Religion


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Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au "Wir machen keine Statements gegen, wir machen Statements für"

Am Mittwoch beginnt der 36. Evangelische Kirchentag in Berlin. Wir wollten von Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au vorab wissen, welchen Beitrag diese Veranstaltung zur Debattenkultur in diesen turbulenten Zeiten leisten kann.

Von: Tilmann Kleinjung

Stand: 19.05.2017

Ein Kirchentag in turbulenten Zeiten – welchen Beitrag kann diese Veranstaltung zur Debattenkultur leisten, wo ja relativ viel Polemik und Hass unterwegs ist?

Der Kirchentag bietet eine Plattform, wo Menschen, die etwas zu sagen haben, eingeladen werden, um mit den Menschen, die zuhören, ins Gespräch zu kommen. Und es ist ein Ort an dem man präsent ist. Und nicht nur diskutiert, sondern auch singt und tanzt und feiert und am Gottesdienst teilnimmt. Das gibt dem Ganzen eine eigene Atmosphäre.

Barack Obama kommt. Da ist natürlich ein starkes Statement. Ein Statement gegen Trump, könnte man meinen, ein Statement gegen die Vereinfacher, Polarisierer. Ist es als solches gedacht gewesen?

Wir machen keine Statements gegen, wir machen Statements für – für die Auseinandersetzung, für Menschen, die  aus ihrem protestantischen, bewusst christlichen Hintergrund heraus Gesellschaft gestaltet haben. Ich glaube, dass es Obama kommt, weil es ihm sympathisch, dass hier eine Gruppe von Menschen eine Veranstaltung organisiert, die sich für die Gesellschaft einsetzt, für alle Menschen. Dafür hat er sich in seiner Amtszeit eingesetzt und setzt sich auch weiterhin ein.

Obama, die Reformation, die AfD – das sind die großen Themen des diesjährigen Kirchentages. Gibt es noch ein Thema, das wir im Blick behalten sollten?

Ein großes Thema, das nicht nur beim Kirchentag wichtig ist, sondern gerade in aller Munde ist, ist Europa. Wir werden beim Kirchentag eine Veranstaltung haben, wo sich Menschen treffen, die europäischen Kirchentag organisieren wollen. Das heißt, Menschen aus vielen europäischen Ländern haben einen Verein gegründet, eine Steuerungsgruppe, und die planen zusammen einen europäischen Kirchentag – nicht für die Europäer, sondern mit den Europäern. Ein europäischer Kirchentag, wo Christinnen und Christen mitmachen, denen die europäische Zivilgesellschaft wichtig ist und die sich fragen, was können wir tun, um Europa zu stärken?“


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