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Motivation und Organisation Selbstsabotagen vermeiden

Zugegeben, Ausmisten und sich organisieren macht wenig Spaß und ist nicht eben kreativ. Doch langfristig gewinnen Sie damit bare Lebenszeit - wenn Sie Selbstsabotagen den Kampf ansagen.

Stand: 01.07.2016

Frau hört Musik | Bild: colourbox.com

Die Disziplin, zu der sich viele beim Ausmisten zwingen müssen, lohnt sich, denn auf lange Sicht lebt man gut organisiert leichter, zufriedener und spart Zeit - zum Beispiel beim Aufräumen, Suchen und Ausmisten. Wenn da nur nicht die fiesen kleinen Selbstsabotagen wären, mit denen wir verhindern, überhaupt erst mit dem Aufräumen anzufangen. Das Problem: Ohne Motivation kommt man nicht in Schwung. So bringt man sich selbst in Stimmung:

Wie man sich motiviert

Stimmung machen

Beim Ausmisten können Sie sich durch verschiedene Kniffe die Arbeit vereinfachen. Bringen Sie sich durch Ihre Lieblingsmusik in Stimmung. Nutzen Sie die Jahreszeiten für jährliche, größere Räum-Aktionen. Besonders geeignet sind das Frühjahr und der Herbst: Im Frühling spüren viele eine Aufbruch-Stimmung, im Herbst werden viele nachdenklich und ziehen Jahres-Bilanz. Aber auch der Sommer eignet sich zum Entrümpeln: Wenn es Ihnen zu heiß ist, misten Sie den Keller aus und genießen dabei die Kühle. Ist es Ihnen im Winter zu kalt, bleiben Sie daheim und entschlacken die Wohnung, damit sie in den Weihnachtsferien schön aussieht.

Pausen und Belohnungen

Planen Sie Pausen beim Ausmisten ein sowie Belohnungen, wenn Sie gesteckte Ziele erreicht haben. Nehmen Sie sich genug Zeit für große Projekte und erledigen Sie kleine Projekte auch einmal in konzentrierten, schnellen Aktionen: Zeitdruck kann den Kopf klar machen und Entscheidungen beschleunigen.

Raum für Raum

Arbeiten Sie nicht auf mehreren "Baustellen" in der Wohnung, sondern mit einem Gesamtsystem im Kopf und Raum für Raum sowie Bereich für Bereich. So sehen Sie immer, was Sie schon erreicht haben und Ihre Motivation bekommt ständig einen neuen Schub. Das ist wichtig, damit Sie beim Aufräumen durchhalten. Holen Sie sich Tipps von Freunden, Fachleuten, aus Zeitschriften und Büchern, wenn Ihnen die Ideen ausgehen oder Sie Unterstützung brauchen.

Grenzen setzen

Setzen Sie sich Grenzen beim Sammeln, aber achten Sie auf Freiraum. Bestimmen Sie ein paar wenige Fächer, Schubladen, Ordner oder ein Regal in der Wohnung, die Sie nach Lust und Laune zumüllen dürfen, bis sie voll sind. Dann müssen Sie wieder ran und ausmisten. Das sorgt ganz natürlich für einen regelmäßigen Entrümpel-Rhythmus ohne Diät-Gefühl. Das gleiche gilt für Zeitungen und Zeitschriften, die sich schnell vermehren. Legen Sie diese in eine Kiste, die sie leeren, sobald sie randvoll ist.

Bewusst kaufen

Denken Sie schon beim Kaufen nach, ob Sie etwas wirklich brauchen und wo Sie es unterbringen. Kaufen Sie Dinge häufig doppelt, ist es Zeit, eine Inventur zu machen und das Aufbewahrungssystem anzupassen.

Feste Plätze

Schaffen Sie feste Plätze für Dinge, die Sie oft brauchen, zum Beispiel für Schlüssel, Handy und Geldbeutel. Dann hat die tägliche Suche ein Ende.

