Ratgeber - Weihnachten


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Tipps für Weihnachten So bleibt der Christbaum lange frisch

Wirft Ihr Baum schon vor dem Fest die Nadeln ab? Wer einige Tipps beherzigt, kann das lästige Nadeln zwar nicht verhindern, aber deutlich hinauszögern. Tipps zu Kauf und Pflege des Christbaums.

Stand: 21.11.2014

Vater und Tochter nach dem Kauf von zwei Tannenbäumen | Bild: picture-alliance/dpa

Wann der Weihnachtsbaumeinkauf stattfinden soll, an dieser Frage scheiden sich die Geister. Viele schwören darauf, den Baum möglichst spät zu besorgen, wegen der angeblichen Frische. Dass Christbäume kurz vor Weihnachten noch einmal frisch für den Verkauf geschlagen werden, ist jedoch ein Irrtum. In Einzelfällen trifft das zu, doch viele Bäume werden Ende November, Anfang Dezember gefällt und zwischengelagert, das kann auch regionale Kulturen betreffen. Ob Sie den Baum nun am 6. oder 22. Dezember kaufen, spielt für die Haltbarkeit daher in vielen Fällen keine große Rolle.

Mögliche Alternativen: Selbst fällen ...

Tipp

Bei der regionalen Forstverwaltung können Sie oft Tipps erhalten, wo Sie frische Weihnachtsbäume aus der Region bekommen - und an welchen Tagen diese verkauft werden.

Wer in punkto Frische auf Nummer Sicher gehen will, der sollte seinen Baum selbst fällen. Unterm Strich gilt: Kauft man den Baum zirka eine Woche vor Heiligabend, kann man damit in den meisten Fällen ganz gut leben. Denn einen Tag vor dem Fest ist mit etwas Pech nur noch die Restware zu haben - was der Freude des echten Schnäppchenjägers natürlich keinen Abbruch tut.

... oder im Topf kaufen

Christbäume im Topf

Natürlich kann man auch auf getopfte Bäume zurückgreifen, was aber nur sinnvoll ist, wenn Sie den Baum anschließend auch tatsächlich pflanzen möchten. Beachten Sie beim Kauf die Größe, denn Wurzelballen sind schwer.

Frisch oder alt?

Frische Bäume haben glänzende Nadeln und riechen aromatisch-würzig. Trockene Nadeln sollten ein Ausschlusskriterium sein, denn dann hat der Baum seine besten Tage meist schon hinter sich.

Zwischenlagerung

Nach dem Kauf lagern Sie den Tannenbaum idealerweise auf der Terrasse oder dem Balkon: Zur Zwischenlagerung eignet sich ein kühler, schattiger, windgeschützter Ort. Wichtig: Der Baum sollte dabei in einem Eimer mit Wasser stehen und vom Transportnetz befreit sein.

Nochmal frisch absägen

Wer seinen Baum länger stehen lassen will, sollte ihn nicht sofort aus dem Freien ins Zimmer holen, sondern dem Baum eine Anpassungszeit in einem ungeheizten Raum gönnen, etwa Keller, Garage oder Dachboden. Kurz vor dem Aufstellen empfiehlt es sich, am Fuß des Baumes eine etwa 3 cm dicke Scheibe abzusägen: Dann sind die Leitungsbahnen wieder frisch geöffnet.

Immer frisches Wasser

Ein großer Baum verbraucht innerhalb von drei Tagen bis zu einem Liter Wasser darum am besten täglich nachgießen. Normales Leitungswasser langt völlig. Ein paar Löffel Zucker oder ein Blumenfrischhaltemittel schaden nicht, halten den Baum entgegen landläufiger Meinung aber auch nicht länger frisch. Wer sich noch mehr Mühe geben möchte, benetzt die Nadeln täglich mit einem Wasserzerstäuber. Regelmäßiges Lüften des Wohnzimmers trägt ebenfalls dazu bei, dass der Baum länger frisch bleibt. Stellen Sie den Baum nicht zu nah an Öfen und Heizungen auf, das beschleunigt die Austrocknung.

