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Spaß muss sein Tipps für kreative Chaoten

Kreative Chaoten sind anders. Sie tun sich besonders schwer, ihren Alltag zu organisieren, weil sie Organisieren allgemein als unglaublich langweilig und einengend empfinden. Mit diesen Tricks erleichtern sich kreative Geister das Leben.

Stand: 01.07.2016

Frau hinter rosa Terminkalender | Bild: colourbox.com

Kreativen Chaoten müssen beim Ausmisten ein bisschen anders vorgehen als andere Menschen. Bei ihnen funktionieren herkömmliche Zeitmanagement-Techniken und To-do-Listen meist nicht, sagt Cordula Nussbaum, Ratgeber-Autorin und Zeitmanagement-Trainerin. Kreative Chaoten arbeiten eher intuitiv und unkonventionell - und genauso müssen auch ihre Organisationsmethoden sein: Sie sollten Spaß machen und flexibel sein.

Wie sich kreative Chaoten motivieren

Leitsterne

Kreative Chaoten wollen keine "Ziele" verfolgen, sondern visieren "Leitsterne" (Cordula Nussbaum) an.

Konzepte entwerfen

Kreative Chaoten planen nicht, sondern entwerfen Konzepte. Das fühlt sich flexibel an statt statisch.

Reisende To-Do-Sammlung

Statt Listen und Zettel-Wirtschaft empfiehlt Cordula Nussbaum eine "Reisende To-Do-Sammlung" anzulegen, eine Kladde, in die alles geschrieben wird, was erledigt werden muss, einem gerade so einfällt oder einem am Telefon schnell unterwegs durchgegeben wurde. So geht nichts verloren und die Informationen sind chronologisch festgehalten. Ist eine Tätigkeit erledigt, wird sie durchgestrichen. Suchen Sie sich ein besonders schönes Heftchen aus und Sie werden schon beim Griff danach Freude empfinden.

Ordner beschriften

Ähnliches wie bei der "Reisenden-To-Do-Sammlung" gilt für die Ordner-Organisation: Statt der Aufschrift "Finanzen" sollten sich Chaoten lieber etwas Kreativeres ausdenken, das ihnen Spaß macht, wie zum Beispiel "Bezahl mich!" schreiben und Geldstücke oder Gemaltes auf den Ordner-Rücken kleben, rät Nussbaum.

Vier Typen - vier Temperamente

Die wichtigsten Strategien, die kreative Chaoten laut Nussbaum beherzigen sollten, können sie an einer Hand abzählen. Die fünf Finger einer Hand stehen jeweils für eine Strategie: der Daumen für "Konzepte entwerfen", der Zeigefinger für "Prioritäten setzen", dann folgen "Optische Ruhe schaffen", "Delegieren" und "Nein-Sagen". Welche Organisations- und Selbstmanagement-Methoden kreative Chaoten anwenden sollten, unterscheidet sich, denn es gibt unterschiedliche Chaos-Typen. Meist mischen sich dazu chaotische, emotionale Anteile mit logischen, rationalen.

Cordula Nussbaum erklärt das anhand von vier Typen: Annaliese Logisch, Ottmar Ordentlich, Igor Ideenreich und Hanni Herzlich. Während Annaliese (Logiker) und Ottmar (Ordner) zu den logischen Ordnern gehören, zählen Igor und Hanni zu den kreativen Chaoten Typ Ideen-Sprudler und Unterstützer. Mit Tests in Ratgebern und im Internet kann man herausfinden, welcher Typ man ist und seine Organisation dementsprechend anpassen. Generell sollten Sie diese Regeln beim Zeitmanagement beachten:

Zeit managen für Normalos und Kreative

Für Normalos: Planen Sie langfristige Ziele und kurzfristige Tätigkeiten in Ihrem Leben ein. Für kreative Chaoten: Erstellen Sie flexible Konzepte, was Sie erreichen möchten im Leben und legen Sie eine "Reisende To-Do-Sammlung" an.

Unangenehmes als erstes erledigen.

Setzen Sie Prioritäten: Unterscheiden Sie Wichtiges von Unwichtigem. Für kreative Chaoten empfiehlt Cordula Nussbaum: Wenn Sie neue Tätigkeiten angehen, sortieren Sie alte aus. Trainieren Sie, sich leichter zu entscheiden und schieben Sie nichts auf.

Wenn Sie eine wichtige Arbeit zu erledigen haben, planen Sie Zeit dafür ein und lassen Sie sich währenddessen durch nichts ablenken! Leere Toner-Kartuschen, Kugelschreiber-Minen oder Waschmittel-Boxen können Sie danach ersetzen. Auch die Hausarbeit kann warten.

Vermeiden Sie Zettelwirtschaft. Übersichtlicher und hilfreicher sind Heftchen. Suchen Sie sich eine schöne Kladde aus, tragen Sie ein, was Sie erledigen müssen, was Ihnen unterwegs einfällt, was Ihnen gerade schnell jemand per Handy mitgeteilt hat und so weiter. So vergessen Sie nichts mehr und haben einen guten, chronologischen Überblick über Ihre Tätigkeiten.

Vermeiden Sie Staubfänger: Brauchen Sie wirklich Pinnwände und eine Stiftablage auf dem Schreibtisch? Ordentlicher sehen Ordner oder Hängeregister und Schreibtisch-Container aus. Der Schreibtisch lässt sich so auch besser abstauben.

Notieren Sie Termine in einem Terminkalender. Wenn Sie unterschiedliche Farben für unterschiedliche Termintypen wählen, finden Sie sich schneller zurecht - zum Beispiel grün für Freizeitaktivitäten (ein Treffen mit Freunden, Sport), schwarz für Routinejobs und rot für Deadlines oder besonders wichtige Termine.

Planen Sie auch Zeit-Puffer, Ruhezeiten, Familie/Freunde und persönliche Zeit (z.B. Hobbys) ein. Belohnen Sie sich, wenn Sie ein Ziel erreicht haben.

Schließen Sie Projekte ab. Das gilt auch für Perfektionisten. Wer sucht, wird immer Punkte finden, die überarbeitet werden könnten.

"Leave it, change it or love it": Wenn man mit einer Situation unzufrieden ist oder sie als stressig empfindet, sollte man diese verlassen (leave), ändern (change) oder sie als unveränderlich akzeptieren (love). Alles andere erzeugt Frust.

Jeder Zeitpunkt ist gut, um mit dem Ausmisten zu beginnen. (Karen Kingston)


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