Religion


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Zum Weltwassertag Von heiligen Wassern und Isarnixen

Kann Wasser Wunder wirken und verändern? STATIONEN macht sich auf die Suche nach Menschen, die im Wasser Heimat und Heilung finden.

Stand: 20.03.2017

Isarnixen | Bild: BR

Die Isarnixen: damals und heute

Marieluise Jordan (1.v.r.) mit den Isarnixen 1954 auf dem Weg nach Amerika

Die Kunst- und Synchronschwimmerinnen "Isarnixen" sind aus dem Münchner Damenschwimmverein nicht mehr wegzudenken. Schon immer bekommen sie sehr viel Aufmerksamkeit, und als eine der ersten Sportgruppen überhaupt durften sie nach dem Krieg 1954 nach Amerika reisen. Marieluise Jordan ist eine von ihnen und trainiert seit 1947 bei den Isarnixen. Mittlerweile ist sie 87 Jahre alt und Trainerin der sogenannten "Jubiläumsdamen". Dreimal die Woche geht sie schwimmen, das Wasser ist für sie zur zweiten Heimat geworden. Und es ist das Schwimmtraining, das ihr nach dem Tod ihres Mannes wieder Lebensmut gibt.

"Man ist niedergeschlagen oder irgendetwas stimmt nicht. Dann geht man zum Schwimmen und ist danach einfach wieder frei und man kann weitermachen."

Marieluise Jordan, 87 Jahre

Heilige Quelle: die Wunder von Bad Abbach

Um 1700 soll sich ein Mann seine fast blinden Augen mit dem Wasser ausgewaschen und plötzlich wieder gesehen haben. Die danach einsetzende Wallfahrt nach Frauenbründl bei Bad Abbach dauert bis heute an. Und bis heute glauben Menschen daran, dass sie hier von ihren Leiden geheilt werden. Zeugnis davon geben die vielen - auch neueren - Votivtafeln und Kerzen, die zum Dank aufgestellt werden. Seit 2012 lebt Eremit und Pfarrer Johannes Schuster bei der Quelle, er kümmert sich um die Votivgaben. Frauenbründl ist vor allem für die Linderung von Augenleiden bekannt.

Heilt das Wasser oder der Glaube?

"Da gibt es unterschiedliche Berichte. Die einen sagen das Wasser und die anderen sagen, weil sie vor dem Bild gebetet haben. Aber, Sie können sich hier eine ganze Tonne Wasser überschütten, es wird Ihnen nicht helfen. Sie müssen das mit gläubigem Vertrauen machen. Man muss sich mit dem Glauben auch befassen und sich langsam rantasten. Es ist nicht wie im Supermarkt, ich kaufe das und das noch ein, und dazu kauf ich mir den Glauben. So funktioniert es nicht."

Pfarrer und Eremit Johannes Schuster

Pfarrer und Eremit Johannes Schuster

Das Quellwasser wird zweimal im Jahr von einem unabhängigen Büro kontrolliert und die Ergebnisse werden an einer Anschlagtafel ausgehängt. Täglich kommen Leute mit Kanistern und leeren Flaschen und füllen sich Heilwasser ab.

Kraftort mit Wasser: die Drei-Bethen-Quelle im Würmtal

Moderator Benedikt Schregle mit Ursula Fournier an der Drei-Bethen-Quelle im Würmtal

Das Wort Bethen leitet sich von "Beth" ab, das im Keltischen "Erde" bedeutet und damit die Mutter Erde oder dreifache Göttin meint: die junge Frau, die die Energie des Wachstums verkörpert, die mütterliche Frau steht für Nahrung und Schutz und die weise Frau für die Weitergabe ihrer Lebenserfahrung. Die drei Bethen wurden ins Christentum als die "heiligen drei Madeln" übernommen, die hier gewirkt haben sollen. Dazu gehört auch der Quellkult, der bis heute von vielen weitergeführt wird. Das Quellwasser soll verschiedene Heilwirkungen haben. Manche Leute trinken es, andere baden Hände oder Füße darin, auch die Augen soll es stärken.

Die Beiträge der Sendung

  • Die heilige Quelle von Bad Abbach. Von Sabine Barth
  • Die Isarnixen und ihre zweite Heimat im Wasser. Von Sabine Barth
  • Flussbaumeister und ihr Gespür für Wasser. Andrea Koeppler

Link zum Thema "Viktor Schauberger und das Wunder des Wassers":


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