Beim Ausmisten ist aber meist nicht nur fehlende Motivation das Problem, sondern es fehlt auch ein Ordnungssystem. Gut organisiert ist es aber viel leichter, Ordnung zu halten. Deshalb sollte man nicht nur mit System Aufräumen, sondern auch seine Zeit systematisch einteilen.

Organisieren statt verzetteln

Routinen einführen

Im Haushalt erleichtern einem Routinen das Leben, zum Beispiel täglich die Post durchgehen, wöchentlich zu einem festen Termin die Wohnung putzen und einkaufen gehen (mit Einkaufszettel!) und zweimal im Jahr die Fenster reinigen. Lassen Sie zudem erst gar keine Berge von Dingen in Ihrer Wohnung heranwachsen. Sie zu überwinden, kostet viel Zeit und Kraft. Räumen Sie regelmäßig auf und misten Sie regelmäßig aus. Tragen Sie diese Aufgaben in Ihren Kalender ein oder stellen Sie einen Putzplan auf, wenn Ihnen das beim Erledigen hilft.

So brauchen Sie sich die Aufgaben nicht zu merken und erledigen Sie schnell und automatisch, fast ohne es zu merken. Bevor Sie sich über die Arbeit beklagen können, ist sie schon fast gemacht. Schauen Sie anfangs dabei auf die Uhr, dann wissen Sie künftig, wie viel Zeit Sie für diese Tätigkeiten brauchen und können besser planen. Laut Ratgeber-Autorin Eileen Roth nehmen wir uns übrigens im Schnitt zu viel Zeit für kleine Aufgaben und zu wenig für große.

Kurzfristig und langfristig planen

Die beste Art, Zeit zu verschwenden, ist impulsiv vorzugehen, irgendetwas irgendwann zu tun, sagt Eileen Roth. Auch hier - Sie ahnen es schon - ist wieder ein System gefragt, dass dafür sorgt, dass wir Dinge rhythmisch und routiniert erledigen. Welche Dinge das sind, entscheiden Sie: Überlegen Sie sich - ob beruflich oder privat - welche langfristigen Ziele Sie in Ihrem Leben erreichen wollen und welche Tätigkeiten kurzfristig im Alltag erledigt werden müssen.

Für die Planung empfiehlt Eileen Roth sich sechs W-Fragen zu stellen: Was will ich erreichen und warum, wer wird einbezogen und wo, wann und wie kann ich es umsetzen? Schreiben Sie auf, was Sie heute und in Zukunft beruflich und privat erledigen müssen oder wollen. Übernehmen Sie aus dieser Aufstellung jeweils ein paar Projekte für eine To-Do-Liste für den nächsten Tag. Planen Sie aber nicht mehr ein, als Sie an einem Tag erledigen können.

Aufwand einschätzen lernen

Wie lang Sie für welche Tätigkeiten brauchen, müssen Sie anfangs testen. Mit der Zeit können Sie dann Listen erstellen, die Sie auch wirklich - in der Zeit, die Sie sich vorgenommen haben - umsetzen können. Nur Mut! Vergessen Sie nicht im Alltag neben Terminen (Veranstaltungen, Abgabetermine, Besprechungen, Reisen) auch immer Puffer einzuplanen für Pannen und Verzögerungen, Zeit für Freunde und Familie, Ruhezeiten und persönliche Zeit für Hobbys. Haben Sie ein Ziel erreicht, belohnen Sie sich mit etwas, das Ihnen Freude macht.

"Indem Sie Ihre Leistungen belohnen, werden Sie jetzt und in Zukunft schneller an Ihr Ziel gelangen. Wann immer das Lustzentrum im Ihrem Gehirn ein spürbares Vergnügen registriert, das mit einer gut ausgeführten Aufgabe zusammenhängt, werden Sie dazu konditioniert, Ihre Verpflichtungen das nächste Mal mit mehr Begeisterung nachzugehen."

Eileen Roth, Autorin und Zeitmanagerin

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