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Schnäppchen mit Folgen Günstig, aber nicht garantiert

Im Internet lassen sich oft herrliche Schnäppchen finden: 50 Prozent Ersparnis gegenüber dem regulären Händlerpreis sind heutzutage locker möglich. Doch das hat seinen Preis: Online-Käufer werden immer öfter von der Garantie ausgeschlossen.

Stand: 21.04.2015

Illustration: Das Foto zeigt auf der Verkaufsplattform ebay zum Sofortkauf angebotene Taschen des Sportartikelherstellers adidas. | Bild: picture-alliance/dpa

Schnäppchenjäger sind für renommierte Marken ein rotes Tuch, vor allem, seit es das Internet gibt - und die entsprechenden Vergleichsportale. Denn die Jagd nach dem ultimativen Preis belebt das Geschäft, sorgt für ein transparentes Angebot und durchkreuzt die Preispolitik renommierter Firmen.

Die wehren sich mittlerweile auf Ihre Weise: Immer öfter gilt die von den Herstellern angebotene Produktgarantie nur noch für sogenannte Erstkäufer bzw. dann, wenn die Ware bei autorisierten Händlern gekauft wurde. Manche Firmen schließen Online-Versteigerungen gänzlich von der Garantie aus, andere wiederum bieten Online-Kunden nur ein entschlacktes Garantiepaket an.

Nachvollziehbare Argumente

Das Vorgehen der Hersteller erscheint durchaus logisch. Denn immer öfter klagen Einzelhändler darüber, dass sie potentielle Kunden zwar ausführlich beraten dürfen, diese die Ware dann aber preisgünstig im Internet einkaufen. Dieser Mentalität will man mit der neuen Garantiepolitik einen Riegel vorschieben - ebenso wie den günstigen Re-Importen mancher Online-Händler. Diese kaufen Ware, die eigentlich nicht für den deutschen Markt bestimmt ist, günstig im Ausland ein und verschaffen sich dadurch einen Wettbewerbsvorteil.

Darüber hinaus sind den Herstellern die zunehmende Zahl von Produktfälschungen ein Dorn im Auge. Vor allem Plagiate aus China finden sich immer öfter in Online-Shops oder bei Auktions-Plattformen. Bei autorisierten Händlern hingegen liegt die Gefahr nahezu bei Null, an ein Plagiat zu geraten, so das Argument der Hersteller.

Wer ist autorisiert?

Dem Kunden ist allerdings meist nicht klar, welcher Online-Händler gleichzeitig auch autorisierter Händler ist. Da hilft nur, beim Händler selbst nachzufragen, bevor man auf den "Kaufen"-Button klickt. Darüberhinaus findet sich auf den Webseiten vieler Hersteller inzwischen eine Auflistung der autorisierten Händler.

Garantie nein, Gewährleistung ja

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Die gute Nachricht für den Kunden: Das Recht auf Gewährleistung ist nicht betroffen. Die Gewährleistung gilt zwei Jahre und ist im Gegensatz zur Garantie gesetzlich vorgeschrieben. Produktmängel, die zum Zeitpunkt des Verkaufs bestanden, müssen vom Händler beseitigt werden. Allerdings tritt bei der Gewährleistung nach sechs Monaten die sogenannte Beweislastumkehr in Kraft: Dann muss der Käufer nachweisen, dass das Produkt von Anfang an schadhaft war.

Link-Tipp

Einen ausführlicheren Hintergrundbericht zum Thema finden Sie bei Stiftung Warentest:


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