Ratgeber - Verbrauchertipps


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Rechnung oder Vorkasse? Sicher bezahlen im Internet

Einkaufen über das Internet ist bequem und oftmals sogar preisgünstiger als im normalen Geschäft. Doch wie kann man im Internet sicher bezahlen?

Stand: 21.04.2015

Hände, die eine Laptop-Tastatur bedienen und eine Kreditkarte halten. | Bild: colourbox.com

Bezahlung per Rechnung

Am sichersten für Sie als Kunden ist die Bezahlung per Rechnung. Sie bezahlen nämlich erst dann, wenn Sie die Ware geliefert bekommen haben und diese auch behalten. Falls Sie die Ware zurücksenden, müssen Sie Ihrem Geld nicht hinterherlaufen. Außerdem müssen Sie keine sensiblen Bankdaten preisgeben.

Andererseits ist dieses Verfahren für die Verkäufer am riskantesten, denn auch unter Kunden gibt es schwarze Schafe. Gerade kleine Unternehmen können es sich oft nicht leisten, offene Rechnungen einzuklagen - eher aus Zeit- denn aus Finanzierungsgründen. Viele Händler bieten den Rechnungskauf daher gar nicht an oder nur einem Stammkundenkreis. Alleine das Fehlen der Option "Bezahlen per Rechnung" schmälert daher nicht automatisch die Seriosität eines Online-Shops.

Rechnungskauf via Drittanbieter

Gerade kleinere Shopanbieter greifen in Sachen Rechnungskauf immer öfter auf Drittanbieter zurück. Der Kunde wählt in dem Fall die Zahlungs-Option "Rechnungskauf via Drittanbieter". Der fällige Betrag wird nach Erhalt der Ware vom Kunden nicht an den Shop-Inhaber, sondern an den Dienstleister überwiesen, der die finanziellen Risiken übernimmt, zum Beispiel bei einer Zahlungsverweigerung. Der Händler erhält sein Geld auf jeden Fall, nämlich vom Drittanbieter.

Entsprechend hoch fallen die Gebühren aus: In der Regel muss der Händler dem Dienstleister eine Provision von mehreren Prozent des Kaufpreises abtreten, darüber hinaus unter Umständen auch noch diverse Fixbeträge per Bestellung oder pro laufendem Monat. Einige Online-Händler legen daher einen Teil der Gebühren auf den Kaufpreis um. Zu den bekannteren Anbietern gehören das Paypal-Tochterunternehmen Billsafe und der schwedische Anbieter Klarna.

Per Lastschrift vom Konto abbuchen lassen

Auch das Bezahlen per Lastschrift ist sicher. Sie erteilen dem Anbieter die Genehmigung, den Betrag per Lastschrift von Ihrem Konto abzubuchen. Wenn die Ware nicht geliefert wird, Sie etwas zu reklamieren haben oder zu viel abgebucht wird, können Sie das Geld innerhalb von sechs Wochen problemlos durch Ihre Bank zurückbuchen lassen. Kontrollieren Sie auf jeden Fall regelmäßig Ihre Kontoauszüge. Für den Händler ergeben sich bei der Lastschrift die gleichen Nachteile wie beim Rechnungskauf, denn auch das Lastschriftverfahren kann vom Kunden missbraucht werden - zumal anfallende Stornogebühren erst einmal vom Empfänger, also vom Shopbetreiber getragen werden müssen, nicht vom Kunden.

Vorsicht bei der Benutzung der Kreditkarte

Bei der Zahlung per Kreditkarte müssen Sie sensible Daten preisgeben, mit denen Betrüger auch unberechtigt Geld abbuchen können, sollten Sie - zum Beispiel über gefälschte Webseiten - an diese Daten gelangen. Bei manchen Banken haben Sie in solch einem Fall ein sechswöchiges Rückbuchungsrecht, ähnlich wie beim Lastschriftverfahren. Am besten erkundigen Sie sich vorab bei Ihrer Bank.

Wichtig:

Geben Sie Ihre Kreditkartendaten nur an seriöse Unternehmen weiter. Achten Sie darauf, dass im Impressum des Online-Anbieters eine vollständige Adresse und nicht nur ein Postfach angegeben ist.

Die meisten größeren Online-Händler bieten die Bezahlung per Kreditkarte an, da dieses Verfahren von Käuferseite aus wesentlich seltener missbraucht wird als die Bezahlung per Lastschrift oder Rechnung. Abgewickelt werden die Transaktionen meist von darauf spezialisierten Dritt-Anbietern wie zum Beispiel Worldpay, gerade bei kleineren Online-Shops.

