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Tipps & Tricks Richtig waschen - keine Hexerei

Darf man Wollpullover schleudern? Kann man Tangas kochen? Wäsche waschen ist für viele Menschen eine Art Geheimwissenschaft - und das nicht nur für Männer. Dabei ist sauberes und energiesparendes Waschen kinderleicht - sollte aber nicht zu Kosten der Hygiene gehen!

Stand: 14.01.2015

Waschmaschine wird entleert | Bild: picture-alliance/dpa

Über Wäschemangel kann sich schon die Kleinfamilie kaum beklagen: An die fünf Mal in der Woche läuft die Waschmaschine in einem Vier-Personen-Haushalt. Das sind rund 260 Waschgelegenheiten pro Jahr. Dabei geht eine ganze Menge Energie und Pulver den Bach runter. Wenn Deutschland wäscht, bedeutet das einen Verbrauch von über 600.000 Tonnen Waschmittel sowie rund sechs Milliarden Kilowattstunden Strom pro Jahr, so schätzt das "Forum Waschen".

Outdoor-Kleidung - waschen oder nicht?

Ob Soft-Shell oder Power-Shield: Auch Outdoorkleidung kann und soll man sogar waschen: Denn die Inhalststoffe des Schweißes können die Membran auf Dauer verstopfen, wenn das Kleidungsstück zu selten gewaschen wird. Man wäscht Funktionskleidung bei maximal 30 Grad, mit flüssigem Membran-Waschmittel und mit reduzierter Schleuderleistung. 600 Umdrehungen reichen. Outdoor-Ausrüster raten zudem, die auf dem Spezialwaschmittel angegebenen Dosierungen der Hersteller zu unterschreiten - die Hälfte der angegebenen Menge reiche.

Das Forum setzt sich dafür ein, dass nachhaltiger gewaschen wird. Das heißt, beim Waschen die Umwelt zu schonen und Energie zu sparen. Und das geht so: Maschine immer richtig voll, nur so viele Becherchen Pulver in die Maschine wie nötig und auf keinen Fall zu heiß waschen. Erst dann kann man seine Hände umwelttechnisch halbwegs in Unschuld waschen ...

Rot und weiß ergibt rosa

Wer die richtige Waschkraft entfalten will, sollte so schnell nicht ins Schleudern geraten. No-Go Nummer eins: Was nicht zusammenpasst, sollte nicht in einen Waschkessel - die rote Kinderstrumpfhose und das weiße T-Shirt zum Beispiel. Rote Kleidung zum Beispiel färbt gerne alles entzückend rosa: BHs, das teure, heißgeliebte Fußballtrikot des Sohnemanns sowie den neuen, schicken Slip der Liebsten. Daher gilt: Vorher gut sortiert ist halb gewaschen. Buntes kommt - getrennt in hell und dunkel - auf zwei 40°C-Berge. Unterwäsche, Waschlappen und Handtücher landen auf dem 60°C-Stapel.

Nicht nötig: Entkalker und Weichspüler

Auf zusätzlichen Entkalker kann man - anders als die Werbung suggeriert - beim Waschen gut verzichten. Heutzutage enthält jedes Waschmittel genügend Kalkschutz. Es sollte allerdings unbedingt nach Anweisung dosiert werden. Auch Weichspüler sind entbehrlich. Selbst wenn die enthaltenen Tenside biologisch abbaubar sind, gilt das nicht unbedingt für die Duftstoffe und Chemikalien darin. Gegen Trockenstarre, die die Wäsche hart macht, hilft Bewegung: im Wind an der Wäscheleine oder im Trockner.

Spezielle Waschmittel für Schwarzes sind überflüssig

Spezielle Flüssigwaschmittel für schwarze Wäsche sind bei einer Untersuchung der Stiftung Warentest (Januar 2013) durchgefallen: Sie können die Farbe nicht besser erhalten als herkömmliche Colorwaschmittel. Bei beiden Waschmitteln verblasst die Farbe gleich stark: Nach ca. 20 Wäschen sind die Kleidungsstücke grau. Ein weiteres Ergebnis des Tests: Flüssigwaschmittel vom Discounter sind fast genauso gut wie der Testsieger vom Marktführer.

