Ratgeber - Verbrauchertipps


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Umzugstipps Umzug vorbereiten

Helfer, Handwerker, Halteverbot, Ausmessen: Schon im Vorfeld gibt es einiges zu tun, damit beim Umzug alles reibungslos verläuft.

Stand: 12.01.2012

Planung einer Küchen-Einrichtung | Bild: colourbox.com

Natürlich können Sie Ihren Umzug mit Hilfe von Freunden und Bekannten machen. Überlegen Sie sich jedoch vorher, ob Sie Ihre Freunde dafür einspannen möchten - und ob Sie im Gegenzug bei deren Umzug auch einspringen möchten. Überlegen Sie sich auch gut, wie Sie Ihr Umzugsteam zusammenstellen, denn: Viel hilft nicht immer viel! Am Umzugstag sollte zudem einer die Organisation übernehmen und die Aufgaben verteilen. Sind die Tragewege lang, sollte in Ketten gearbeitet werden. Das schont die Kräfte.

Helfer engagieren

Speditionen und Umzugsfirmen erledigen die Arbeit schnell und professionell, allerdings hat das auch seinen Preis. Holen Sie sich also unverbindlich Angebote ein und vergleichen Sie in Ruhe. Günstiger als eine Umzugsfirma ist der Studentische Schnelldienst oder Angebotsportale wie myhammer - allerdings sind da nicht immer Profis am Werke. Falls Sie die Hilfe von Möbelpackern in Anspruch nehmen, sollten Sie keine Schwarzarbeit unterstützen: Auch wer Schwarzarbeit beauftragt, macht sich strafbar. Lassen Sie sich eine Rechnung geben, darauf muss die Steuernummer angegeben sein. Ihr Vorteil: Wenn Sie eine Rechnung haben, können Sie den Umzug von der Steuer absetzen. Informieren Sie sich vorab, wann und wie die Zahlungsbedingungen sind. Viele Firmen verlangen Barzahlung am Umzugstag.

Tipps & Tricks 1

Parkplatz

Gerade in der Stadt sind Parkplätze vorm Haus Mangelware. Sie können sich jedoch eine Genehmigung geben lassen und Halteverbotsschilder aufstellen.

Transporter

Schauen Sie auf Ihren Führerschein! Mit einem alten Führerschein dürfen Sie ein Fahrzeug bis zu 7,5 Tonnen fahren, mit dem neuen EU-Schein jedoch nur noch eins mit 3,5 Tonnen. Und: Trauen Sie sich das zu? Wenn Sie unsicher sind, hilft eine Probefahrt.

Schlüssel

Falls Sie für Ihre Zufahrt oder den Aufzug einen Schlüssel benötigen, kümmern Sie sich rechtzeitig darum.

Tipps & Tricks 2

Alte Möbel

Geben Sie die Schrauben und Kleinteile für jedes Möbelstück in eine eigene Tüte.

Neue Möbel

Wenn Sie sich neue Möbel anschaffen wollen, ist es auch hier ratsam, sich so früh wie möglich darum zu kümmern - viele Möbelhäuser haben Lieferzeiten von bis zu sechs Wochen.

Vorhänge

Da Sie die Fenster und Balkontüren im neuen Heim ausmessen, können Sie die Zahlen gleich mit Ihren alten Gardinen und Vorhängen abgleichen - und entweder umnähen (lassen) oder neue besorgen.

Fußboden

Um Ihre Böden vor Schäden zu schützen, sollten Sie sie großzügig abdecken oder -kleben.

Kühlschrank

Machen Sie den Gefrierschrank leer und tauen Sie ihn ab. Vor dem Umzug keine Vorräte mehr anlegen. Aktivieren Sie die Transportsperren, die sich meist in großen Elektrogeräten befinden.

Umzug mit einer Spedition

Festpreis vereinbaren

Lesen Sie das Kleingedruckte! Steht dort "Abrechnung nach Aufwand", laufen Sie Gefahr, unabschätzbar hohe Kosten zu haben. Den Aufwand kann man vorher schlecht abschätzen. Vereinbaren Sie also lieber einen Festpreis.

Haftung

Die Spedition haftet nur für Dinge, die auch die Firma verpackt hat. Außerdem ist die Haftung auf 620 Euro pro Kubikmeter Ladung beschränkt. Bei einer 50 Quadratmeter-Wohnung bekommen Sie im Schadensfall höchstens 30.000 Euro. Bei besonders wertvollem Hausstand ist eine Transportversicherung ratsam.

Übergabe

Wenn der Umzug beendet ist, müssen Sie mit Ihrer Unterschrift bestätigen, dass der Hausrat unbeschädigt ist. Überprüfen Sie Ihren Hausrat, bevor Sie unterschreiben!

