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Überweisungen Vorsicht bei Vorkasse

Bezahlung per Vorkasse wird von vielen Online-Händlern gerne als preiswerte und datensichere Bezahlmethode gepriesen. Der Kunde zahlt weder Gebühren, noch muss er seine Bankdaten preisgeben: Eine Überweisung genügt. Doch das Bezahlen im Voraus hat einen gewaltigen Haken.

Stand: 24.11.2015

Überweisungsformular | Bild: picture-alliance/dpa

Eine Überweisung ist normalerweise innerhalb eines Werktages getätigt - oder gar binnen weniger Stunden, wenn beide Konten vom selben Institut betreut werden. In dieser Zeit kann der Vorgang noch storniert werden - per Überweisungs-Rückruf oder Überweisungs-Widerruf. Danach gibt es kein Zurück mehr: Sobald die Überweisung getätigt ist, gibt es für die Bank keine Möglichkeit mehr, den Vorgang rückgängig zu machen.

Ein fataler Irrtum

Auf der Webseite eines Online-Shops ist das Symbol des Warenkorbs abgebildet mit dem Hinweis Einkaufswagen | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Online-Shopping Sicher einkaufen auf Rechnung

Rechnung, Kreditkarte, Paypal - beim Online-Einkauf stellt sich oft die Frage: Welche Bezahlmethode ist die sicherste? Stiftung Warentest hat sich 30 große Online-Shops angesehen und rät von Vorkasse grundsätzlich ab. [mehr]

Genau das ist vielen Bankkunden nicht bewusst: Sie unterliegen dem Irrtum, dass eine Überweisung ähnlich leicht zu widerrufen sei wie etwa eine Lastschrift. Eine Zahlung per Vorkasse ist in vielen Online-Shops die preiswerteste Zahloption und gewährleistet eine hohe Datensicherheit - der Kunde gibt keine Bankdaten an Dritte weiter. Daher gehört dieser Vorgang zu den gängigsten Zahlvarianten, und das nicht nur im Online-Business. Was aber, wenn die Ware nicht oder nur mangelhaft geliefert wird oder man einem Betrüger aufgesessen ist? Schließlich offenbart sich ein Betrugsfall erst dann, wenn die Überweisung längst abgeschlossen ist.

Der lange Weg zum Gericht

Geht der Fall vor Gericht, kann's richtig teuer werden.

Natürlich kann man als Kunde immer noch den Händler kontaktieren. Ist keine Einigung in Sicht oder erfolgt am Ende gar keine Antwort und ist es auch zu spät, die Überweisung zu widerrufen, bleibt nur noch der zivilrechtliche Weg über einen Richter. Erstatten Sie auf jeden Fall Anzeige, informieren Sie zusätzlich auch Ihr Kreditinstitut. Immer wieder werden Online-Kunden Opfer von Verbechern im Netz, die Leistungen per Vorkasse betrügerisch einstreichen. Die Masche zieht vor allem bei kleineren Beträgen: Viele Kunden verzichten wegen 20 Euro auf die Mühen und Kosten, die eine Zivilklage mit sich bringt.

Widerruf von Überweisungen

Bei Überweisungen besser alle Angaben doppelt checken

Es muss nicht gleich Betrug sein, auch normale Irrtümer können schnell passieren: Ein Zahlendreher bei der Kontonummer, ein falsch gesetztes Komma - und schon wird das Geld an den falschen Empfänger überwiesen, oder aus 120 Euro werden 1.200 Euro.

Hinzu kommt: Seit Ende 2009 müssen Banken weder Kontonummer und Namen eines Empfängers abgleichen, noch falsch gebuchtes Geld zurückholen. Es gibt zwar wie eingangs erwähnt innerhalb eines kurzen Zeitraums die Möglichkeit, per Überweisungs-Rückruf an sein fehlgeleitetes Geld zu gelangen und die Buchung zu stornieren - allerdings ist dieser Service nicht kostenlos.

Hohe Stornogebühren

In der Regel verlangen Banken für einen Überweisungs-Rückruf Gebühren, meist fünf bis zehn Euro. Allerdings kann sie in Einzelfällen auch wesentlich höher ausfallen. Und bei vielen muss man diese Gebühr auch dann bezahlen, wenn das Geld nicht mehr zurückgeholt werden kann. Wer auf den Ernstfall vorbereitet sein will, sollte sich deshalb schon im Vorfeld erkundigen, wie er eine fehlgeleitete Überweisung bei seiner Bank widerrufen kann und was für Gebühren anfallen. Denn möglicherweise sind diese so hoch, dass sich der Aufwand nicht lohnt.


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