minute

Im zweiten Abschnitt wurde die Partie hitziger, der Spielfluss immer wieder durch harte Fouls unterbrochen. In der 74. Minute hatten die Kickers die große Möglichkeit zur Vorentscheidung: Kurzweg kam über links, flankte in den Strafraum zu Soriano, der frei zum Kopfball kam. Doch Schäfer war zur Stelle und lenkte den Ball über seinen Kasten. Im Gegenzug dann die kalte Dusche für die Hausherren - die Clubberer nutzten ihre erste große Ausgleichschance: Hanno Behrens setzte sich im Gedränge im Würzburger Strafraum durch, behielt den Überblick und passte den Ball zum völlig freistehenden Cedric Teuchert, der nur noch einschieben musste. Das bittere 1:1; große Enttäuschung bei Hollerbach, der sich die letzten zehn Minuten von der Tribüne aus anschauen.

Würzburg wartet weiter auf Befreiungsschlag

Er sah, wie sich sein Team aufrieb und kämpfte, aber am Ende doch nicht über das Unentschieden hinaus kam. Die verkorkste Rückrunde setzte sich also auch gegen den Club fort. Nach dem letzten Sieg im Dezember betrug der Vorsprung der Kickers auf Platz 16 noch 13 Punkte. 13 sieglose Partien später ist davon nichts mehr übrig; die Hollerbach-Elf liegt punktgleich mit Erzgebirge Aue und 1860 München auf Rang 14. Während die Würzburger noch um den Klassenerhalt bangen müssen, dürfen die Nürnberger schon für die nächste Zweitliga-Saison planen.

Großeinsatz für Polizei

Für die Polizei war das Derby ein Hochrisikospiel. Club-Fans waren bereits am Vorabend in Würzburg - dank Großaufgebot konnte die Polizei ein gewaltsames Zusammentreffen der Fangruppen verhindern. Am Vormittag zündeten Club-Anhänger schwarz-rote Rauchtöpfe und Bengalos am Oberen und Unteren Markt. Während eines Fanmarsches wurden Beamte aus der Menge heraus mit Glasflaschen beworfen.

Würzburger Kickers - 1. FC Nürnberg, 1:1 (1:0)

Würzburg: Siebenhandl - Pisot, Schoppenhauer, Neumann, Kurzweg - Fröde, Benatelli - Daghfous, Nagy (46. Diaz), Rama (73. Königs) - Soriano.
Trainer: Hollerbach
Nürnberg: Schäfer - Brecko (73. Salli), Margreitter, Mühl, Djakpa - Petrak, Behrens - Kempe (67. Hufnagel), Löwen, Möhwald - Ishak (57. Teuchert).
Trainer: Köllner
Schiedsrichter: Matthias Jöllenbeck (Müllheim)
Tore: 1:0 Rama (10.), 1:1 Teuchert (80.)
Zuschauer: 12.450 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Nagy (3), Neumann (6), Fröde (3), Pisot (5) - Möhwald (5)


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