Keine Weiß-Tannen

Zur Nordmann-Tanne

Die Nordmann-Tanne ist kein heimischer Baum, sondern stammt ursprünglich aus dem Kaukasus. Sie wurde nach dem finnischen Biologen Alexander von Nordmann benannt.

Weit über 25 Millionen Christbäume stehen jährlich in deutschen Stuben, Favorit ist die Nordmann-Tanne. Die große Mehrheit der Weihnachtsbäume wird in Monokulturen kultiviert: Sie werden mit Insektiziden behandelt, stark gedüngt und sind zum Teil sogar gentechnisch verändert. Wer es zu Weihnachten gut meint mit der Natur, lässt die Finger von weitgereisten Tannen, etwa aus Skandinavien, und kauft Bäume aus der Region. Weiß-Tannen sollten übrigens tabu sein, denn die stehen in Deutschland auf der Roten Liste für gefährdete Arten.

Link-Tipp

Hier können Sie nachsehen, wo in Ihrer Nähe regional produzierte "Bayerische Christbäume" erhältlich sind:

Tipps für ein grünes Weihnachtsfest

Ein Baum und tausend Fragen ... Welche Sorte wann gekauft, wie gepflegt und geschmückt und wo entsorgt werden sollte, das alles finden Sie hier.

Rund um den Weihnachtsbaum

Brauch

Schon die Römer haben in der Winterzeit ihre Häuser mit immergrünen Pflanzen geschmückt und sich so Symbole der Lebenskraft und Vitalität in ihre Behausungen geholt. Vor 500 Jahren entwickelte sich der Brauch, einen Nadelbaum zu Weihnachten ins Haus zu stellen. Diese Tradition geht auf die Germanen zurück, die ihr Vieh an immergrünen Zweigen vorbeitrieben, weil das in ihrer Vorstellung Glück brachte. Der Weihnachtsbaum in heutiger Form verbreitete sich im 19. Jahrhundert aus Deutschland kommend in der ganzen Welt. Wir haben für Sie die wichtigsten Tipps für einen grünen Weihnachtsbaum gesammelt ...

Sorte

Der Verkaufsschlager ist seit Jahren die Nordmanntanne, rund 75 Prozent aller Weihnachtsbaumkäufer entscheiden sich dafür. Wer jetzt glaubt, das sei schon der Tipp, der irrt. Denn zum einen wachsen die meisten Weihnachtsbäume in ökologisch schädlichen Monokulturen auf, zum anderen hat jede dritte Nordmanntanne eine weite Reise - meist aus Dänemark oder Skandinavien - hinter sich. Das ist schlecht für die Umwelt und den Baum. Grün im doppelten Sinne sind Weihnachtsbäume aus ökologischer Waldwirtschaft (Händlerlisten gibt's im Internet etwa bei robinwood.de) und am besten mit Öko-Zertifikat beispielsweise von Naturland oder mit dem internationalen Siegel des Forest Stewardship Council (FSC).

Frische

Aus ökologischen Gründen ist der Christbaum der Wahl eine Rotfichte oder Waldkiefer. Aber egal, welche Art es dann ist, am längsten lebt der Baum, je länger er im Boden bleiben konnte. Doch wie kontrolliert man das? Beim Kauf sollten Sie darauf achten, dass die Schnittstelle hell, fast weiß ist. Denn mit der Zeit färbt sich der Anschnitt grau. Ein weiteres Indiz für mangelnde Frische ist es, wenn die Nadeln beim Zurückstreifen zum Stamm hin bereits abfallen. Zwar garantieren die bayerischen Waldbauern, dass heimische Weihnachtsbäume erst nach dem 15. November geschlagen wurden, aber wir haben trotzdem noch einen anderen Tipp für Sie: Ein winterlicher Ausflug zu einem vertrauenswürdigen Anbieter in Ihrer Nähe - viele erlauben, dass man selbst die Axt oder Säge anlegt. Das hat gleich zwei Vorteile: Sie wissen, dass ihr Baum wirklich frisch ist - und die Kinder sind nach dem Ausflug müde.

