Religion


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Die letzten Bischöfe ziehen nach Keine generelle Kündigung bei zweiter Ehe

Am Ende war der Druck wohl doch zu groß: Mit einigen Monaten Verzögerung tritt auch in den bayerischen Bistümern Eichstätt, Passau und Regensburg das neue kirchliche Arbeitsrecht in Kraft. Die drei Bischöfe äußern aber weiterhin Bedenken.

Stand: 13.10.2015

Stimmen dem neue Arbeitsrecht in ihren Bistümern nun doch zu: (von links) Bischof Gregor Maria Hanke (Eichstätt), Bischof Stefan Oster (Passau) und Bischof Rudolf Voderholzer (Regensburger) | Bild: picture-alliance/dpa, Montage: BR

Ab Januar 2016 setzen die Bischöfe Stefan Oster aus Passau, Rudolf Voderholzer aus Regensburg und Gregor-Maria Hanke aus Eichstätt das neue kirchliche Arbeitsrecht auch in ihren Bistümern um. Damit darf künftig in ganz Bayern kein kirchlicher Arbeitnehmer mehr automatisch gekündigt werden, wenn er beispielsweise nach einer Scheidung wieder heiratet oder - als Homosexueller - eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingeht.

Bischöfe geben noch nicht endgültig nach

Die drei bayerischen Bischöfe hatten gegen diese Öffnung der katholischen Kirche immer wieder große  Bedenken geäußert. Diese seien auch nach wie vor nicht ausgeräumt, dennoch habe man sich in Hinblick auf ein deutschlandweit einheitliches Arbeitsrecht nun entschlossen, die Änderungen mitzutragen. Oster, Voderholzer und Hanke kündigten jedoch gleichzeitig an, auch weiterhin dafür zu kämpfen, die jetzt geltende gelockerte Fassung des kirchlichen Arbeitsrechts nochmals zu überarbeiten.

Bischof Oster zur Reform des katholischen Arbeitsrechts

Reform des katholischen Arbeitsrechts

Die deutschen Bischöfe hatten am 27. April nach jahrelangen Diskussionen per Mehrheitsbeschluss eine Novelle der Grundordnung des kirchlichen Dienstes verabschiedet und ihre Umsetzung zum 1. August vereinbart. Betroffen sind mehr als 700.000 Arbeitsverhältnisse. Die Bistümer Eichstätt, Passau und Regensburg waren die einzigen in Deutschland, die die Umsetzung bisher verweigert hatten.


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