Ratgeber - Verbrauchertipps


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Erste Hilfe Schimmel richtig bekämpfen

Im Winter kann sich in der Wohnung leicht Schimmel bilden. Besonders dann, wenn der Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen sehr groß ist. Deshalb sollten Sie beim nächsten Frühjahrsputz besonders darauf achten, ob Sie irgendwo kleine Flecken entdecken.

Stand: 19.02.2014

Rund sieben Millionen deutsche Mieter und Hausbesitzer leben in Wohnungen, die feucht oder schimmelig sind. Laut dem Eigentümerverband Haus + Grund in München ist Schimmelbefall weiter verbreitet als Probleme mit Kakerlaken, Ameisen oder Silberfischen. Viele sind sich dessen gar nicht bewusst, denn oft versteckt sich Schimmel beispielsweise hinter Schränken, die vor Außenwänden stehen.

Der Schimmelexperte der Stiftung Warentest, Michael Koswig, rät, schimmelanfällige Stellen gezielt zu überprüfen. Also überall dort nachzusehen, wo es im Winter besonders kalt wird: an Außenwänden, hinter Schränken und Sofas fühlt sich Schimmel besonders wohl. Auch ein muffiger Geruch im Zimmer kann auf versteckten Befall hinweisen. Wer Schimmelflecken in seiner Wohnung entdeckt hat, sollte so schnell wie möglich reagieren.

Schimmel im Bad

Verfärbte Fugen und Silikonabdichtungen an Dusche und Wanne sind nicht selten - doch nicht immer ist es Schimmel. Rosa Verfärbungen weisen auf Bakterien hin, die Seifenreste lieben. Ihnen kann man am besten mit Reinigungsmitteln und Bürste zu Leibe rücken.

Schwarze Verfärbungen jedoch weisen auf Schimmel hin, den man mit speziellen Anti-Schimmel-Mitteln beseitigen kann. Wenn sich Silikonabdichtungen gar nicht mehr reinigen lassen, kann man sie komplett entfernen und erneuern. Aber das Wichtigste ist, die Ursachen für Schimmelbildung zu bekämpfen. Das heißt: Fliesen, Armaturen und Dusche immer sorgfältig abtrocknen und ausreichend lüften!

Tipp: Dachfenster

Dachfenster sind Kälte und Feuchtigkeit besonders stark ausgesetzt. Sie kühlen also auch stärker ab, es bildet sich mehr Kondenswasser: gute Voraussetzungen für Schimmelbildung. Deshalt sollte in Zimmern mit Dachfenstern ganz besonders darauf geachtet werden, Luftfeuchtigkeit und Raumtemperatur konstant zu halten: 50 Prozent Luftfeuchte und 20 Grad Celsius Raumtemperatur sind ideal.

Regelmäßiges Lüften ist hier besonders wichtig. Außerdem sollte erwärmte Luft ungehindert am Dachfenster zirkulieren und so die Scheibe erwärmen können. Auch das vermindert die Bildung von Kondensat am Fenster.

Wann Sie selbst sanieren sollten

Zunächst ist es wichtig, die Ursachen für den Pilzbefall zu klären. Wenn beispielsweise ein Riss in der Fassade für feuchte Wände sorgt, hilft es wenig, die Schimmelflecken wegzuputzen, denn sie würden schon kurze Zeit später zurückkehren. Sind die Ursachen beseitigt, kann man oberflächlich befallene Flächen, die kleiner sind als ein halber Quadratmeter, selbst reinigen.

Erste-Hilfe-Tipps gegen Schimmel

Sicherheit

Gummihandschuhe | Bild: colourbox.com

Nur ausreichend geschützt arbeiten

Wenn Sie Schimmel entfernen wollen, sollten Sie Gummihandschuhe, Mundschutz und eine Schutzbrille tragen. Allergiker, chronisch Kranke und immungeschwächte Menschen sollten keinesfalls selbst sanieren und sich währenddessen auch nicht im Raum aufhalten. Stark befallene Flächen sollten Sie möglichst rasch behandeln, damit nicht unnötig Sporen aufgewirbelt werden.

Quelle: Verbraucherzentrale Bayern

Entsorgung

Ab auf den Müll!

Poröse Materialen wie Tapeten, Holzverkleidungen oder Sofas lassen sich kaum sanieren. Am besten entsorgen Sie diese. Der beim Sanieren anfallende Abfall gehört gut in Plastikbeutel verpackt in die Mülltonne oder auf den Wertstoffhof.

Reinigung

Abreiben mit Alkohol

Sie können die befallenen Flächen absaugen, wenn Sie einen Staubsauger mit HEPA-Filter oder dem TÜV-Siegel "Für Allergiker geeignet" besitzen. Der Staubsaugerbeutel gehört danach auf den Müll. Waschen Sie oberflächlich befallenes Metall, Glas oder lackiertes Holz mit Haushaltsreiniger. Anschließend reiben Sie die Flächen mit achtzigprozentigem Alkohol ab und lassen Sie alles gut einwirken und trocknen. Um den Feinstaub zu entfernen, sollten Sie danach auch die gesamte Umgebung putzen.

Schimmelmittel

Hausmittel wirken ausgezeichnet

Die Stiftung Warentest hat Hausmittel gegen Schimmel getestet und festgestellt, dass sie ausgezeichnet wirken: "Den Schimmel kann man mit Isopropylalkohol oder Brennspiritus einpinseln oder einsprühen und eine halbe Stunde wirken lassen. Danach ist er tot", stellt Michael Koswig von der Stiftung Warentest, fest. Wer ganz sicher gehen möchte, kann das ein oder zweimal wiederholen. Der Vorteil von Hausmitteln: Der Alkohol verdunstet, nach dem Lüften bleibt in der Wohnung nichts Giftiges zurück. Kritisch sieht der Schimmelexperte hingegen Wirkstoffe, die dauerhaft gegen Schimmel vorbeugen sollen. "Bei Giftstoffen, die Schimmelpilze abtöten können, stellt sich die Frage, ob diese gesund für den Menschen sind", merkt Koswig an.

Essig

Finger weg

Mit Essig oder Essigreiniger sollten Sie Schimmel hingegen nicht bekämpfen. Denn die darin enthaltenen organischen Nährstoffe können das Schimmelwachstum fördern.

Profis

Große Sanierungen

Bei größeren Schimmelschäden sollten Sie sich an eine Fachfirma wenden, die sich mit den Schutzmaßnahmen und Vorschriften auskennt.


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