60 oder 95 Grad?

Schützen Sie Ihre Waschmaschine mit dem 95-Grad-Programm.

Beim Thema "Kochwäsche" beißen sich Umweltschutz und Hygiene: Zwar spart man Energie und Wasser, wenn man mit niedrigen Temperaturen und nur kurz wäscht, handelt sich dafür aber schnell Pilze in der Waschmaschine ein. Da muss man abwägen, rät Baubiologin Almut Hullmann

"Vom Energie- und Ressourcensparen her ist das ganz sicher richtig. Vom hygienischen Standpunkt aus gesehen aber falsch. Bei feuchtem, lauwarmem Klima im Dunkeln sprießen die Pilze in der Maschine nur so. Da muss man abwägen: Verbrauche ich mal mehr Energie, aber halte ich die Maschine ohne chemische Zusätze sauber?"

Almut Hullmann, Baubiologin

Anti-Schimmel-Tipps für die Waschmaschine

Pilzbefall in der Waschmaschine erkennen Sie an kleinen schwarzen oder grünen Punkten sowie einem muffigen Geruch (auch der Wäsche) oder schleimigen Belag in der Einspülkammer. Die Waschmaschine sollte man zweimal im Monat reinigen. Dazu zuerst die Waschmittelschublade herausnehmen und gründlich mit einer Bürste reinigen. Die Schublade können Sie auch in die Geschirrspülmaschine stecken.

Anschließend sollte man die Waschmaschine mit 95 Grad laufen lassen. Mit dem 60-Grad-Programm und Vollwaschmittel reduziert man Keime lediglich. Spezielle Waschmaschinenreiniger oder Hygienemittel braucht man nicht.

Nach dem Waschen sollte man die Klappe/Tür der Waschmaschine und die Waschpulverschublade eine zeitlang offen stehen lassen, damit das Gerät trocknen kann. Entfernen Sie zusätzlich noch Wasserreste vom Gummirand der Tür/Trommel mit einem Lappen.

Verwenden Sie keinen Essig oder Essigessenz für die Waschmaschine, diese können die Kunststoffteile des Gerätes angreifen. Reinigen Sie auch regelmäßig das Flusensieb der Waschmaschine (meist eine Klappe unten am Gerät) und lassen Sie das Restwasser ab.

Die Wahl des richtigen Mittels

Jetzt noch Hosen- und Jackentaschen auskrempeln zur Flusenentfernung, Jeans und Bedrucktes auf links drehen, Reißverschlüsse schließen und rein in die Maschine. Pulver oder Flüssigwaschmittel dazu: Vollwaschmittel für Weißwäsche, Fein- oder Colorwaschmittel für Buntes und Wollwaschmittel für Wolliges und Seidiges. Bei der Dosierung muss man den Härtegrad des Leitungswassers berücksichtigen. Eigentlich ganz einfach und selbst für waschechte Männer zu bewerkstelligen...

Viele Waschfragen

Was unterscheidet Voll- und Feinwaschmittel, warum wird die Wäsche grau oder hat so viele weiße Flecken: Beim Deutschen Hausfrauenbund fragen viele Menschen nach, wenn es um saubere Wäsche geht. Vermeintlich eine Alltagsbeschäftigung, bestehe doch viel Aufklärungsbedarf in Sachen Waschen, sagt Rosemarie Weber, Erste Vorsitzende des Hausfrauenbundes in Augsburg: "Wir haben zur Probe Menschen eine Waschmaschine füllen lassen und festgestellt, dass sie die Maschine meist nicht ausnutzen. Viele dosieren auch die neuen konzentrierten Waschmittel wie früher."

Initiatoren des Aktionstages "Nachhaltiges Waschen" sind neben dem Deutschen Hausfrauenbund das Deutsche Grüne Kreuz, die Universität Bonn, Sektion Haushaltstechnik, der Deutsche Landfrauenverband und der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e.V.


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