Religion


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Aschermittwoch der Künstler Gottesdienst mit Kardinal Reinhard Marx

Die Besinnung auf das elementar Wesentliche, auf die eigene Verletzlichkeit und Sterblichkeit steht im Mittelpunkt des Aschermittwochsgottesdienstes im Münchner Liebfrauendom.

Von: Andrea Kammhuber

Stand: 10.02.2016

"Gedenke, Mensch, dass du Staub bist, und zu Staub zurückkehren wirst." Mit diesen Worten zeichnet Kardinal Reinhard Marx vielen Künstlerinnen und Künstlern das Aschenkreuz auf die Stirn. Die Asche erinnert an die Vergänglichkeit, aber auch daran, dass es wichtig ist, sich zu Lebzeiten auf das Wesentliche im Leben zu besinnen.

Installation von Jannis Kounellis

16 große Kreuze aus Stahlträgern sind im Münchner Liebfrauendom aufgestellt. "Corona" heißt die Installation des griechischen Künstlers Jannis Kounellis. Kounellis gilt als einer der Mitbegründer der italienischen Arte-Povera-Bewegung. Ihre Ursprünge gehen zurück auf die 1960er Jahre. Damals reagierte eine Gruppe italienischer Künstler bei einer Gemeinschaftsausstellung in Genua auf die fortschreitende Technisierung. Statt Glanz und Chrom verwendeten sie alltägliche Materialien wie Steine und Stoff. "Reduktion" ist jetzt auch das große Thema am Aschermittwoch.

Musik von Arvo Pärt

Die Besinnung auf das Wesentliche drückt sich auch in der musikalischen Gestaltung des Gottesdienstes aus. Die Capella Cathedralis unter der Leitung von Domkapellmeisterin Lucia Hilz unterstützt mit Musik für Orgel und Chor von Arvo Pärt den Gedanken von Einfachheit und Konzentration.

Aschermittwoch der Künstler

Gottesdienstübertragung

Das Bayerische Fernsehen überträgt den Gottesdienst im Münchner Liebfrauendom am 10.2. um 19 Uhr live im TV und im Internet. Ein besonderer Service für gehörlose Menschen: Die beiden Lesungen werden von einem Gebärdendolmetscher, der neben dem Ambo steht, übersetzt.

Der Aschermittwoch der Künstler geht auf eine Anregung des katholischen Schriftstellers Paul Claudel zurück, der nach dem 2. Weltkrieg verschiedene Künstler in Paris zum Gedankenaustausch einlud. Der Kölner Kardinal Frings schloss sich der Idee an. Seither treffen sich am Aschermittwoch in vielen europäischen Städten Bischöfe, Seelsorger, Gläubige und Künstler. Gemeinsam beginnen sie die Zeit der Besinnung und Buße.

Tanz-Performance 2015

Im vergangenen Jahr begann der Aschermittwoch der Künstler in München mit einer Performance. Studenten der Ballettakademie und Flüchtlingskinder erzählten im Tanz von ihren Erfahrungen mit Krieg, Hass, Ausgrenzung und wie sich die Spirale der Gewalt durchbrechen lässt.


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