Ratgeber - Verbrauchertipps


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Bequem liegen Der Weg zur richtigen Matratze

Federkern oder Wasserbett? Hart oder weich? Natur oder Synthetik? Beim Kauf der richtigen Matratze stellen sich viele Fragen. Nach acht bis zehn Jahren sollte die Matratze ausgetauscht werden.

Stand: 29.02.2016

Bei den Materialien haben Sie die Qual der Wahl und müssen durch Testen selbst herausfinden, wie Sie am besten liegen. Zur Auswahl stehen sowohl Natur- als auch Synthetikprodukte.

Tipps für den Einkauf:

Ein guter Verkäufer wird Ihnen zumindest einige der folgenden Fragen stellen - wenn nicht, schildern Sie Ihre Wünsche:

  • Welches Material bevorzugen Sie?
  • Wie ist Ihr Lattenrost beschaffen?
  • Schlafen/Liegen Sie lieber hart oder weich?
  • Wie groß ist Ihr Bett?
  • Wie hoch soll die Matratze sein?
  • Haben Sie Allergien?
  • Schwitzen Sie stark?

Sie sollten sich auf jeden Fall bereits vor dem Kauf zuhause gut informieren und zum Kauf ausreichend Zeit mitbringen. Fragen Sie nach Garantie- und Rückgaberegelungen.

Stichwort Lattenrost

Die meisten Matratzen passen auf jeden Lattenrost. Je besser die Matratze ist, desto weniger muss der Lattenrost können. Außerdem müssen Sie den Rost auch seltener austauschen als die Auflage. Lassen Sie sich also nicht automatisch einen neuen Lattenrost aufschwatzen.

Beim Einkauf

Probeliegen

Legen Sie sich hin, nehmen Sie sich Zeit und testen Sie Ihre gewohnten Schlafpositionen. Nur so können Sie herausfinden, ob die Matratze zu hart oder weich genug ist. Schauen Sie am besten erstmal nicht auf das Preisschild, sondern beurteilen Sie die Matratze nach dem Liegegefühl. Die Preise können Sie nach dem Probeliegen immer noch vergleichen.

Härte

Als Faustregel gilt: Für schwere Menschen lieber eine härtere Matratze, für leichte Menschen lieber ein weicheres Modell. Die Härtegradangaben sind wenig aussagekräftig, da sie nicht genormt sind, sondern von Hersteller zu Hersteller variieren.

Umtausch

Vor allem bei teuren Modellen sollten Sie auf ein Rückgaberecht bestehen, damit Sie sie zuhause in Ruhe ausprobieren können.

Lieferung überprüfen

Prüfen Sie genau, ob das gelieferte Modell auch das von Ihnen bestellte ist (Typbezeichnung, Härtegrad). Wenn nicht: Sofort auf Umtausch bestehen. Übrigens nehmen viele Hersteller Ihre alte Matratze gleich mit, oft kostenlos.

Reklamation

Mängel (Liegemulden, gerissene Nähte) können Sie bis zu zwei Jahre nach dem Kauf reklamieren (gesetzliche Gewährleistung).

Elastizität sorgt für Entspannung

Verschiedene Lattenroste

Wichtigster Punkt, damit Sie gut schlafen, ist die Elastizität der Matratze. Sie bestimmt, wie entspannt Ihre Wirbelsäule liegt. Wie elastisch eine Matratze ist, setzt sich aus Biege- und Punktelastizität, Schulterzonenwirkung und Körperzonenunterstützung zusammen. Die Biegeelastizität ist vor allem wichtig, wenn Sie einen verstellbaren Lattenrost haben. Je elastischer die Matratze ist, desto besser passt sie sich dem flexiblen Lattenrost an.

Punktelastizität

Wichtiger ist die Punktelastizität: Sie zeigt an, wie sich die Matratzenoberfläche auswirkt, wenn Sie drauf liegen. Je punktelastischer die Matratze ist, desto weniger Druck erzeugt sie auf dem Hautgewebe. Das wiederum wirkt sich gut auf die Durchblutung aus und Sie können ruhiger schlafen, weil Sie sich weniger umdrehen. Und: je elastischer die Matratze, desto besser die anatomische Unterstützung des Körpers, damit Wirbelsäule und Muskeln gut entspannen können.

Einblick in eine Taschenfederkernmatratze

Taschenfederkernmatratzen sind zum Beispiel punktelastischer als normale Federkernmatratzen. Auch Modelle aus Schaumstoff oder Latex sind hier vorne mit dabei. Bei Naturmatratzen kommt's auf die Faser an: Rosshaar, Kokos und Kapok (Fruchtfaser einer tropischen Pflanze) sind sehr elastisch. Stroh- und Spelzmatratzen hingegen sind sehr hart und federn nicht. Spelzmatratzen sind mit Getreide gefüllt und passen sich wie Sand dem Körper an.

Die verschiedenen Matratzen-Typen

1

Federkern

Federkernmatratzen bestehen aus einem System von Stahlfedern, die miteinander verbunden sind. Wolle, Baumwolle und andere Materialen umgeben das Ganze. Vorteil: haltbar, preisgünstig, gute Feuchtigkeits- und Wärmeregulierung. Nachteil: kaum punktelastisch.

2

Taschenfederkern

Ähnliches System wie bei herkömmlichen Federkernmatratzen, nur dass hier die einzelnen Federn in Säckchen eingenäht sind und an ihren Berührungspunkten miteinander verbunden sind. Das soll eine bessere Punktelastizität ermöglichen, dafür sind sie aber teurer als normale Federkernmatratzen.

