Casey Jacobsen (Brose Baskets Bamberg)
Stand bei den letzten drei Meisterschaften im Kader der Bamberger und zählte auch in dieser Saison wieder zu den Leistungsträgern bei den Oberfranken: Der Mann für die ganz wichtigen Punkte - Casey Jacobsen.
Finalserie gegen Ulm Brose Baskets Bamberg legen überzeugend vor
Der Traum des dritten Doubles in Folge bleibt realistisch: Die Brose Baskets Bamberg haben das erste Playoff-Finalspiel in der Basketball-Bundesliga gegen ratiopharm Ulm klar mit 98:72 (49:28) gewonnen. Spiel zwei steht am Mittwoch an.
Damit ging das Team von Trainer Chris Fleming in der Best-of-Five-Serie mit 1:0 in Führung. Den Grundstein für den überzeugenden Sieg vor 6.800 Zuschauern in der ausverkauften heimischen Halle hatten die Franken bereits in der ersten Halbzeit gelegt, in der sie die Gäste mit einer bärenstarken Leistung und einer überdurchschnittlichen Trefferquote förmlich überrannten.
Nach dem Seitenwechsel blieb der Favorit konzentriert und ließ die Gäste nicht mehr ins Spiel kommen. Die Defensive des Außenseiters stand zwar etwas stabiler gegen den Angriffswirbel von Brian Roberts & Co. Doch vorne lief nicht viel für die in den Playoffs bis Sonntag ungeschlagene Mannschaft von Coach Thorsten Leibenath. Im insgesamt vierten Duell in dieser Saison gab es somit auch den vierten Sieg für die Franken.
Vierter Sieg im vierten Duell
Mit insgesamt 14 Dreiern - sogar Center Tibor Pleiß versuchte sich erfolgreich von außen - und spektakulären Körben wurden die Ulmer bei ihrer zweiten Final-Teilnahme nach 1998 vom Titelverteidiger in die Schranken gewiesen. Lediglich dem zum besten Spieler der Saison gekürten John Bryant und Isaiah Swann (je 13 Punkte) war es zu verdanken, dass die Klatsche für die Gäste nicht noch höher ausfiel. Der zuletzt so hoch gelobte Aufbauspieler Per Günther (7 Punkte) wurde von der Defense der Oberfranken fast komplett zugedeckt. Bei den Franken trafen gleich sechs Spieler im zweistelligen Bereich. Anthony "PJ" Tucker war mit 18 Punkten der erfolgreichste.
Ulm steht nun am Mittwoch (Jump: 20.00 Uhr) bereits unter Zugzwang. Bei einem weiteren Erfolg der Brose Baskets könnten die bereits am kommenden Sonntag in eigener Halle die Finalserie für sich entscheiden.
Verlangen nach dem "Threepeat"
Eine Serie von drei Titeln hintereinander nennen die Amerikaner "Threepeat". Bamberg könnte ihn mit dem erneuten Gewinn der Meisterschaft nach 2010 und 2011 sogar in doppelter Ausfertigung einfahren, denn den Pokal holten sie aktuell auch drei Mal in Folge.
Favorit sind die Brose Baskets allemal im finalen Gipfeltreffen der beiden stärksten Mannschaften der Saison. In entscheidenden Spielen hatten sie zuletzt nicht mehr gepatzt - und sollten in der Finalserie tatsächlich fünf Partien nötig sein, hätte Bamberg als Erster der Hauptrunde drei Mal Heimrecht. Und vor der "Frankenhölle" zeigten die Ulmer in der Tat großen Respekt.
Drei Ulmer Saison-Niederlagen
Chancenlos reisten die Schwaben jedoch nicht an, leisteten sie sich doch in den Play-offs gegen Braunschweig und Würzburg keine Niederlage, während Bamberg sein erstes Spiel gegen Bonn verlor. "Die Ulmer sind nicht umsonst im Finale", sagte Bambergs Manager und Meistermacher Wolfgang Heyder: "Sie waren nach uns sicherlich die beste Mannschaft in der Liga. Sie können jedem Team das Leben schwer machen." Ulms Trainer Leibenath schwankte zwischen Respekt und Hoffnung: "Wir spielen gegen die Übermannschaft der vergangenen Jahre. Uns erwartet die physischste Spielweise, die man sich vorstellen kann. Aber wir waren dieses Jahr schon zweimal knapp dran, sie zu schlagen, und werden alles geben, es jetzt zu schaffen." Leibenath meinte damit die Liga-Partie und das Pokal-Halbfinale 2012. Aber auch das Liga-Hinspiel im Oktober 2011 verlor Ulm knapp.
Duell zweier hochkarätiger Center
Entscheidend für den Ausgang der Finalserie könnte das Duell der Center werden, schon markig als "Schlacht der Türme" ausgerufen. Dem in dieser Saison überragenden Ulmer John Bryant (2,11 Meter) steht in Tibor Pleiß (2,15 Meter) das hoffnungsvollste deutsche Talent gegenüber. Er steht vor dem Sprung in die beste Basketball-Liga der Welt: Die Oklahoma City Thunder, die im Western-Conference-Finale (eine Art Halbfinale) der nordamerikanischen Profiliga NBA stehen, haben sich schon die Transferrechte an dem 22-Jährigen gesichert.

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