Stichwort 3D-Secure-Verfahren

Im Rahmen eines Bestellvorgangs können Kunden vor dem erstmaligen Bezahlen dazu aufgefordert werden, sich für das 3D-Secure-Verfahren zur Abwicklung von Online-Käufen per Kreditkarte zu registrieren. Dieses Vefahren, dass unter anderem von Visa und Mastercard angeboten wird, soll den Kartenmissbrauch reduzieren. Zusätzlich zur Kreditkartennummer muss der Nutzer eine Geheimzahl eingeben, seinen persönlichen Code.

Bewährt: PayPal & Co.

Online-Zahlungsservices wie PayPal, Click & Buy oder Giropay bieten für den Kunden oft ein höheres Maß an Sicherheit als die Zahlung per Kreditkarte. Hierbei wird die Transaktion über verschlüsselte Verbindungen getätigt, sensible Bankdaten werden nicht preisgegeben.

Beachten Sie:

Es gibt auch einige Bezahlsysteme, bei denen Sie Bankdaten wir Pin- oder Tan-Nummern eingeben müssen, etwa bei einigen Sofortüberweisungssystemen.

Diese Daten müssen Sie jedoch einmalig beim Zahlungsanbieter hinterlegen, wenn Sie zum Beispiel ein PayPal-Konto anlegen. Denn ihr virtuelles Konto muss mit echtem Geld aufgestockt werden, damit Sie bezahlen können. PayPal ist bei Käufern wie Händlern gleichermaßen beliebt, auch wegen des gewährten Schutzes für Käufer - dieser gilt jedoch in aller Regel nur für Waren, nicht aber für Dienstleistungen. Ein weiterer großer Vorteil von PayPal, aber auch der meisten Kreditkarten: Das Geld ist sofort beim Händler, der Versand erfolgt entsprechend schneller.

Riskant: Vorkasse

Hierbei müssen Sie das Geld vorab überweisen. Erst nach Zahlungseingang schickt der Anbieter die Ware los - für den Händler ist das somit mit Abstand die sicherste Art des Zahlungsverkehrs.

Überweisungsformular | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Überweisungen Vorsicht bei Vorkasse

Bezahlung per Vorkasse wird von vielen Online-Händlern gerne als preiswerte und datensichere Bezahlmethode gepriesen. Weder zahlt man Gebühren, noch gibt man Bankdaten preis. Doch das Bezahlen im Voraus hat einen großen Haken. [mehr]

Viele Betreiber gewähren für diese Zahlungsart daher auch Prozente. Sie haben als Kunde jedoch keine Sicherheit, dass die Ware tatsächlich ankommt oder dass Sie Ihr Geld zurückbekommen, falls Sie vom Rückgaberecht Gebrauch machen. Sie können eine Überweisung nämlich nicht so einfach bei der Bank rückgängig machen wie eine Lastschrift. Vor allem bei unbekannten Anbietern ist von dieser Art der Bezahlung abzuraten, ganz besonders aber bei solchen, deren Seriosität Sie zumindest ansatzweise infrage stellen.

Nachnahme - nicht immer zu empfehlen

Bei der Bezahlung per Nachnahme bezahlen Sie die Ware erst bei Lieferung, und zwar in bar - in seltenen Fällen ist auch Scheckzahlung möglich. Sie müssen zwar keine Bankdaten preisgeben und bezahlen erst, wenn Sie die Ware in der Hand haben. Allerdings haben sie nur wenig Zeit zum Prüfen, denn nur die wenigsten Paketzusteller werden Ihnen dabei zuschauen wollen, wie Sie den bestellten Laptop auspacken und ausprobieren. Bei einer Reklamation kann es daher sein, dass Sie Ihrem Geld hinterherlaufen müssen. Andere Produkte können Sie allerdings sofort im Beisein des Lieferanten prüfen, zum Beispiel eine Bücher- oder Weinsendung.

Weiterer Nachteil: Oft fallen hohe Nachnahmegebühren an - wovon im Falle von DHL fünf Euro kassiert werden (plus zwei Euro Gebühr bei Aushändigung der Ware). Und auch für den Händler ist die Nachnahme nicht das Gelbe vom Ei: Wird die Annahme verweigert, bleibt der Verkäufer auf den Versand- und Nachnahmekosten sitzen: Das können schon mal an die 20 Euro sein.

Tipps zur Einschätzung des Händlers

Bietet der Händler Barzahlung bei Selbstabholung an? Gibt es ein Ladengeschäft? Ist das Impressum vollständig? Geht jemand ans Telefon oder werden Mailanfragen zeitnah beantwortet? Werden sie zurückgerufen, wenn nur ein Anrufbeantworter in der Leitung ist? Wenn Sie die meisten dieser Fragen bejahen können, haben sie es aller Wahrscheinlichkeit auch mit einem seriösen Händler zu tun, sodass der Kauf per Vorkasse oder Nachnahme möglicherweise doch eine Option darstellt. Oder Sie rufen einfach mal an und fragen nach, ob der Rechnungskauf nicht doch möglich ist. Manch ein Händler lässt mit sich reden, wenn der erste Eindruck stimmt.


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