Religion


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Streit um Kloster Altomünster Droht jetzt die Zwangsräumung?

Eigentlich hatte der Vatikan das Birgittenkloster im oberbayerischen Altomünster bereits im November 2016 aufgelöst. Die letzte dort noch lebende Ordensfrau, die ehemalige Priorin des Klosters, Apollonia, hat die Gemäuer im Februar dieses Jahres verlassen. Doch offenbar gibt es noch eine Bewohnerin. Und die weigert sich bislang zu gehen. Ihr droht jetzt die Zwangsräumung. Mehr von Antje Dechert

Von: Antje Dechert

Stand: 24.05.2017

Außenansicht Kloster Altomünster | Bild: picture-alliance/dpa

Totgesagte leben länger heißt es. Das scheint auch im Fall des Klosters Altomünster zuzutreffen. Doch dürfte es sich aktuell um einen vergeblichen und wahrscheinlich letzten Wiederbelebungsversuch handeln. Die Frau, die nach wie vor im Birgittenkloster wohnt, bezeichnet sich selbst als Postulantin, also als Anwärterin für eine Ausbildung zur Klosterschwester.

Fehlende Anerkennung

zum Artikel Kloster Altomünster Erzbistum übernimmt Birgitten-Kloster

Das Sankt-Birgitta-Kloster in Altomünster gehört nun offiziell der Erzdiözese München-Freising. Das teilte der Generalvikar Peter Beer heute in München mit. Wie das Kloster künftig genutzt wird steht noch in den Sternen. [mehr]

Der Vatikan aber erkennt ihr angebliches Postulat nicht an, so eine Sprecherin der Erzdiözese München und Freising. Denn zur Zeit des Eintritts der 39-Jährigen habe formell gar keine Klostergemeinschaft mehr bestanden. Die ehemalige Juristin hat trotzdem Widerspruch gegen das Auflösungs-Dekret aus Rom eingelegt.

Dass der Vatikan diesem stattgibt, ist eher unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher dagegen ist, dass die letzte Bewohnerin des Klosters Altomünster gehen muss. Denn das Dachauer Landratsamt hat mündlich bereits eine Nutzungsuntersagung ausgesprochen, wegen massiver Brandschutzmängel. Der schriftliche Bescheid ist noch in Arbeit.


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