Ratgeber - Verbrauchertipps

Notrufnummer 112 So verhalten Sie sich richtig im Notfall!

Ein Notfall - Schock für jeden Beteiligten. Was ist jetzt zu tun? Rufen Sie die kostenlose Notrufnummer 112 an - sie gilt bundesweit. Trotz aller Aufregung sollte man dabei einiges beachten, damit die Helfer schnell vor Ort sein können.

Autor: Beate Beheim-Schwarzbach Stand: 11.02.2012
Rettungsdienst | Bild: picture-alliance/dpa

Europaweit ist die 112 die kostlose Notrufnummer, egal ob vom Handy aus, vom Festnetz oder aus der Telefonzelle - immer erreicht man die nächstgelegene Leitstelle. Im Münchner Westend zum Beispiel landet jeder Anrufer aus dem Umkreis München, der die Nummer 112 gewählt hat. Zehn Prozent betreffen Feuerwehreinsätze und 90 Prozent der Anrufe erfordern einen Rettungsdienst.

Jeder, der im Münchner Westend am Notfalltelefon sitzt, ist ausgebildeter Rettungsassistent. Und alle sind regelmäßig auch im Einsatz unterwegs, können also einschätzen, welche Hilfe im Notfall angemessen und sinnvoll ist. Momentan gehen in München 800 bis 1.000 Anrufe pro Tag ein.

Ruhe bewahren und Adresse angeben

Notrufnummer 112 EU-weit gültig

Nur 19 Prozent der Deutschen wissen, dass die Notrufnummer 112 auch in den Mitgliedsstaaten der EU funktioniert. Der Euronotruf 112 kann über das Mobiltelefon aber auch in vielen Staaten außerhalb Europas verwendet werden. In welchen Staaten die Notrufnummer funktioniert und wie Sie sich im Notfall verhalten sollten, erfahren Sie in dem Flyer "Ein Europa - eine Nummer!"

In vielen Fällen sind die Anrufer so nervös, dass die Mitarbeiter der Leitstelle ihnen Anweisungen geben müssen. Die wichtigste Information ist für das Rettungsteam die Adresse. Sie sollte als erstes genannt werden, falls die Verbindung aus irgendeinem Grund abbrechen sollte. Danach wird gefragt, was genau passiert ist. Und anschließend wird die Rückrufnummer abgefragt, damit sich die Sanitäter eventuell telefonisch erkundigen können, falls Straße oder Hausnummer nicht stimmen.

Wie schlimm ist die Situation?

Schwerste Aufgabe für den Mitarbeiter am Notruftelefon ist einzuschätzen, welche Fälle besonders kritisch sind. Denn bei einem Herzinfarkt, Schlagganfall oder Schädel-Hirn-Trauma ist eine Behandlung in einem geeigneten Krankenhaus innerhalb kürzester Zeit lebenswichtig.

Erste-Hilfe-Maßnahmen unterstützen

Daneben haben die Kollegen am Telefon in der Leitstelle noch die Aufgabe, dem Anrufer - wenn nötig - auch Hinweise zu geben, wie er den Patienten versorgen kann, der zum Beispiel ohnmächtig geworden ist und nicht mehr zu sich kommt. Erste Hilfe kann viel bewirken. Dabei können Sie unter der Anleitung des Rettungssanitäters via Telefon nichts falsch machen, denn jede Hilfe ist besser, als keine Hilfe.

Koordinationsleistung - kein Zeit verlieren

Ein Rettungswagen darf ab der Alarmierung maximal zwölf Minuten zur Einsatzstelle brauchen. In 80 Prozent aller Fälle gelingt das. Schon während die Mitarbeiter in der Leitstelle die Anrufe entgegennehmen, leiten sie alle Informationen an einen sogenannten Dispatcher weiter. Das ist ein Kollege, der mit Computerhilfe die Einsätze koordiniert und den Rettungswagen oder Hubschrauber ausfindig macht, der dem Unfallort am nächsten stationiert ist. Dann informiert er die jeweilige Wache und das Personal rückt aus.