Transport

Der Baum darf auf keinen Fall seitlich über das Auto hinausragen. Sollte er mehr als einen Meter über das Heck stehen, dann müssen Sie ein rotes Tuch an das Stammende binden. Wenn Sie ihn aufs Dach schnallen wollen, dann zurren Sie ihn ordentlich fest - sonst droht eine Geldbuße wegen "mangelhaft gesicherter Ladung". Und noch eins: Beim Transport auf dem Auto-Dach wird dem Baum durch den Fahrtwind Feuchtigkeit entzogen! Das kann eine Folie verhindern.

Aufbewahrung

Auch wenn sich der Weihnachtsbaum im Topf in den vergangenen Jahren zunehmender Beliebtheit erfreut: Im Regelfall ist die Weihnachtszeit das Todesurteil für Tannenbäume, denn die Wärme des heimischen Wohnzimmers stört ihre Winterruhe. Länger Freude an seinem Weihnachtsbaum hat, wer folgende Tipps beachtet: Möglichst spät kaufen und wenn nötig, an einem windgeschützten Ort, etwa auf den Balkon oder der Terrasse, in einem Eimer mit Wasser zwischenlagern. Zuvor bitte das Transportnetz entfernen. Bevor es ins Warme geht, sollte der Baum in einem unbeheizten Raum - am besten in der Garage oder im Keller - Gelegenheit zum Akklimatisieren haben.

Ständer

Vor dem Aufstellen des Baumes ist es ratsam, den Baum frisch anzuschneiden, dazu sollte eine etwa drei Zentimeter dicke Scheibe vom Stamm gesägt werden. Auf dem neuesten Stand der Technik sind Weihnachtsbaumständer mit Seilzugtechnik. Dessen Erfinder, Klaus Krinner, verkauft sein Patent mittlerweile in die ganze Welt. Und danach ist wichtig: Regelmäßig Wasser nachfüllen. Und wer seinen Baum wirklich liebt, der besprüht seine Nadeln täglich mit einem Wasserzerstäuber.

Plastik

Alle Jahre wieder oder jedes Jahr neu? Ob sie aktuellen Trends folgen, die die Hersteller ausgemacht haben wollen, wie dem Giraffen-Look oder dem Leoparden-Muster, oder ob Sie sich Politiker oder Bierflaschen in den Baum hängen: Die Geschmäcker sind verschieden. Doch egal, wie man den Baum mag: Wieder verwendbare Kunststoffbäume sind keine gute Wahl: Sie bestehen meist aus umweltschädlichem und nicht verrottendem PVC.

Schmuck

Die Liebhaber der klassischen Baumdeko haben dafür die Tradition auf ihrer Seite: Der älteste Bericht über einen geschmückten Weihnachtsbaum stammt aus dem Jahr 1419: Die Zunft der Bäckerknechte stellte einen mit Äpfeln, Oblaten, Nüssen und Lebkuchen geschmückten Baum in Freiburg im Breisgau auf. In den folgenden Jahren wurde dieser Schmuck durch Papierblumen oder Zuckerstangen ergänzt und durfte von den Kindern geplündert werden. Auch heute noch gewinnt man nicht nur Kinderherzen mit essbarem Baumschmuck, man tut auch was für die Umwelt.

Entsorgung

Die Geschenke sind ausgepackt, die Waage für die nächsten Wochen versteckt, Plätzchen gehen gar nicht mehr und die guten Vorsätze sind schon wieder Geschichte: An Heilig Drei Könige (6. Januar) fliegt dann auch normalerweise der Weihnachtsbaum aus dem Haus. Die Niederländer treffen sich an diesem Tag zum traditionellen Weihnachtsbaumverbrennen. Hierzulande entsorgt man seinen Baum besser kleingeschnitten in der Biotonne. Alternativ bringt man ihn zu einem der Wertstoffhöfe oder zu einer der Weihnachtsbaumsammelstellen.


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