Wohnung ausmessen

Ausmessen statt ärgern: Erstellen Sie einen Grundriss der neuen Wohnung und verteilen Sie die Möbel nach Maß.

Messen Sie die neue Wohnung aus und fertigen Sie einen Plan an. Dann können Sie in Ruhe überlegen, wie Sie Ihr Zuhause einrichten. Wenn Sie den Plan und Ihre Möbel maßstabsgetreu zeichnen, können Sie sie ganz einfach und nach Belieben verschieben, bis alles seinen Platz hat. So sehen Sie auch gleich, ob Ihre Möbel und Geräte passen. Vergessen Sie nicht, Tür- und Fensterrahmen, Treppenhaus und gegebenenfalls den Aufzug abzumessen. Sonst gibt's am Umzugstag eine unangenehme Überraschung.

Feste Einbauten beachten

Die Einbauküche oder der Wandschrank passen perfekt in Ihre Wohnung - doch wie sieht's in der neuen Wohnung aus? Falls Sie Ihre Küche nicht mitnehmen können, sprechen Sie doch mit Ihrem Vermieter oder mit dem Nachmieter, vielleicht können Sie die Einbauten ja zu einem angemessenen Preis dort lassen. In der neuen Wohnung gilt das natürlich auch, vielleicht können Sie dem Vormieter die Küche abkaufen. Tipp für Käufer einer Immobilie: Einbauküchen können von dem zu versteuernden Kaufpreis abgezogen werden.

Handwerker rechtzeitig bestellen

Nicht jeder ist handwerklich geschickt und kann die Einbauküche, die elektrischen Geräte wie Fernseher und Waschmaschine oder die Telefonanlage selbst installieren. Handwerker sind viel beschäftigte Menschen, kümmern Sie sich also rechtzeitig um einen Termin. Lassen Sie sich diesen Termin kurz vorm Umzugstag noch einmal bestätigen.

Was Sie nicht tun sollten ...

Müll

Sperrmüll illegal entsorgen kostet Bußgeld!

Falls Sie mehr Müll haben, als in Ihre Tonne passt: Stellen Sie den Müll nicht einfach auf die Straße oder neben die Tonne! Das ist illegale Abfallentsorgung, die mit Bußgeld geahndet wird. Wenn die Müllmänner den Abfall mitnehmen, stellt Ihnen die Stadtverwaltung das im Nachhinein in Rechnung. Tipp: Holen Sie sich beim Abfallwirtschaftsamt oder auf Ihrer Gemeinde sogenannte Zusatzmüllsäcke. Die kosten etwa sechs bis sieben Euro und fassen bis zu 70 Liter. Sie können diese dann neben die Tonne stellen, denn in der Gebühr ist die Abfallentsorgung enthalten.

Parkplatz

Wer umzieht, braucht eine Ladefläche. Gerade in Städten sind Parkplätze vor dem Haus Mangelware. Greifen Sie aber auf keinen Fall selbst zum Pinsel und malen ein Parkverbotsschild! Das ist ein unerlaubter Eingriff in die Straßenverkehrsordnung - und strafbar. Besorgen Sie sich lieber rechtzeitig bei der Stadtverwaltung eine Genehmigung. Beachten Sie, dass die Genehmigung etwa zehn Tage braucht und das Schild drei Tage (72 Stunden) vorher aufgestellt werden muss.

Packen

Bananenkisten, der Karton von der Mikrowelle und was sich sonst noch so findet sind für einen Umzug nicht empfehlenswert. Diese halten dem Gewicht oft nicht stand, lassen sich schlecht tragen und stapeln. Verwenden Sie lieber Umzugskartons - das erspart eine Menge Ärger. Zudem sind Umzugskartons für gängige LKW-Größen genormt. Packen Sie Bücherkisten nur halb voll und befüllen Sie den Rest mit leichten Dingen wie zum Beispiel Kleidung oder Handtüchern.

Beschriften

Packen Sie nicht wild durcheinander, sondern besser nach Zimmern geordnet. Vor allem: Beschriften Sie die Kartons eindeutig mit Inhalt und Zimmer - nicht nur oben, sondern auch an den Seiten. Packen und kennzeichnen Sie Kartons mit den wichtigsten Dingen gesondert, die Sie in der neuen Wohnung sofort brauchen. Sie können die Kisten auch durchnummerieren (Nummern auf alle Seiten schreiben!) und dann eine Liste aufstellen, welche Kiste welchen Inhalt enthält. Und nochmal: Packen Sie Bücherkartons nur halbvoll!


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