3

Latex

Es gibt Naturlatex und synthetischen Latex. Naturlatex besteht aus der aufgeschäumten Milch des Gummibaums, synthetischer Latex wird aus Rohöl hergestellt. Latex ist sehr schwer und formbeständig. Die Punktelastizität ist sehr hoch, senkrechte Luftkanäle sorgen für einen guten Klimahaushalt. Das Material hat eine antiseptische Wirkung und hält Bakterien und Hausstaubmilben fern.

4

Luftkern

Die leichte und wartungsfreie Variante zum Wasserbett. Anstatt Wasser wird der Kern mit Luft gefüllt, je nach Menge wird die Matratze härter oder weicher. Ähnlich wie beim Wasserbett ist die Durchlüftung nur durch entsprechende Auflagen zu erreichen, bei Doppelbetten sind getrennte Luftkammern empfehlenswert.

5

Naturmatratzen

Hier gibt es die verschiedensten Varianten. Die Füllungen bestehen komplett aus natürlichen Fasern, wie z.B. Rosshaar, Wolle, Stroh, Kokos oder Kapok. Kapok ist die luftgefüllte Fruchtfaser einer tropischen Pflanze. Rosshaar ist zwar der teuerste Füllstoff, dafür aber auch der elastischste und strapazierfähigste. Rosshaar kann wie Schafwolle viel Feuchtigkeit aufnehmen.

6

Strohmatratzen

Strohmatratzen bestehen aus gepresstem (Roggen-)Stroh, sie sind sehr hart. Außerdem gibt es noch Spelzmatratzen mit einer Füllung aus Getreideschalen. Der Spelz passt sich wie Sand dem Körper an, dadurch federt die Matratze auch nicht und erschwert das Umdrehen im Schlaf.

7

Schaumstoff

Schaumstoff wird aus Rohöl hergestellt, es gibt zwei Varianten: Aus Polyurethan-Weichschaumstoff oder aus Kaltschaumstoff (auch HR, high resistent, hochelastisch, genannt). Kaltschaummatratzen sind sehr atmungsaktiv. Das Raumgewicht (RG) gibt die Dichte an; Matratzen unter 35 Kilogramm pro Kubikmeter sind nicht empfehlenswert, ideal sind 45 bis 55 kg. Es gibt Frauen- und Männermodelle, die die unterschiedlichen Gewichtsanteile der Körperzonen berücksichtigen. Schaumstoffmatratzen sind eine günstige Alternative zu Latexmodellen.

8

Futons

Futons bestehen aus mehreren dünnen Schichten reiner Baumwolle. Die europäischen Varianten der japanischen Schlafmatten sind oft mit elastischen Fasern gepolstert. Trotz des Kerns aus Schafschurwolle, Latex, Rosshaar oder Kokosfasern sind sie relativ hart. Futons geben Feuchtigkeit nur schlecht ab, deshalb ist eine gute Durchlüftung unerlässlich. Weiche Futons müssen täglich gerollt werden, um Verhärten zu vermeiden.

9

Wasserbett

Das Wasserbett besteht im Kern aus Wasser, der individuell mit Wasser gefüllt werden kann. Allerdings braucht man eine saugfähige Auflage, die den Schweiß aufnimmt und wieder abgibt. Vorteile: Der Körper liegt im Idealfall druckfrei, die Wirbelsäule wird gestützt. Ärzte beanstanden jedoch auch, dass die Druckverhältnisse nicht kontrollierbar seien. Beim Kauf auf Dämpfung der Matratze achten. Nachteil: Hohe Kosten nicht nur in der Anschaffung, hinzu kommt der Strom für die Wasserheizung sowie die Pflege der Wassermatratzen. Bei Doppelbetten sind separate Matratzen empfehlenswert.

Unterschiedliche Zonen

Matratzen: Die Auswahl ist riesig.

Damit Sie bequem und entspannt liegen, sind auch Schulterzonenwirkung und Körperzonenunterstützung wichtig. Sie sorgen dafür, dass Ihre Schulter tief genug einsinken kann, so dass die Wirbelsäule möglichst gerade liegt und sich die Wirbel gut erholen können. Deshalb sind Matratzen im Schulterbereich weicher und elastischer als an anderen Stellen. Zu streng gespannte Stoffbezüge beeinträchtigen die Elastizität allerdings.

Pflege und Schadstoffe

Können Allergien auslösen: Hausstaubmilben

Der Stoffbezug sollte leicht abzunehmen sein, denn so kann er gewaschen werden. Am einfachsten geht das, wenn dieser einen Reißverschluss hat. Vor allem für Allergiker ist es empfehlenswert, den Bezug waschen zu können. Ökotest beanstandete in der Vergangenheit bedenkliche Schadstoffe, die sie in den Matratzen fanden. Hierzu zählen Weichmacher wie Phthalate und Permethrin, das Schwermetall Antimon und halogenorganische Verbindungen sowie chlorierte Kunststoffe. Viele Hersteller verwenden zudem optische Aufheller, die die Matratzen heller erscheinen lassen als sie sind.

Pflege:

  • Lüften ist das A und O: Sorgen Sie dafür, dass auch von unten genug Luft an die Matratze kommt, schlagen Sie die Bettdecke nach dem Aufstehen zurück.
  • Drehen: Mindestens alle drei Monate soll die Matratze gedreht werden, am besten jedoch jeden Monat. Mit Tragegriffen lässt sich die Matratze leichter heben.
  • Waschen: Einen abnehmbaren Bezug können Sie in Ihrer Waschmaschine reinigen. Ein umlaufender Reißverschluss erleichtert Ihnen die Arbeit.

Die Matratze selbst kann in Fachgeschäften gereinigt werden, zuhause können Sie sie aber auch mit einer weichen Bürste abbürsten, nicht klopfen oder saugen.


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