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Nein zu Abtreibungen Trumps Geschenke für den Bible Belt

Der neue US-amerikanische Präsident Donald Trump hat bereits in den ersten Tagen seiner Amtszeit zentrale Versprechen für konservative Christen eingelöst: Er strich die finanziellen Mittel für internationale Abtreibungsorganisationen und unterschrieb ein Pro-Life-Memorandum.

Stand: 24.01.2017

Abtreibungsgegner vor der Federal Hall in New York | Bild: picture-alliance/dpa

Die Mexico-City-Policy

Der Richtlinie zufolge bekommen alle Organisationen, die Abtreibungen anbieten, sich für deren Legalisierung einsetzen oder Frauen zum Thema Schwangerschaftsabbruch beraten, keine US-amerikanische Entwicklungsgelder mehr - auch nicht für solche Angebote, die nichts mit Schwangerschaftsabbrüchen zu tun haben.

Trumps Wiedereinführung der Mexico-City-Policy brachte ihm Lob von der US-amerikanischen Bischofskonferenz wie auch von anderen Lebensschutzorganisationen ein. Deren Vorsitzender, New Yorks Bischof Timothy Dolan, begrüßte die Entscheidung als "willkommenen Schritt" in Richtung Lebensschutz.

"This is a welcome step toward restoring and enforcing important federal policies that respect the most fundamental human right - the right to life as well as the long-standing, bipartisan consensus against forcing Americans to participate in the violent act of abortion."

Timothy Dolan, Vorsitzender der US-amerikanischen Bischofskonferenz

Das Thema Abtreibung schon im Wahlkampf ein Aufreger

Bereits im Wahlkampf versuchte Trump mit dem Thema Abtreibung bei konservativen Wählern zu punkten. Dem Fernsehsender MSNBC sagte er im März 2016 anders als noch vor einigen Jahren befürworte er ein Verbot von Abtreibungen. Außerdem müssten Frauen, die abgetrieben haben, bestraft werden. Kritik von Abtreibungsbefürwortern wie -gegnern war die Folge. Trump ruderte schon wenige Stunden später zurück. Nicht die Frau sollte bestraft werden, sondern der Arzt, ließ Trump schriftlich erklären: Die Frau sei ebenso ein Opfer wie das Leben in ihrem Leib.

Kritik kam unter anderen von Nancy Pelosi, Fraktionsvorsitzende der Demokraten im Repräsentantenhaus. Millionen Frauen weltweit würde dadurch Leid zugefügt, so Pelosi. Ähnlich äußerte sich auch die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW). Die Streichung staatlicher US-Zuschüsse werde dazu führen, dass solche Organisationen auch dringend benötigte Aufklärung sowie die Versorgung mit Verhütungsmitteln in Entwicklungsländern beschränken oder einstellen müssten, sagte DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr am Dienstag in Hannover. "Das bedeutet, dass sich Millionen Mädchen und Frauen nicht mehr vor einer ungewollten Schwangerschaft schützen können."Bähr verwies auch darauf, dass vergewaltigten Frauen dann auch "keine sicheren Abtreibungsdienste" mehr zur Verfügung stünden. Die Müttersterblichkeit weltweit werde wieder steigen, so die DSW-Geschäftsführerin.

Trump und der Glaube

Unter christlichen Wählern konnte Trump sowohl bei Katholiken wie auch bei Evangelikalen viele Stimmen gewinnen. Er selbst wurde in einer presbyterianischen Kirche konfirmiert. Die Presbyterianische Kirche warf ihm allerdings schon 2015 öffentlich vor, gegenüber Ausländern und Muslimen eine Politik zu betreiben, die mit ihrem Glauben nicht vereinbar sei. Auf die Frage nach seiner Lieblingsbibelstelle nannte Trump einem amerikanischen Rundfunksender "Auge um Auge". Die Stelle aus dem Buch Mose sei zwar "nicht besonders nett", aber man sehe doch, wie andere Länder "uns verspotten und ... unsere Jobs wegnehmen, unser Geld und unser Wohlergeben", sagte Trump. Die Stelle aus dem Alten Testament wird oft fälschlicherweise als Aufruf zur Gegenwehr interpretiert.


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Barbara, Dienstag, 24.Januar, 16:25 Uhr

2. Wer die Bevölkerungsentwicklung mittels finanzierter Abtreibungen steuern will,

der handelt nicht nur gegen Gottes Gebote, sondern auch gegen den Steuerzahler. Denn zum einen heißt es in der Bibel, ihr sollt "die Erde erfüllen, aber nicht überfüllen" und zum anderen kann es nicht angehen, daß unbescholtene Bürger Beiträge für die Abtreibungen gewisser Leute bezahlen sollen. Wer so etwas tut, der soll das bitte selber bezahlen! In Deutschland werden täglich offiziell ca. 1000 Kinder abgetrieben, finanziert aus Beiträgen unbescholtener Bürger! Ein Skandal sondersgleichen!

Leserin, Dienstag, 24.Januar, 15:24 Uhr

1.

Klar, dass sich die Stiftung Weltbevölkerung hier pro-Abtreibung positioniert. Das Ziel der Stiftung ist ja auch "nachhaltige Entwicklung" (aka Verringerung des Bevölkerungswachstums in Entwicklungsländern, auch mittels legaler Abtreibung), laut Stiftungswebsite inspiriert durch einen Zeitungsartikel mit dem Titel „Das Boot ist voll“. Ich finde es krass, dass das so offen gesagt wird. Jetzt ruft die Stiftung dazu auf, dass Deutschland die Finanzierungslücken schließen soll, da Familienplanung ein Menschenrecht sei. Leben ist aber ein noch grundlegenderes Menschenrecht, auch für Menschen in Entwicklungsländern. Die Lobbyarbeit der Stiftung Weltbevölkerung ist für mich der beste Beweis, dass eine Haltung Pro-Abtreibung nicht frauenfreundlich ist, sondern oft wirtschaftliche und männerdominierte Strukturen schützen soll. Übrigens bin ich eine Frau und finde Trump in fast allen anderen Belangen unerträglich. Bei der Würde auch Ungeborener lache ich mir aber nicht in die eigene Tasche.