Allerheiligen Tag der Erinnerung
Ob Seelenbrot oder Allerheiligen-Striezl, ob Kerzenschein oder Grabschmuck: Die Rituale rund um die stillen Tage Anfang November sind vielfältig. Ob man nun religiös ist oder nicht, spielt dabei kaum eine Rolle. Denn Abschied nehmen, Trauer verarbeiten und sich an seine Verstorbenen erinnern ist für jeden Menschen wichtig. Die Grabpflege selbst wird dabei häufig unterschätzt. Sie ist mehr als Heidekraut und Erika einpflanzen und Efeu zurückschneiden. Sie ist ein Gegengewicht gegen die Ohnmacht, in der uns der Tod oft hinterlässt. Mit Hilfe der Grabpflege können Hinterbliebene etwas tun, seine Gefühle ausdrücken und liebevoll an Verstorbene denken. Schöner Grabschmuck muss dabei nicht teuer sein - die Gestecke lassen sich auch gut selbst machen.
Tipps für selbstgemachte Grabgestecke
Grün vorbereiten
Bevor es ans Werk geht, sollte man das Grün vorbereiten und die Zweige in die richtige Länge schneiden, die Blätter abmachen und die Zweige anspitzen. Der Vorteil: Später muss man nicht ständig das Werkzeug wechseln.
Holz und Moos
Um einen Wurzelballen wickelt man Moos, das man mit Wickeldraht befestigt. Diese Mooskugel wird auf ein Stück Holz genagelt. Dieses Holz ist die Basis des Gestecks. Am besten eignet sich möglichst schweres Holz, beispielsweise Buche.
Kranz winden
Aus grünen Zweigen, beispielsweise von Küstentanne, Fichte oder Blaufichte windet man einen Kranz. Die Fichtenzweige stechen zwar, dafür halten sie besonders lang. Diesen Kranz steckt man um die Mooskugel.
Schmücken
Als nächstes kommt der Schmuck: Geeignet ist beispielsweise alles, was im Garten steht, z.B. die rot-orangen Pfaffenhütchen (Vorsicht giftig, Hände waschen), Feuerdorn, Schlehe, Korkenzieherweide, Holunder oder Apfelzweige. Schön sehen auch getrocknete Hortensien aus. Grüne Blätter oder weiche Früchte eignen sich weniger. Auch vom wolligen Schneeball sollte man die Finger lassen, denn dessen Beeren werden schnell von Vögeln gefressen. Ein besonderer Hingucker können auch exotische Trockenblumen sein.
Ans Ende denken
Irgendwann muss das Gesteck wieder weg. Deshalb sollte man nur Naturmaterialien verwenden, dann kann man das Gesteck danach einfach in den Kompost werfen.
Quelle: Robert Teuser, Meisterschüler an der Staatlichen Fachschule für Blumenkunst

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