Religion


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Bischof Mounib Younan "Welt an der Grenze eines dritten Weltkriegs"

Der Präsident des Lutherischen Weltbunds (LWB), Bischof Munib Younan, hat Christen auf der ganzen Welt angemahnt, sich für den Frieden einzusetzen. "Wir müssen diesen Wahnsinn stoppen", sagte er auf der Vollversammlung des LWB in Namibia, zu der auch eine 16-köpfige Delegation aus Bayern angereist ist.

Von: Corinna Mühlstedt

Stand: 10.05.2017

Eröffnungsgottesdienst des Lutherischen Weltbunds (LWB) in Namibia | Bild: BR/Corinna Mühlstedt

"Die Welt steht derzeit an der Grenze eines dritten Weltkriegs“, mahnte der Präsident des LWB, der palästinensische Bischof, Mounib Younan, auf einer Pressekonferenz in Namibias Hauptstadt Windhoek. "Wir müssen als Christen mit den Mächtigen in der Welt, mit den Regierungen sprechen und alles nur Mögliche tun, um diesen Wahnsinn zu stoppen. Ein nuklearer Krieg wäre eine internationale Katastrophe und mit nichts zu rechtfertigen." Bei der Eröffnungsfeier hatte Younan dazu aufgefordert, sich mit Luthers Aussagen zum Islam kritisch auseinanderzusetzen.

"Diesen Wahnsinn stoppen"

Menschenleben ließen sich mit Geld so wenig aufwiegen wie eine intakte Umwelt, geben die Lutheraner auf ihrer 12. Vollversammlung in Namibia zu Bedenken. Sie wird am kommenden Sonntag ihren Höhepunkt mit der Feier des 500-jährigen Reformations-Jubiläums im Sportstadion von Namibias Hauptstadt Windhoek erreichen. Bis zu 10.000 Teilnehmer werden erwartet.

Lutherischer Weltbund in Namibia - ein Rückblick

Auch eine 16-köpfige Delegation der Bayerischen Landeskirche hat den Weg in den Süden Afrikas auf sich genommen. Die internationale Zusammenarbeit aller Christen für Frieden und Gerechtigkeit sei jede Mühe wert, betont der Münchner Oberkirchenrat Michael Martin. "Wir brauchen einen umfassenden Prozess der Versöhnung zwischen verschiedenen Kulturen, Konfessionen und Religionen. Im Verhältnis zur römisch-katholischen Kirche sind wir Lutheraner schon weit gekommen", so der Ökumene-Referent. "Aber wir dürfen uns nicht ausruhen. Der Prozess der Versöhnung muss weiter gehen - auf allen Ebenen."

Das Gremium für 74 Millionen Christen auf der ganzen Welt

An dem siebentägigen Treffen nehmen Vertreter der 145 lutherischen Mitgliedskirchen aus 98 Ländern teil. Insgesamt reisen aus Deutschland 41 stimmberechtigte Vertreter an. Die Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes dauert bis 16. Mai. Unter anderem stehen die Themen Klimawandel, Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit auf der Tagesordnung. Außerdem wählen die rund 800 Teilnehmer einen neuen Präsidenten. Der LBW repräsentiert nach eigenen Angaben rund 74 Millionen Christen weltweit. Die Vollversammlung ist das höchste Entscheidungsorgan des Lutherischen Weltbundes. Sie kommt in der Regel alle sechs Jahre zusammen; die bislang letzte Vollversammlung fand 2010 in Stuttgart statt.


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